Neckar-Odenwald

AOK Rhein-Neckar-Odenwald Pflegeversicherung wurde vor 25 Jahren eingeführt / 75 Prozent der Pflegebedürftigen werden durch die Familie betreut

Immer mehr Pflegebedürftigeim Kreis

Archivartikel

Der Bedarf an Pflegekräften und Pflegeleistungen wächst stetig – parallel zur erhöhten Lebenserwartung der Bevölkerung.

Neckar-Odenwald-Kreis. Sowohl die Anzahl als auch der Anteil der Pflegebedürftigen im Land und im Neckar-Odenwald-Kreis ist in den letzten Jahren deutlich steigend – im Schnitt um fünf Prozent pro Jahr. Das zeigen neue Zahlen der AOK. Den höchsten Anteil haben dabei die Hochbetagten: Menschen ab einem Alter von 85 Jahren. In dieser Altersgruppe erhalten zwei von drei Versicherten Pflegeleistungen.

„Die Zahl der Pflegebedürftigen wird zunehmen, da die Lebenserwartung stetig steigt“, sagt Joachim Bader, Geschäftsführer der AOK Rhein-Neckar-Odenwald. „Was dabei von den Familien geleistet wird, ist enorm.“ Bei fast drei Viertel (74 Prozent) der Pflegebedürftigen findet die Pflege zuhause statt, was ohne die Familienangehörigen nicht möglich wäre. Jeder fünfte Pflegebedürftige erhält dabei Unterstützung durch einen Pflegedienst. Ein Viertel (25 Prozent) wird in Pflegeeinrichtungen betreut.

„Das Thema Pflege wird für unsere Gesellschaft immer wichtiger. Bereits jetzt hat fast jeder Dritte in Baden-Württemberg eigene Pflegeerfahrung“, so Bader. Diese Zahl ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der AOK. Demnachsind 32 Prozent der Baden-Württemberger in die Pflege eines nahestehenden Menschen eingebunden oder haben früher schon einmal gepflegt. „Eine Pflegesituation tritt oft überraschend ein. In dieser Ausnahmesituation für die Pflegebedürftigen und die Angehörigen wollen wir der verlässliche Partner sein“, so der AOK-Geschäftsführer.

Der Einsatz der Angehörigen wird mit einer Reihe von Leistungen der Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege oder Kuren für pflegende Angehörige von der AOK unterstützt. „Wir stellen in unseren Beratungen fest, dass pflegeunterstützende Angebote oft gar nicht bekannt sind. Deshalb setzt die AOK in komplexen Fällen speziell ausgebildete Pflegeberater ein, um die Situation bei den Pflegebedürftigen daheim zu analysieren und dann konkrete Unterstützungsvorschläge machen“, sagt Bader.

Wichtige Unterstützung

Eine wichtige Unterstützung für pflegebedürftige Menschen ist die Pflegeversicherung, die vor mittlerweile 25 Jahren eingeführt wurde – im Jahr 1995 als eigenständiger Zweig der Sozialversicherung und im Sozialgesetzbuch. Die Pflegepflichtversicherung bildet – neben der gesetzlichen Kranken-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung – den jüngsten eigenständigen Zweig der Sozialversicherungen und somit deren „fünfte Säule“.

Wie aus den Zahlen der AOK hervorgeht, erhielten im Jahr 2018 in ganz Baden-Württemberg fast 270 000 Versicherte Pflegeleistungen aufgrund der Pflegeversicherung. Etwa 166 000 davon waren Frauen, ungefähr 103 000 Männer. Die Zahlen entsprechen insgesamt 6,1 Prozent aller AOK-Versicherten. Weiter zeigt sich beim Blick auf die Statistik, dass Männer in jüngeren Jahren etwas häufiger betroffen sind als Frauen; ab 75 Jahren sind dann Frauen häufiger betroffen. Die Pflegebedürftigkeit steigt mit dem Alter stark an: Bei den über 85-Jährigen erhalten zwei Drittel der Versicherten Pflegeleistungen.

Ähnliches Bild

Der Blick auf den Neckar-Odenwald-Kreis zeigt ein durchaus ähnliches Bild, wenngleich der Anstieg hier etwas geringer ausfiel. Im Landkreis stieg die Zahl der Versicherten, welche Pflegeleistungen erhalten, von 4356 im Jahr 2014 auf 5859 im Jahr 2018 an.

Dies entspricht einer jährlichen Zunahme von immerhin 4,3 Prozent in diesem Zeitraum. Auch im Neckar-Odenwald-Kreis überwiegt dabei der Frauenanteil. Im Jahr 2018 erhielten 3510 Frauen und 2349 Männer Pflegeleistungen.

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