Neckar-Odenwald

Blühender Naturpark Neckar-Odenwald Nahrung für Hummel und Co. / Projekt geht nach 2018 in die zweite Runde

In diesem Jahr will man über acht Hektar Fläche einsäen

Limbach.Der Naturpark Neckartal-Odenwald ist einer von sieben Naturparks in Baden-Württemberg. Das Projekt „Blühender Naturpark“ ist ein Sonderprogramm, welches anlässlich des Insektensterbens ins Leben gerufen wurde und vom Land Baden-Württemberg unterstützt wird. Das Projekt geht nach 2018 in die zweite Runde: „Letztes Jahr konnten wir über fünf Hektar Fläche einsäen. Dieses Jahr sind es über acht Hektar“, freute sich Projektmanagerin Michaela Kahl über die Beteiligung am Projekt.

Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu stärken, da innerhalb von 26 Jahren mehr als 75 Prozent der Fluginsekten in Deutschland zurückgegangen sind. Der Grund für den Insektenrückgang sind schwindender Lebensraum, abnehmende Pflanzenvielfalt und der Einsatz von Insektiziden auf deutschen Feldern.

Der Naturpark Neckartal Odenwald kooperiert in diesem Jahr mit elf Kommunen und einigen Privatpersonen, bietet aber auch Teilnahmemöglichkeiten für Unternehmen. „Man kann eine Patenschaft für eine Wiese übernehmen oder das Saatgut bei uns erwerben“, sagt Kahl. „Das Saatgut enthält nur gebietsheimische Pflanzensamen, ist mehrjährig und zertifiziert und damit bestens für die heimische Insektenwelt geeignet“, so Kahl weiter.

„Zum Erhalt der Artenvielfalt möchte die Gemeinde Limbach ihren bescheidenen Beitrag leisten“, schloss sich Bürgermeister Thorsten Weber an. Fünf Gemeindeflächen, insgesamt rund 2000 Quadratmeter, sind dem Projekt zugewiesen. Auch seien Kooperationsprojekte mit Vereinen und Firmen ins Auge gefasst.

Am Dienstag fand das Einsäen der Gemeindeflächen in Wagenschwend und Krumbach statt. Die 150 Quadratmeter große Fläche in Wagenschwend befindet sich am Ortsausgang Richtung Scheidental an der L 524. Die 600 Quadratmeter große Fläche in Krumbach liegt an den Ausläufern der Hirschbergstraße. Mit der tatkräftigen Unterstützung von rund 50 Kindergartenkinder aus Wagenschwend, Krumbach und Limbach waren die Wildblumensamen anschließend schnell verteilt.

Grüne Schilder am Rand der Felder weisen zukünftig darauf hin, dass dort auch wirklich etwas wachsen wird. In einem Jahr werden die Kinder dann heimische Pflanzen wie Spitzwegerich, Wiesenschaumkraut, Hornklee oder Schlüsselblume betrachten können. Der Bauhof sorgte für die Vor- und Nachbereitung der Wiesen, wofür Thorsten Weber dankte. Nach der Aussaat muss der Boden einige Wochen ruhen, danach wird die Wildblumenwiese einmal im Jahr gemäht, damit die Samen ausfallen können und im kommenden Jahr wieder blühen.

Michaela Kahl formulierte ihr Anliegen so: „Ich freue mich ganz besonders, dass viele Kinder hier sind und uns unter die Arme greifen. Wir wollen mit diesem Projekt Lebensraum für die heimische Insektenwelt schaffen und die Menschen für ein Umweltbewusstsein sensibilisieren“. Wer mit offenen Augen durch Limbach lief, konnte vor dem Rathaus und der Schule in Limbach bereits Wildblumen bestaunen. Am neuen Feuerwehrgebäude und den Bushaltestellen in Laudenberg kommen neue Flächen hinzu, erklärte Bürgermeister Weber.

Weitere Aussaat und Pflegeaktionen vom Naturpark Neckartal-Odenwald folgen am 12. September in Spechbach, am 17. in Nußloch, am 24. in Hardheim und am 1. Oktober in Hüffenhardt. js

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