Neckar-Odenwald

Vereine in der Corona-Krise Großer Termindruck herrscht nicht / Zum Teil ist eine Online-Version der Mitgliederversammlung möglich

Hoffen auf Versammlungen im Herbst

Archivartikel

Das Corona-Virus schränkt die Arbeit in den Vereinen der Region mächtig ein. Wie die Lage genau aussieht, wollten die Fränkischen Nachrichten wissen und haben deshalb nachgefragt.

Neckar-Odenwald-Kreis. Die erste Jahreshälfte ist für viele Vereine „Großkampfzeit“: In den Fastnachtsvereinen werden an den Umzügen und Prunksitzungen die Umsätze des Jahres getätigt. Bei einem Fußballclub entscheidet diese Phase über Ab- oder Aufstieg. Und in fast allen Vereinen finden im Frühjahr die Mitgliederversammlungen statt.

Seit Mitte März ruht jedoch das Vereinsleben. Versammlungen sind verboten und auch geprobt und trainiert werden durfte lange nicht. Das Versammlungsverbot könnte für einige Vereine schon bald zum Problem werden. Denn: Je nach Satzung müssen die Mitgliederversammlungen bis zu einem bestimmten Datum, beispielsweise 30. Mai, stattgefunden haben.

Termin im September

Die Fränkischen Nachrichten haben zu dieser Situation stellvertretend einige Vereine in der Region befragt.

Das Problem stellt sich aktuell bei der Eintracht Walldürn nicht dar. „Wir haben schon vor Jahren den Termin unserer Mitgliederversammlung auf den September umgestellt“, sagt der zweite Vorsitzende Mike Hasenstab und fügt an: „Bei der aktuellen Entwicklung gehen wir davon aus, unsere Generalversammlung wie geplant abhalten zu können.“

So geht es auch dem Elferrat der Stadt Osterburken. Dieser hält seine Versammlungen sogar noch später, nämlich im November ab, wie der erste Vorstand, Julian Ehrenfried, auf Anfrage mitteilt: „In unserer Satzung ist kein fester Termin angegeben, deshalb hoffen wir, Corona bis dahin weit möglichst überstanden zu haben.“

Termindruck hat auch der Musikverein Schweinberg noch nicht. Zwar wurde die für den 21. März angedachte Mitgliederversammlung schon frühzeitig abgesagt, doch die Versammlung muss erst im Laufe eines Jahres stattfinden. Nicht also bis zu einem bestimmten Tag. „Wir hoffen, dass wir diese dann im Herbst nachholen können“, so Schriftführer Marc Reinhart. Die Satzung des Musikvereins Schweinberg würde es sogar erlauben, die Versammlung online abzuhalten.

Ernsthafte Alternative

Dort steht nämlich geschrieben : „Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn sie ordnungsgemäß einberufen ist [...] Mitgliedersammlungen sind ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig.“

Sollte das Versammlungsverbot noch eine Weile andauern, wäre eine Generalversammlung via Videokonferenz für den Musikverein eine ernsthafte Alternative.

Und auch beim Historischen Verein Bauland existiert kein Zeitdruck. „Bei uns finden im Rhythmus von drei Jahren Generalversammlungen statt. Eine Verschiebung des Termins kann jederzeit erfolgen“, so die Vorsitzende des Vereins, Regina Geier.

Sie erklärt weiter: „Die Möglichkeit, eine Versammlung online abzuhalten, besteht bei uns nicht, da wir sehr viele ältere Mitglieder haben. Zudem verbinden wir die Generalversammlung immer mit einem öffentlichen Vortrag zu einem historischen Thema.“

So wurde die Generalversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Verantwortlichen werden abwarten, wie sich die Gesamtsituation entwickle. Als Konsequenz ergibt sich, dass der bisherige Vorstand weiterarbeitet.

Ganz anders sieht das bei der DLRG aus, wie Daniel Emmenecker, Vorsitzender der Hardheimer Ortsgruppe, erklärt: „Wir bekamen vom DLRG Landesverband Baden die Anordnung, nicht zu tagen. Alles wurde automatisch um ein Jahr verlängert.“ Sollte sich in diesem Jahr doch noch die Möglichkeit ergeben, eine Mitgliederversammlung abzuhalten, ist es ihnen freigestellt diese durchzuführen.

Die Lage bei den Feuerwehren

Auch einigen Feuerwehren kam das Virus in die Quere. Die Generalversammlung der Abteilung Großeicholzheim wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bei der Versammlung der Gesamtfeuerwehr Seckach sieht es etwas anders aus. „Die Generalversammlung findet alle zweieinhalb Jahre statt. Diese ist für den 9. Oktober geplant. Derzeit gehen wir davon aus, dass wir diese Versammlung nach Corona durchführen können und dürfen“, erklärt Kommandant Roland Bangert.

Onlineversammlungen dürfen laut Satzung der Feuerwehr nicht durchgeführt werden, weshalb man an Terminen zum Ende des Jahres festhält. „Wenn wir die beiden Generalversammlungen dieses Jahr noch durchführen können, gibt es keine nachteiligen Konsequenzen“, so Bangert.

Er fügt an: „Wenn es dieses Jahr nicht mehr klappt und wir nächstes Jahr für zwei beziehungsweise drei Jahre den Rückblick und die Entlastungen durchführen, dann müsste uns jemand wegen eines Satzungsverstoßes anzeigen. Womit wir nicht rechnen. Sollten Wahlen anstehen und die entsprechenden Personen ihr Amt nicht mehr weiterführen wollen, dann müssen sie das Amt so lange ausüben bis entsprechende Nachfolger gewählt sind.“

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