Neckar-Odenwald

In Mosbach Urkunden der Brotprüfung wurden im Rathaussaal überreicht

Ergebnis war insgesamt „hervorragend“

Archivartikel

Mosbach/Buchen.In der Filiale der Bäko Südwest in Buchen unterzogen sich bereits Mitte März zum ersten Mal acht Mitgliedsbetriebe der neu formierten Bäckerinnung Neckar-Odenwald an zwei Tagen einer freiwilligen Qualitätsprüfung für Brot und Brötchen. Jeder Betrieb ließ hierbei einen Teil aus seinem Gesamtsortiment kritisch in Augenschein nehmen.

Vom Deutschen Brotinstitut wurden vom ehrenamtlichen Prüfer Siegfried Brenneis 63 Brote und 20 Brötchen untersucht und getestet. Insgesamt war das Ergebnis der Bäckerinnung „hervorragend“. Alle eingereichten Brote und Brötchen wurden prämiert. 18 Brötchen (90 Prozent) erhielten die Bestnote „sehr gut“ (Gold) und zwei die Note „gut“ (Silber). 52 Brote (82,5 Prozent) wurden für „sehr gut“ und elf für „gut“ befunden. Bei der Qualitätsprüfung, einer freiwilligen Selbstkontrolle der deutschen Bäckermeister, erfolgt die Feststellung von Fehlern und die Bewertung nach den Richtlinien der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Die Prüfkriterien setzen sich zusammen aus: Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaft, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität sowie Geruch und Geschmack. Maximal können 100 Punkte und damit die Bestnote „sehr gut“ erreicht werden.

Reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, Eiweiß und Kohlenhydraten ist Brot heute für Ernährungswissenschaftler und Mediziner eine Grundlage unserer Ernährung und eine der wichtigsten Quellen für zahlreiche lebensnotwendige Nährstoffe. Erfindungsreichtum und Fantasie vieler Bäckergenerationen ist es zu verdanken, dass Zutaten und die Backverfahren immer neu variiert und verfeinert wurden.

Das einstige Grundnahrungsmittel Brot hat sich zu einem Genussmittel gewandelt, das mit immer neuen Rezepturen die Zunge und den Gaumen der Konsumenten anspricht. Genießer haben hierzulande die Wahl zwischen 300 unterschiedlichen Brotsorten und 1200 Klein- und Feingebäcksorten.

In einer kleinen Feierstunde, zu der Obermeister Peter Schlär in den Unteren Rathaussaal in Mosbach eingeladen hatte, wurden im Beisein von MdB Alois Gerig, Landrat Dr. Achim Brötel, Mosbachs Oberbürgermeister Michael Jann, dem ehemaligen Kreishandwerksmeister und Bäcker-Obermeister Friedbert Englert sowie Michael Windmeißer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Neckar-Odenwald-Kreis, die Gold- und Silberurkunden an die erfolgreich teilnehmenden Fachbetriebe ausgehändigt.

Mit dabei waren: Breunig (Hainstadt), Englert (Dallau), Leiblein (Walldürn), Mayer (Neckarelz), Münkel (Schloßau), Müssig (Walldürn), Schlär (Mudau) und Seitz (Gerichtstetten).

Peter Schlär wies darauf hin, dass die Handwerksbäcker ihre hochwertigen Backwaren täglich aus regionalem Mehl von heimischen Mühlen und auserwählten Rohstoffen selbst herstellen. Die Brotprüfung sei eine gute Sache, denn sie mache auch auf Fehler aufmerksam und sie schütze die Bäcker vor „Betriebsblindheit“.

Michael Jann freute sich, dass die Handwerksbäcker in der Corona-Krise einen „guten Job“ gemacht hätten. Die örtlichen Bäcker seien ein Garant für die Nahversorgung im ländlichen Raum

Alois Gerig ging bei der Urkundenverleihung auf die regionale Wertschöpfung (Landwirt – Müller – Bäcker) bei der Produktion von Backwaren ein. Die Verbraucher hätten in der Krise die einheimischen handwerklichen Bäcker wertschätzen gelernt, deren Produkte in Vielfalt und Qualität einzigartig seien. „Qualität kann man schmecken und im Brot steckt Heimat“, war sich Achim Brötel sicher. Corona habe den Menschen auch gezeigt, wie wichtig Regionalität sei.

In den ausgezeichneten Bäckereifachgeschäften hängen als sichtbares Zeichen für (sehr) gute Brot- und Brötchenqualität die Urkunden und Zertifikate als Information und Werbung für die Kunden aus.

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