Neckar-Odenwald

Weitere Themen aus der Kreistagssitzung Zeitliche Verzögerungen beim GTO-Planungswettbewerb

„Fairtrade“-Auszeichnung im Blick

Neckar-Odenwald-Kreis.In der Kreistagssitzung am Mittwoch in Walldürn wurde auch die Initiative des Neckar-Odenwald-Kreises zur Anerkennung als „Fairtrade“-Landkreis thematisiert. Im Jahr 2000 in Großbritannien gestartet, setzt sich die weltweite „Fairtrade Towns“-Kampagne dafür ein, Fairness, Gleichberechtigung und nachhaltige Entwicklung im Handel zu fokussieren. Mehr als 2200 „Fairtrade Towns“ machen bereits mit, wobei „Towns“ als einheitliche Bezeichnung für alle kommunalen Ebenen, also auch Landkreise, gilt. Allein in Deutschland beteiligen sich 670 Städte, Gemeinden und Landkreise.

Neue Impulse setzen

Die Ziele der Kampagne sind unter anderem die Bündelung bestehender Aktivitäten, die Übernahme sozialer Verantwortung und die Vernetzung mit anderen „Fairtrade Towns“ und Einrichtungen. Außerdem sollen Impulse für das Thema nachhaltige Beschaffung gesetzt und neue Projekte angestoßen werden. Die Verwaltung möchte das Projekt nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als willkommene Ergänzung zur Regionalvermarktung sehen. Diese kann sogar in die Kampagne integriert werden, wie es bereits der Landkreis Miltenberg macht. „Eine Bewerbung könnte die schon jetzt bestehende gute Vernetzung innerhalb einzelner ,Fairtrade’-Initiativen im Kreis weiter aufwerten, potenzielle neue Beteiligte motivieren und das generelle Bewusstsein aller Bürger für einen adäquaten Konsum von Lebensmitteln steigern“, hieß es vonseiten der Verwaltung.

Um den Titel „Fairtrade Town“ zu erhalten, müssen fünf Kriterien erfüllt werden. Dazu zählt unter anderem, dass in mindestens 25 lokalen Einzelhandelsgeschäften sowie in 13 Gastronomien jeweils mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten werden. Zudem müssen bei Sitzungen der Ausschüsse und des Kreistags sowie im Büro des Landrats „Fairtrade“-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet werden.

Die Fraktionen stimmten mit Ausnahme der AfD dem Vorschlag zu, die Auszeichnung anzustreben und die Verwaltung damit zu beauftragen, alle weiteren Schritte umzusetzen. Dabei soll insbesondere die inhaltliche Verknüpfung zur Vermarktung regionaler Produkte besonderes Augenmerk bekommen, hieß es im Beschlussvorschlag.

So machte unter anderem Kreisrat Jürgen Galm (CDU) darauf aufmerksam, dass neben Krieg und politischer Verfolgung vor allem unfaire Einkünfte Gründe sind für Fluchtbewegungen. Zu häufig, und da wolle er sich selbst nicht ausnehmen, werde zum Billigprodukt gegriffen. „Wenn wir aber bereit sind, einen zwar höheren, aber angemesseneren Preis zu zahlen, dann handeln wir sozialer, ökonomischer und ökologischer. Und das sichert eine bessere Qualität.“ Gleichwohl sei ihm bewusst, dass nicht jeder mehr Geld ausgeben könne.

Abgabe verschoben

Weiteres Thema in der Sitzung war ein aktueller Zwischenstand zum Planungswettbewerb für den Neubau des Ganztagsgymnasiums Osterburken (GTO). Nach dem Bewerbungsverfahren wurden 25 Architektenbüros ausgewählt, die Ende Januar die Unterlagen erhalten haben. Anfang März fand ein Rückfragenkolloquium vor Ort im GTO statt, bei dem Fragen geklärt wurden. Derzeit erstellen die Büros ihre Entwürfe. Ursprünglicher Abgabetermin war eigentlich der 24. April, das Preisgericht sollte etwa einen Monat später seine Entscheidung bekanntgeben. Durch die Corona-Krise wurden die Pläne jedoch durcheinandergewirbelt. Neuer Abgabetermin ist der 18. Mai, das Preisgericht tagt am 22. Juni. Die Vorstellung der Ergebnisse des Planungswettbewerbs und die Beauftragung des ausgewählten Büros sind in der Kreistagssitzung am 27. Juli geplant.

Der Kreisrat beschloss in seiner Sitzung die weitere Förderung der Musikschulen im Landkreis. Die Musikschule Mosbach erhält einen Zuschuss in Höhe von 21 080 Euro und die Joseph-Martin-Kraus-Musikschule Buchen 11 240 Euro. Die Städtische Musikschule Walldürn erhält 4640 Euro und die Musikschule Hardheim 3040 Euro. Eine finanzielle Förderung durch den Landkreis erhält auch weiterhin die Volks- und Chormusik. Das Gremium genehmigte den Betrag in Höhe von 5964 Euro an den Blasmusikverband Tauber-Odenwald-Bauland. Auch der Chorverband Mosbach (3540 Euro), der Sängerkreis Buchen (1212), Chorverband Kurpfalz Heidelberg (564) und der Sängerbund Badisch-Franken (720) werden unterstützt.

Landarzt-Stipendien beschlossen

Im Rahmen der Sitzung wurden auch noch Eilentscheidungen des Landrats verkündet. So machte Brötel den Weg frei für die Einrichtung eines einjährigen Technischen Berufskollegs an der Zentralgewerbeschule Buchen für die Schuljahre 2020/21 und 2021/22. Zugestimmt wurde auch der Bewerbung des Landkreises im Rahmen des Förderaufrufs „Kommunale Pflegekonferenzen BW – Netzwerke für Menschen“ und dem Konzept dazu. Der Start des Landarzt-Stipendiums zum Wintersemester 2020/21 wurde ebenfalls bewilligt. ms

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