Neckar-Odenwald

Gemeinderat Mudau In der jüngsten Sitzung standen viele Auftragsvergaben auf der Tagesordnung

Gremium tagte in der Odenwaldhalle

Archivartikel

Mudau.„Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen“, dachte sich wohl Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und verlegte die jüngste öffentliche Sitzung des Mudauer Gemeinderates am Mittwoch kurzerhand wegen der Corona-Vorschriften in die örtliche Odenwaldhalle. Trotz räumlicher Trennung zeigten die Ratsmitglieder zum größten Teil inhaltliche Einigkeit und demonstrierten so Handlungsfähigkeit des Gremiums.

Wasserrichtlinie der EU

Für Gesamtkosten in Höhe von etwas über 32 000 Euro wurde die Firma Kuhn aus Höpfingen mittels sogenannter „Freihandvergabe“ durch den Bürgermeister mit der von der EU geforderten Erweiterung der Phosphorelimination an der Kläranlage in Mudau betraut. Hierbei geht es um die Umsetzung einer neuen EU-Wasserrichtlinie, die Mudau dazu verpflichtet, im Ablauf der örtlichen Kläranlage einen Phosphatwert von 0,3 Milligramm pro Liter zu erreichen, der aktuell noch bei 0,8 Milligramm pro Liter liegt. Vorgesehen ist ein System zur Abwasserüberwachung und Optimierung der Prozesssteuerung zu installieren. Über eine Onlinemessung am Auslauf und die Anbindung an die vorhandene Steuerung soll durch eine ständige Messung für eine präzise, unmittelbare Fällmitteldosierung gesorgt werden. Der regelmäßigen jährlichen Wartung für rund 1000 Euro stimmte das Gremium ebenfalls zu. Für die Maßnahme sind bereits Fördermittel in Höhe von 80 Prozent aus Mitteln der Wasserwirtschaft zugesagt.

Ebenfalls Zustimmung erfuhr die Erneuerung der EDV-Anlage im Mudauer Rathaus. Wie durch die Verwaltung mitgeteilt wurde, läuft der seitherige Leasingvertrag mit einer Laufzeit von 60 Monaten aus und so werden sowohl der Hard- als auch der Softwarebereich auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Mit der Lieferung der Komponenten wurde die Firma RBI Rittershofer aus Rheinstetten zum Auftragspreis von 47 656 Euro und mit der Installation des PC-Netzes die Firma Iteos aus Heilbronn für 14 000 Euro beauftragt. In Höhe von 10 956 Euro werden die notwendigen Lizenzen für die Software bei der Firma Comparex aus Leipzig erworben. Da man in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Leasing der EDV gemacht hat, wurde der gesamte Leasingvertrag für den Erwerb der Hard- und Software an die Firma CHG-Meridian aus Weingarten zu einem monatlichen Leasingpreis in Höhe von 810,14 Euro (Brutto) bei einer Laufzeit von 60 Monaten vergeben.

Erneuerung eines Kessels

Ausdrücklich beschlossen wurde in einem anderen Tagesordnungspunkt mit Sicherstellung der Finanzierung durch Mittelbindung im Erfolgsplan der Mudauer Wasserversorgung auch die Erneuerung des durch eine TÜV-Überprüfung beanstandeten Druckwindkessels im Zwischenpumpwerk Waldauerbach. Der Gemeinderat beschloss hierbei nach Erläuterungen eine Arbeitsvergabe an die Firma Schuler aus Mosbach zum Angebotspreis von 13 336 Euro. Ebenfalls notwendig wird eine neue Förderpumpe am Tiefbrunnen II für circa 10 700 Euro, die die Firma Andritz aus Schwäbisch Gmünd glücklicherweise auf Lager hat.

„Nachdem die Bauarbeiten für die Umnutzung der Grundschule zur künftigen Nutzung als Krippengruppenräume in vollem Gange sind, können wir die Beschaffung der Möblierung, Ausstattung mit Spielzeug und Außenspielgeräte vornehmen“, teilten die Verantwortlichen des zuständigen Büros Wolfram Architekten mit. Ziel sei es, dass die Geräte und Möbel auch später im geplanten Neubau der Krippengruppen in der Langenelzer Straße verwendet werden.

Wie Christoph Müller als zuständiger Sachbearbeiter im Bauamt mitteilte, soll die Nutzung der provisorischen Krippengruppen in der Schule Mudau nach den Kindergartensommerferien in diesem Jahr erfolgen. Der Gemeinderat beauftragte die Firma Dusyma aus Schorndorf mit der Lieferung der Möbel, Ausstattung und der Außenspielgeräte zum Bruttopreis von 33 101 Euro.

Weiter stellte das Gremium die Kosten für die Verlängerung des Gehweges im Bereich Langenelzer Straße/Bahnhofstraße mit 97 055 Euro und die Kosten die Wasserleitungssanierung in der Langenelzer Straße für 111 866 Euro fest. Die Maßnahme wurde durch die Firma Meny Bau aus Mosbach durchgeführt und innerhalb des Finanzierungsrahmens bereits abgerechnet. Ebenfalls festgestellt wurden auch die Kosten in Höhe von 82 377 Euro für die Erschließung des Geländes der ehemaligen Straßenmeisterei in Mudau. Die Arbeiten durch die Firma Mackmull aus Muckental wurden 2018 durchgeführt und nach dem Neubau des Penny-Marktes 2019 komplett beendet.

Im Nachtrag genehmigt wurde auch die Eilentscheidung des Bürgermeisters zur Lieferung und Verlegung der Glasfaserversorgung an die Firma Konrad-Bau aus Königshofen zum Bruttoangebotspreis von 39 506 Euro. Diese Nachtragsvergabe wurde notwendig, da bei der Vergabe der Erschließungsarbeiten des „Rumpfener Buckels“ noch nicht absehbar war, dass die Deutsche Telekom keinerlei Glasfaserversorgung in dem neu entstehenden Baugebiet vorsah. Abgelehnt wurde dagegen ein Bauantrag der Firma Tobika aus Mörlenbach zur Nutzungsänderung von Nebenräumen des ehemaligen Penny-Marktes in eine Spielothek. Vorgesehen waren acht Geldspielgeräte und Geräte ohne Gewinnmöglichkeit. Gleichzeitig beschloss der Gemeinderat die Änderung des Bebauungsplanes „Oberer Sotteich“ und verweigerte dem Antragsteller das Einvernehmen auf Errichtung einer Spielhalle in diesem Bereich.

Zu Kenntnis nahm man nach der frühzeitigen Bürgerbeteiligung und Behördenanhörung die Ergebnisse und beschloss eine weitere Behandlung der Änderungen im Bebauungsplan „Bahnhofsumfeld II-Langengarten“ und in der Abgrenzungssatzung der Ortsteile Mörschenhardt, Schloßau und Steinbach sowie deren Offenlegung. L.M.

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