Neckar-Odenwald

Lernen kann Türen öffnen

Es geht wieder los. Ausschlafen, faulenzen, Urlaub und Freunde treffen nach Lust und Laune ist jetzt wieder vorbei für die Schülerinnen und Schüler. Ein vollgepackter Stundenplan wird das Leben bestimmen.

Die Schule fängt an, der Alltagsrhythmus stellt sich schnell ein, da bleibt wenig Platz für aufregende Erlebnisse. Und doch: So ein Schulstart hat immer etwas Aufregendes.

Ich kann mich noch gut daran erinnern: Ich habe mich immer gefreut, meine Schulfreunde wieder zu sehen. Ich war gespannt auf die neuen Lehrer und Unterrichtsfächer. Es war mir aber auch immer ein bisschen mulmig, wie ich das neue Schuljahr meistern werde. Wie aufregend ist es wohl für diejenigen, die, wie mein Enkel Leo, dieses Jahr ihren ersten Schultag erleben? Aufregung, Freude und auch Sorgen gehören zu so einem Tag.

Deshalb finde ich es schön, dass es an Schulen einen Schulanfang-Gottesdienst gibt und ich bei der „Müller-Guttenbrunn-Schule“ im Masseldorn dabei sein darf. Er räumt Zeit ein für all diese Gedanken und Gefühle. Gute Wünsche, Lieder, Fürbitten und eine Segnung sollen den Kindern Kraft und Zuversicht für die kommende Zeit schenken.

In meiner Schulzeit haben wir das Lied: „Die güldene Sonne bringt Freud und Wonne“ aus dem Gotteslob gesungen. Eine Strophe fällt mir heute noch ein, wenn ich irgendwas Neues anfange. Da heißt es:

„In meinem Studieren

wird er mich wohl führen

und bleiben bei mir,

wird schärfen die Sinnen

zu meinem Beginnen

und öffnen die Tür.“

Lernen kann Türen öffnen. Vor allem, wenn in der Klasse ein Klima herrscht, in dem sich Kinder entwickeln können, sie auch Fehler machen dürfen und keine Angst haben müssen, dass sie ihr Gesicht verlieren, wenn es nicht gleich klappt. Weder vor den Eltern, noch vor den Lehrern und auch nicht vor den Mitschülern.

Deshalb finde ich es gut, dass es in dem Lied heißt: „In meinem Studieren wird er mich wohl führen und bleiben bei mir.“ Kinder und Jugendliche müssen diesen Weg nicht allein gehen. Sie haben Eltern, die sie hoffentlich unterstützen und an sie glauben. Sie haben Freunde, die sich hoffentlich nicht gegenseitig fertig machen, sondern sich über Erfolge des Anderen freuen können.

Und auch Gott ist bei den Kindern. Er lacht mit, wenn Kinder lachen. Er tröstet die Jugendlichen, auch wenn es mal eine fünf war. Ich wünsche heute allen Schülerinnen und Schülern einen guten Schulanfang und viele offene Türen.

Diakon Manfred Leitheim, Pfarrgemeinde MOSE – Mosbach-Elz-Neckar

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