Neckar-Odenwald

SPD Neckar-Odenwald Keine erneute Kandidatur

Jürgen Graner gibt Vorsitz ab

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Nach fast 18 Jahren an der Spitze des SPD-Kreisverbands Neckar-Odenwald kandidiert Jürgen Graner bei der nächsten Wahl des Kreisvorstands nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden. Das hat der 44-Jährige am Dienstag auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten bestätigt.

In einer E-Mail an die Mitglieder der SPD im Neckar-Odenwald-Kreis bedankt sich Graner für das „ große Vertrauen und die vielfältige Unterstützung“, die er in fast zwei Jahrzehnten als SPD-Kreisvorsitzender habe erfahren dürfen. „Ich bin stolz und allen dankbar, dass ich solange als Kreisvorsitzender dienen durfte“, so der Politikwissenschaftler.

Als Grund für seine Entscheidung nennt Graner seine neue Stelle in Wertheim. In der Großen Kreisstadt am Main leitet er seit November 2019 die Stabstelle „Zentrale Steuerung, politische Planung“ im Rathaus und gilt als „rechte Hand“ von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez. „In dieser Funktion in der öffentlichen Verwaltung ist Überparteilichkeit von größter Bedeutung“, so Graner. Diese neue berufliche Herausforderung lasse sich daher schwer mit dem Amt des SPD-Kreisvorsitzenden verbinden.

Von den beruflichen Gründen abgesehen betont Graner: „Fast 18 Jahre in der Funktion des SPD-Kreisvorsitzenden sind auch irgendwann genug: Alles hat seine Zeit. Zwangsläufig wird vieles einfach zur Routine, weil man selbst schon so vieles ausprobiert hat, was jetzt einige als neuen Impuls einfordern.“ Nach so langer Zeit tue es dem SPD-Kreisverband deshalb gut, sich personell neu aufzustellen.

Auch für andere Ämter und Mandate stehe der 44-Jährige deshalb nicht zur Verfügung. „Mit dieser Entscheidung komme ich übrigens auch dem Wunsch meiner Frau nach“, so Graner.

Wann neben einem Nachfolger als SPD-Kreisvorsitzender auch die Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahl im kommenden Jahr gewählt werden können, ist aufgrund der Corona-Krise noch unklar. Mitglieder- beziehungsweise Delegiertenversammlungen sind nach wie vor nicht möglich. Einen Fahrplan wollen die Mitglieder des Kreisvorstands am Freitag in einer Videokonferenz besprechen.

Das Ziel Graners ist es, die Wahlen in einem sicheren Umfeld durchführen zu können: „Dieser Verantwortung sehe ich mich weiter verpflichtet.“ Bild: Gerd Weimer

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