Neckar-Odenwald

4384 Notarzteinsätze im Jahr 2019 Rettungsdienste stellen notfallmedizinische Versorgung sicher / 250 „mobile Retter“

Im Durchschnitt zwölfmal Alarm am Tag

Ein Notfall zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Straßenverkehr – gut, wenn kompetente Hilfe rasch verfügbar ist. Das stellen die Notärzte sicher.

Neckar-Odenwald-Kreis. Im vergangenen Jahr wurden die Notärzte der Standorte Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken insgesamt 4384 Mal durch die Integrierte Leitstelle in Mosbach alarmiert,welche die Notrufe über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 entgegennimmt.

Zahlen leicht gestiegen

Die Einsatzzahlen liegen damit wieder auf dem Niveau von 2017, nachdem die Alarmierungen 2018 mit 3948 erstmals seit Jahren auf unter 4.000 gesunken waren.

Bei durchschnittlich zwölf Notarzteinsätzen pro Tag im Kreisgebiet entfielen die meisten Einsätze auf den Standort Mosbach, dessen Notärztinnen und Notärzte 1390 Mal alarmiert wurden (3,8 Einsätze pro Tag, 2018: 1450 Einsätze).

Am Notarztstandort Buchen wurden insgesamt 933 Einsätze absolviert (2,6 Einsätze pro Tag, 2018: 1034) und am Standort Hardheim 682 (1,9 Einsätze pro Tag, 2018: 673).

Der Notarzt am Standort Osterburken wurde 588 Mal alarmiert (1,6 Einsätze pro Tag, 2018: 331), der Asbacher Notarzt 791 Mal (2,2 Einsätze pro Tag, 2018: 453).

Auch an diesen beiden 2014 und 2016 neu eingerichteten Notarztstandorten erfolgt seit März 2019 eine 24-stündige Besetzung.

Hauptproblem Herzerkrankungen

Die Notfallmediziner der Neckar-Odenwald-Kliniken und des Krankenhauses Hardheim stellen damit gemeinsam mit den Einsatzkräften der beiden DRK-Kreisverbände und dem Malteser-Hilfsdienst die Notfallversorgung an fünf Standorten im Kreisgebiet rund um die Uhr sicher. Der Hauptgrund für Notarzteinsätze sind unverändert Erkrankungen des Herzens wie Herzinfarkt, Rhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen bis hin zum Herz-Kreislaufstillstand. Auch neurologische Probleme wie Schlaganfall, Hirnblutungen und Krampfanfälle sind häufig, dazu kommen Atemstörungen wie beispielsweise Asthmaanfälle.

Die Versorgung von Verletzten nach Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Schulunfällen verursacht weniger als ein Fünftel aller Alarmierungen - durch die Medienberichterstattung werden diese Einsätze aber in der Öffentlichkeit naturgemäß viel mehr wahrgenommen.

„Die Versorgung an der Einsatzstelle funktioniert in hervorragender Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern, die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen besetzen“, so Privatdozent Dr. Harald Genzwürker, der für die Organisation des Notarztdienstes in Asbach, Buchen, Mosbach und Osterburken verantwortlich ist. Die Ausweitung der Vorhaltung an den beiden „Außenwachen“ war eine große Herausforderung für die Kliniken, die mit einem externen Partner geregelt werden konnte.

Permanente Einsatzbereitschaft

Das DRK stellt die permanente Einsatzbereitschaft des Buchener, Hardheimer, Mosbacher und Osterburkener Notarzteinsatzfahrzeuges sicher. Zusätzlich werden die Rettungswagen in Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken sowie seit April 2019 in Oberneudorf durch Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes besetzt. Das Notarztfahrzeug im Bereich Asbach wird vom Malteser Hilfsdienst gestellt und mit Rettungsassistenten oder Notfallsanitätern besetzt.

Die Rettungswagen im bisherigen Gebiet des Kreisverbandes Mosbach in Asbach und der Kreisstadt wurden 2019 insgesamt 5488 Mal alarmiert (2018: 5505), die des DRK-Kreisverbandes Buchen an den drei Standorten Buchen, Hardheim und Osterburken 5021 Mal (2018: 4672).

Auch in diesem Bereich ist somit ein leichter Anstieg der Einsatzzahlen zu verzeichnen, die allerdings fast 600 unter denen von 2017 liegen.

Landrat Dr. Achim Brötel stellt fest, dass die beschlossenen Maßnahmen greifen, um die Notfallversorgung dauerhaft in der Fläche sicherstellen zu können. Dies zeige sich an einer Verbesserung der gesetzlich vorgegebenen Hilfsfrist von maximal 15 Minuten, die im Notarztbereich mittlerweile in 91,5 Prozent der Fälle eingehalten werden konnte (Vorgabe: 95 Prozent), für die Rettungswagen in 93,1 Prozent.

Brötel betont, dass es neben der professionell organisierten Hilfe in medizinischen Notfällen ein weiteres wichtiges Element gibt, auf das die Bürger im Neckar-Odenwald-Kreis zählen dürfen: „In zahlreichen Ortschaften stellen ehrenamtliche Hilfskräfte eine wichtige Unterstützung dar – gerade in unserem Flächenlandkreis ein unschätzbares Engagement.“ Die sogenannten HvO (Helfer vor Ort) der DRK-Ortsvereine werden ebenfalls von der Integrierten Leitstelle in Mosbach alarmiert, wenn in ihrer Gemeinde ein Notfall gemeldet wird, und können so binnen weniger Minuten mit der Erstversorgung beginnen. Dazu kommen inzwischen noch die über 250 ehrenamtlichen „Mobilen Retter“, die ganz gezielt beim Kreislaufstillstand über ihr Handy alarmiert werden können.

Lob für „Helfer vor Ort“

Wichtigstes Glied der Rettungskette bleiben aber die Ersthelfer, die als zufällige Zeugen eines Notfalls durch den Notruf über die 112 die Aktivierung des Rettungsdienstes sicherstellen. Darüber hinaus können durch einfache, leicht zu erlernende Maßnahmen der Ersten Hilfe die Überlebenschancen von Notfallpatienten gesteigert werden. Dazu gehört auch die Anwendung von Laien-Defibrillatoren, sogenannten AEDs, welche im Rahmen eines Projektes der Kommunalen Gesundheitskonferenz an mittlerweile über 240 Standorten im Landkreis verfügbar gemacht wurden, um die Versorgung bei Patienten mit Herzkreislauf-Stillstand zu verbessern. Kurse werden durch die Hilfsorganisationen regelmäßig angeboten, können bei Interesse aber auch für Gruppen und Vereine organisiert werden.

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