Neckar-Odenwald

Grüne Klimaziele und Gesundheitsversorgung im Blick

Geburtshaus könnte lange Anfahrten unnötig machen

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Die anhaltenden Kontaktbeschränkungen führen dazu, dass auch der politische Austausch in den Parteien weitgehend im Netz stattfindet. So hat der Kreisverband Neckar-Odenwald von Bündnis 90/Die Grünen am 22. April seine erste digitale Kreisvorstandssitzung abgehalten.

Zuvor wurde bereits das grüne Grundsatzprogramm am 5. April per Videoschalte diskutiert. Die Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner fasste zusammen, dass der Mensch in seiner Würde und Freiheit weiterhin im Zentrum des Grünen Programms steht. In Zeiten wie diesen werde deutlich, dass nur eine starke Demokratie die Grundlage für erfolgreichen Umweltschutz und auch den Umgang mit Pandemien ist.

Sorgen um die Landwirtschaft

Die Kreisvorstandssitzung beschäftigte sich intensiv mit der Corona-Pandemie. Daneben bereitete den Kreisvorständen das Klima und die anhaltende Trockenheit große Sorgen. Auch im Odenwald sei an manchen Stellen bereits die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe erreicht. Damit würden die ohnehin angeschlagenen Wälder weiter strapaziert. Darüberhinaus drohe der Landwirtschaft durch den unergiebigen Frühjahrsregen eine Missernte. Das neue Konjunkturprogramm müsse deshalb die Klimaziele im Blick behalten, so war man sich einig. „Klimawandel hat keine Kurzarbeit beantragt. Jede Wirtschaftsförderung für den Wiederaufbau nach der Coronakrise muss an den Klimazielen ausgerichtet werden“, so Beisitzer Thomas Schaupp.

Kritisch kommentiert wurden die Einsparungen an den Neckar-Odenwald-Kliniken und die Schließung der Mosbacher Geburtsstation zum 19. April. Die Gesundheitspolitik der Bundesregierung führe dazu, dass Gesundheitseinrichtungen trotz hoher Auslastung finanziell unterversorgt seien. „Das Ziel von Krankenhäusern sollte die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sein, nicht Gewinnmaximierung“, so Kreisvorstand Andreas Klaffke.

Auch Kreisvorsitzende Amelie Pfeiffer sprach sich für eine Umstrukturierung der Krankenhausfinanzierung vom Bund aus und unterstützt die aktuelle Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft nach Aussetzung des Fallpauschalensystems zur Finanzierung der Krankenhäuser während der Coronakrise. „Wir werden uns weiterhin für eine gute Grundversorgung vor Ort stark machen. In der aktuellen Coronakrise zeigt sich, wie wichtig der schnelle Zugang zu einer hochwertigen medizinischen Versorgung ist. Das gilt auch für die Zeit während der Schwangerschaft und Geburt.“

Ein Antrag für ein neues Gesundheitszentrum mit Schwerpunkt Geburt in Mosbach, in dem neben einer verbesserten Vor- und Nachsorge mittelfristig auch außerklinische Geburten möglich sein sollen, ist bereits im Gespräch. Ein solches Geburtshaus könne zukünftig eine Alternative zu langen Fahrten in die nächste Klinik sein, so die Grünen.

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