Neckar-Odenwald

Förderrichtlinie beschlossen Zuschuss für Betriebe ist an Bedingungen geknüpft

Landkreis will bei der Bio-Zertifizierung helfen

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Eine von insgesamt neun Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg ist seit einem Jahr der Neckar-Odenwald-Kreis. In der Sitzung am Montag stimmte der Kreistag zu, in den Haushaltsjahren 2021 und 2022 jeweils 7500 Euro als Förderrichtlinie bereitzustellen.

Das Geld soll für die Zertifizierung von Verarbeitung, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, und Handel sowie für die Produktion von ökologisch erzeugten Weihnachtsbäumen bereitgestellt werden. Die Förderung der Bio-Zertifizierung muss der Landkreis vornehmen, da sie nicht aus Mitteln der Landesförderung erfolgen darf. Der Entwurf der Förderrichtlinie sieht vor, bis zu 75 Prozent der Öko-Kontrollkosten zu unterstützen. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Bewerbung des Betriebs mit einer Kurzbeschreibung sowie ein Kostenvoranschlag einer Öko-Kontrollstelle. Diese überprüft die Betriebe, ob sie die jeweiligen Kriterien der EG-Öko-Verordnung einhalten. Der Landkreis erhofft sich, die Bio-Zertifizierung von Betrieben zu fördern und mehr Unternehmen dazu zu bewegen.

Außerdem soll das Siegel dementsprechend beworben und für den Endverbraucher kenntlich gemacht werden. Es sollen auch bisher rein konventionell wirtschaftende Verarbeitungsbetriebe angeregt werden, künftig Bio-Produkte aus der Region zu beziehen. Der Zuschuss ist jedoch damit verbunden, mindestens ein entsprechendes Erzeugnis aus dem Landkreis zu beziehen, um indirekt die regionalen landwirtschaftlichen Bio-Betriebe und damit die gesamte Wertschöpfungskette zu unterstützen.

Kreisrat Alois Kieser (Freie Wähler) betonte in seiner Stellungnahme: „Mit der Überschrift ,notwendiger Strukturwandel’ wurden in den vergangenen Jahrzehnten viele regionale Strukturen dem wirtschaftlichen Druck geopfert und zerschlagen. Zentralisierung, Rationalisierung und Effizienzsteigerung sind dabei die Eckpunkte und Vorgaben für diesen Wandel.“ Wenn bei der ganzen Globalisierung begonnen werde, wieder etwas regionaler zu denken, sei das zu begrüßen. Es stelle sich nur die Frage, wie nachhaltig die Bemühungen wirken und warum diese nur für den „Bio-Bereich“ gefördert werden.

Dass ein Bewusstseinswandel in Teilen der Bevölkerung bereits bestehe, erklärte Dr. Dorothee Schlegel (SPD). Es sei dennoch notwendig, eine größere Akzeptanz für Bio-Produkte aus der Region zu erreichen. „Der Wettbewerb, der das Geschäft belebt, kann ruhig zwischen den regionalen Erzeugern aus konventionellem und aus Bio-Anbau bestehen. Beide dienen der regionalen Wertschöpfung.“

Amelie Pfeiffer (Bündnis90/Die Grünen) meinte: „Der ganz große Wurf könnte uns gelingen, wenn wir die Chancen einer Bio-Musterregion mit einem Management nutzen, um nachhaltige Strukturen für die regionale Schlachtung sowie eine regionale Molkerei entwickeln.“ ms

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