Neckar-Odenwald

„Badische Heimat“ Zeitschrift widmet dem Neckar-Odenwald-Kreis ihr aktuelles Schwerpunktheft / 14 Autoren brachten sich ein

Interessant, spannend und quicklebendig

Auf knapp 160 Seiten beleuchten 14 Autoren in einem Schwerpunktheft des Landesvereins „Badische Heimat“ den Neckar-Odenwald-Kreis.

Mosbach. „Ich war selber überrascht, dass das Thema ‚Odenwald’ in den letzten 100 Jahren relativ stiefmütterlich behandelt wurde“, erklärte Michael Kohler, Chefredakteur der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift „Badische Heimat“ im Mosbacher Landratsamt. Doch es blieb nicht bei der bedauerlichen Analyse. Denn mit dem aktuellen Schwerpunktheft „Neckar-Odenwald-Kreis“ schließt der Landesverein diese Forschungslücke gleich mit großer Geste. Auf knapp 160 Seiten schlagen 14 Autoren aus der Region einen großen Bogen zwischen gestern und heute.

Zur Präsentation des druckfrischen Werks konnten Landrat Dr. Achim Brötel und Dr. Volker Kronemayer, stellvertretender Vorsitzender des Landesvereins „Badische Heimat“, zahlreiche Autoren begrüßen. Als „Klammer“ zwischen Autoren und Redaktion wirkte Gerhard Layer, ehemaliger Redaktionsleiter der Rhein-Neckar-Zeitung in Mosbach. Das Titelbild, die herbstlich „eingenebelte“ Burg Hornberg, stammt vom Mosbacher Fotografen Tim Krieger.

„Unsere ‚Badische Heimat‘ ist interessant, spannend und quicklebendig“, lobte Landrat Dr. Achim Brötel und versprach „ein Leseerlebnis der besonderen Art“. In einer Zeit, in der alles immer schnelllebiger werde, gerate vieles geradezu zwangsläufig auch schnell wieder in Vergessenheit. Umso wichtiger sei es deshalb, Dinge festzuhalten und in den jeweiligen Kontext einzuordnen.

Der Hausherr bedankte sich nicht nur bei Gerhard Layer, der zur ersten Redaktionssitzung des Bandes eingeladen hatte, sondern bei allen Autoren, von denen der langjährige frühere Landtagsabgeordnete Manfred Pfaus die weiteste Anreise hatte – er lebt mittlerweile nämlich in Berlin.

Heimat habe derzeit wieder Konjunktur, doch gebe es eine deutliche Dissonanz zwischen dem Begriff und dem Gefühl, diagnostizierte Brötel. Heimat, ursprünglich „ein nüchterner Fachbegriff aus dem Meldewesen“, beinhalte mittlerweile das Gefühl der Geborgenheit, der Erinnerung. Weshalb man sich schon fragen müsse, ob Heimat wirklich einen konkret erfahrbaren Raum benötige. „Wir sind keine Altbadener“, stellte Volker Kronemayer klar und den 1800 Mitglieder starken Landesverein vor. Zwischen Freiburg und Mannheim gebe es verschiedene Regionalgruppen und Arbeitskreise. Allerdings seien im Neckar-Odenwald-Kreis bis dato nur wenige Mitglieder zu verzeichnen. Zusätzlich zur vierteljährlichen Zeitschrift, die 2019 bereits mit den Schwerpunktheften Hockenheim und Kraichgau aufwartete, gebe man eine Schriftenreihe mit mittlerweile 15 Bänden heraus.

Im neuen Schwerpunktheft Neckar-Odenwald-Kreis gäben die Autoren einen umfassenden Einblick in das Leben vor Ort. Das Spektrum umfasse dabei kulturelle, wirtschaftliche und geschichtliche Themen.

„Ich komme relativ selten nach Mosbach“, entschuldigte sich Michael Kohler für die bis dato zurückhaltende Berichterstattung über den – aus Freiburger Sicht – geografischen Randbezirk. Mit umso größerem Vergnügen und Lerneffekt habe er die 14 Aufsätze gelesen. „Ohne Sie wäre das Heft so nicht zustande gekommen“, bedankte sich der Chefredakteur bei Gerhard Layer, der alles zusammengebracht, redigiert und koordiniert habe. Mitgeschrieben am Gemeinschaftswerk haben Karl Wilhelm Beichert, Karl Heinz Neser, Gerlinde Trunk, Albrecht Ernst, Markus M. Wieland, Otmar Glaser, Wilhelm Kühlmann, Torsten Englert, Sebastian Parzer, Alexander Rantasa, Gerhard Layer, Karsten Weber, Manfred Pfaus und Carlheinz Gräter. pla

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