Neckar-Odenwald

„Gönn’ Dir eine Pause“

Liebe Leserin, lieber Leser! „Have a break, have a kitkat!“ Bestimmt kennen Sie diesen Werbeslogan für den Schokoriegel. Sehr frei übersetzt heißt das: Gönn dir eine Pause, iss’ ein kitkat! Interessant ist dabei das englische Wort ‚break’ für Pause – da stecken der Bruch bzw. die Unterbrechung drin. Wir unterbrechen unsere momentane Tätigkeit und machen eine Pause, nehmen uns eine Auszeit. Pausen sind oft verbunden mit Genuss, im Fall der Werbung eben mit einem Schokoriegel. Geschickt gemacht von den Werbetextern, denn dieses Bild von der Pause, in der wir durch Nahrung wieder Kraft schöpfen wollen, ist tief in uns verwurzelt, es gilt für jede Rast. Jesus verspricht uns keine Schokolade in der Pause. Er hat etwas viel besseres im Angebot: Seelenruhe verspricht er allen, die zu ihm kommen.

(28) Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.

(29) Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.

(30) Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. (Mt 11,28-30)

Was aber bedeutet diese ‚Seelenruhe’? In unserem Sprachgebrauch benutzen wir eher das Adverb, wenn jemand seelenruhig etwas tut. Seelenruhe, das ist keine 20-Minuten-Pause, nach der es schnell wieder weitergehen muss. Gemeint ist auch nicht die ewige Seelenruhe im Tod, die von der unbiblischen Vorstellung herkommt, dass die unsterbliche Seele im Moment des Todes den sterblichen Körper verlässt. Die Seelenruhe, die Jesus gerade den schwer Beladenen zusagt, geht den ganzen Menschen an und meint äußeren und inneren Frieden. Wie aber will Jesus zu dieser umfassenden Seelenruhe verhelfen? Und das auch noch gerade denen, die ohnehin in einer schwierigen Lebenssituation sind? Was ist sein Geheimrezept? Die Antwort ist denkbar einfach: Jesus selbst ist ruhig. Und Ruhe überträgt sich, das weiß jeder, der schon einmal ein kleines Kind beruhigt hat. Jesus weiß, dass wir uns oft selbst das Leben schwer machen. Ein Grund dafür liegt darin, dass wir denken, alles aus eigener Kraft schaffen zu müssen. Jesus erinnert uns daran, dass wir uns nicht uns selbst verdanken, sondern Gott. Getragen von dieser Zusage dürfen wir unser Leben ohne den Anspruch leben, uns selbst pausenlos perfektionieren zu müssen. Und wenn ich doch immer wieder zu der Frage komme, ob ich denn nicht doch selbst etwas für diese Seelenruhe tun kann, hilft mir ein Satz von Martin Schleske: Die wesentlichen Dinge kannst du nicht machen, sondern nur empfangen. Aber du kannst dich empfänglich machen. (Martin Schleske)

Christine Stockert, Pastoralreferentin in der Katholischen Kirchengemeinde MOSE, Mosbach-Elz-Neckar

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