Neckar-Odenwald

Naturkindergarten „Wald- und Wiesenwichtel“ Seit einem Jahr gibt es die Einrichtung der Johannes-Diakonie Schwarzach

„Für frische Luft ist bei uns immer gesorgt“

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Es hat sich viel getan. Wo einst eine Pferdekoppel lag, steht heute ein bunt gestalteter Bauwagen. Auf dem umzäunten Gelände rund herum gibt es Spielgeräte und großzügige Wiesen. Schutz gegen Sonne und Regen bietet ein Zeltdach. Darunter stehen Hocker im Kreis. Vor einem Jahr wurde der Naturkindergarten „Waldund Wiesenwichtel“ der Johannes-Diakonie gegründet; inzwischen besuchen ihn acht Kinder. Und in den nächsten Monaten werden weitere hinzukommen.

Kindergartenleiter David Klein und seine Kolleginnen Jule Fischer und Wiebke Rademaker ziehen nach dem ersten Jahr zufrieden Bilanz – trotz Rekordhitze im vergangenen Sommer und feucht-kühlen Tagen im Winter. Wobei: „Gefroren haben eigentlich nur wir Erwachsene“, erinnert sich Jule Fischer. „Die Kinder bleiben durch die viele Bewegung von selbst warm.“ Andererseits macht gerade der enge Kontakt zu Wetter, Wald und Wiesen den besonderen Reiz des Naturkindergartens aus: immer draußen sein, die Elemente spüren, die Natur als Spielplatz nutzen, indem etwa aus frischen Holunderblüten Sirup gemacht wird.

Anderes unterscheidet sich kaum von anderen Kindergärten. „Wir haben jeden Tag einen festen Ablauf“, erklärt David Klein. „Auf die Bringzeit folgt der Morgenkreis. Dann machen wir meistens einen kleinen Ausflug.“ Lohnende Ziele gibt es viele: Außer Wald und Wiesen liegen die Jugendfarm Schwarzach mit ihren Tieren sowie der Sinnesgarten der Johannes-Diakonie in Reichweite. Und rund um den Bauwagen gibt es stets etwas zu tun. Inzwischen wurde ein Elternbeirat gegründet, der sich an der weiteren Ausgestaltung des Naturkindergartens beteiligt.

Die Corona-Pandemie hat auch der Naturkindergarten zu spüren bekommen. Wochenlang ruhte der Betrieb. Das Team nutzte die Zeit, um an der Ausstattung Hand anzulegen. Ein neues Sonnendach wurde aufgebaut und ein „Matschetisch“ errichtet. Seitdem der Naturkindergarten wieder geöffnet hat, ist beim Bringen zunächst Hände waschen und desinfizieren angesagt. Andere Corona-Schutzmaßnahmen wie häufiges Lüften erledigen sich von selbst. Denn: „Für viel frische Luft ist bei uns immer gesorgt“, scherzt Klein.

Wie das Team zieht auch Jennifer Nitsche eine positive Bilanz nach dem ersten Kindergartenjahr. Ihre Tochter Amelie (4) war von Anfang an dabei. „Als ich von der Eröffnung hörte, hat mich das gleich interessiert“, erzählt Nitsche, die im nahegelegenen Schwarzach wohnt. Das Team habe ihrer Tochter den Start leicht gemacht, sei sehr auf deren Bedürfnisse eingegangen. Fürs tägliche Abschiedsritual sei eigens ein Podest gebaut worden, von dem aus die Kinder den Eltern zum Abschied winken können.

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