Neckar-Odenwald

Im Neckar-Odenwald-Kreis SPD kritisiert hohe Unterrichtsausfälle an Beruflichen Schulen und Gymnasien / Versorgungsgrad von mindestens 106 Prozent gefordert

„Kultusministerium muss dringend für Abhilfe sorgen“

Neckar-Odenwald-Kreis.Alarmiert über das Ausmaß der Unterrichtsausfälle an Beruflichen Schulen und an den Gymnasien hat sich der SPD-Landtagsabgeordnete Georg Nelius geäußert. In der Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Initiative unter Federführung des Abgeordneten hatte das Kultusministerium einräumen müssen, dass der Unterrichtsausfall an den Beruflichen Schulen im Neckar-Odenwald-Kreis seit Ende 2018 konstant mehr als sechs Prozent betrug.

„Der Stundenausfall an den Beruflichen Schulen im Neckar-Odenwald-Kreis lag seit 2018 auf hohem Niveau und hat sich im vergangenen Jahr kontinuierlich auf 6,5 Prozent gesteigert, an den Gymnasien ist der Stundenausfall ebenfalls angestiegen, nämlich von annähernd sechs Prozent Ende 2018 auf 6,1 Prozent im Februar 2019 und weiter steigend auf 6,4 Prozent im Juni 2019“, erklärte der Abgeordnete.

Er bezeichnete es als einen schlechten Scherz, dass der Versorgungsgrad der Schulen von der Kultusministerin als auskömmlich bezeichnet wird: „Niemandem ist geholfen, wenn zwar auf dem Papier die Versorgung der Schulen im Neckar-Odenwald-Kreis zu Schuljahresbeginn im Durchschnitt bei 103,5 Prozent liegt, bei der ersten Erkältungswelle der Stundenplan jedoch wie ein Kartenhaus zusammenfällt“. Die SPD fordert deshalb umgehend die Aufstockung der Vertretungsreserve auf 2000 Lehrkräfte und mittelfristig einen Versorgungsgrad der Schulen von mindestens 106 Prozent.

Prekäre Situation

Aufmerksam machte Nelius auch auf die prekäre Situation der Grundschulen: „Dort können die Kindernicht einfach nach Hause geschickt werden, was erklärt, warum die Zahlen zum Unterrichtsausfall zwar besser aussehen. Die Realität ist aber eine andere.“ Er fordert eine schonungslose Analyse und entschiedenere Maßnahmen von Grün-Schwarz. Die SPD hat in den Haushaltsverhandlungen jüngst die Erhöhung der Studienplätze im Bereich Grundschule um 220 und im Bereich Sonderpädagogik um 260 gefordert, um zumindest mittelfristig Entlastung für die Schulen zu garantieren. Die Regierungsfraktionen waren aber nicht bereit, diesem Ansinnen der SPD zu folgen und haben diese Erhöhung unisono abgelehnt.

Georg Nelius: „Kultusministerin Eisenmann bewirbt sich schließlich in der kommenden Landtagswahl um das Amt des Ministerpräsidenten. Ihre Amtszeit als Kultusministerin wird daran gemessen werden, ob es ihr gelingt, mit ausreichend Lehrkräften für eine gute Unterrichtsversorgung in allen Schularten zu sorgen. Bislang hat sie bei dieser zentralen Herausforderung nicht wirklich geliefert. Damit unsere Kinder auch qualitativ hochwertigen Fachunterricht bekommen, muss er zunächst einmal stattfinden. Der derzeitige Zustand ist keine Empfehlung für die Kompetenz der Kultusministerin.“

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