Neckar-Odenwald

Radfahrtraining Praktische Übungen sind nur in Buchen möglich / Verkehrswachten arbeiten mit der Polizei zusammen

Sichere Teilnahme am Straßenverkehr ermöglichen

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Infolge der Corona-Pandemie hat das Kultusministerium Baden-Württemberg die Radfahrausbildung in den 4. Grundschulklassen bis Ende dieses Schuljahres ausgesetzt. Dadurch entfällt ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheitssicherheitsarbeit an den Schulen. Im Landkreis sind etwa 750 Schüler betroffen, die normalweise bei der Jugendverkehrsschule Theorie und Praxis des Radfahrens gelernt hätten.

750 Schüler betroffen

Damit die Kinder die Grundschule jedoch nicht ohne das praktische Erlernen der schützenden Regeln für das Verhalten im Straßenverkehr verlassen, bieten die Verkehrswachten Buchen und Mosbach Trainingseinheiten an. Darin vermitteln Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Heilbronn (Prävention Mosbach) den Kindern die wichtigsten Regeln für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr in einem dreistündigen Training. So bekommen immerhin 300 bis 350 Kinder die Chance, die Praxis zu erlernen.

Aufgrund der festgeschriebenen Hygienevorschriften der Polizei kann das Training nur in Buchen stattfinden: Anders als in Mosbach können hier etwa bei den Toiletten die erforderlichen Abstände eingehalten werden. Maximal zwölf Kinder dürfen auf dem Platz üben, mehr gibt die Fläche des Verkehrsübungsplatzes nicht her. Hinzu kommen noch die Polizisten, welche das Fahrverhalten in der Praxis mit den Fahranfängern üben. Selbst für die Eltern gelten Regeln: Es dürfen nur diejenigen zusammenhocken, die aus dem gleichen Ort stammen. „Und die Kinder müssen von einem Elternteil, Geschwistern oder anderen Familienangehörigen gebracht werden“, erklärt Albert Ullrich, Geschäftsführer der Buchener Verkehrswacht.

Gute Resonanz

Man sei überrascht, wie viele Kinder zu den Radfahrtrainings kommen. „Schließlich stammen die Schüler aus dem ganzen Kreisgebiet. Etwa ein Drittel kommt von Mosbach, Aglasterhausen oder Haßmersheim hierher nach Buchen, um an den Radfahrtrainings teilzunehmen“, so Ullrich.

Corona-bedingt hat sich auch einiges an der Organisation geändert: Normalerweise kooperieren die Schulen mit der Polizei und die Verkehrswachten stellen die Mittel. Darunter fallen der Übungsplatz, sanitäre Anlagen, Schilder und auch Fahrräder. „Wir achten aber darauf, dass die Kinder auf ihren eigenen Rädern üben. Schließlich sind sie damit auch später unterwegs“, beschreibt Polizeioberkommissar Manfred Ritzhaupt das Konzept.

Größerer Aufwand

Durch die Pandemie hat sich die Organisation jedoch geändert: Jetzt ist die Verkehrswacht der Veranstalter, stellt die Mittel – und „leiht“ quasi die Polizei als Personal. „Wegen der Hygiene haben wir nun einen Mehraufwand, da wir beispielsweise jedes Fahrrad einzeln desinfizieren müssen. Und die Reinigungskraft muss jeden Tag kommen, statt einmal in der Woche“, erklären Ullrich und Ritzhaupt.

Eigentlich müssen die Schüler, nachdem sie eine Theorieprüfung bestanden haben, acht Praxisstunden absolvieren: vier auf dem Übungsplatz und vier im echten Straßenverkehr. „Jetzt müssen wir alles kompakter in nur drei Stunden durchziehen“, erzählt Ullrich. Bei einem Abschlussspiel wird noch einmal das praktische Wissen der Kinder getestet, ehe es eine Art Teilnahmeausweis als Bestätigung gibt.

Versicherungsschutz ist durch die Betriebshaftpflichtversicherung der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg vorhanden.

Mittlerweile nehmen auch Schulklassen mit Genehmigung der Schulen am Radfahrtraining der Verkehrswachten Buchen/Mosbach teil. Diese erweiterten Trainings sind durch die Unfallkasse Baden-Württemberg versicherungsmäßig abgedeckt.

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