Neckar-Odenwald

Wohn- und Pflegezentrum Hüffenhardt Aufsichtsrat und Kreistag beschäftigen sich in den nächsten Tagen mit der Zukunft der Einrichtung

Ein möglicher Betreiber stellt sich vor

Neckar-Odenwald-Kreis.Die Zukunft des Wohn- und Pflegezentrums in Hüffenhardt wird den Kreistag bei seiner Sitzung am Mittwoch, 16. Oktober, in Schefflenz beschäftigen. Bereits im Frühjahr hatte das Gremium beschlossen, die Einrichtung zu verkaufen, doch der vorgesehene Betreiber Convivo zog seine Zusage wieder zurück (die FN berichteten).

Nun steht mit „Domus Care“ ein neuer möglicher Betreiber im Raum. Der Aufsichtsrat der Neckar-Odenwald-Kliniken wird sich bereits am Samstag, 12. Oktober, in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen.

Gespräche mit „Domus Care“

Hintergrund ist, so die Vorlage der Kreisverwaltung zur Kreistagssitzung am Mittwoch, dass der im Frühjahr gewonnene Investor, die Luehrsen Investment Gruppe aus Bremen, nach wie vor zu dem Erwerb der Einrichtung und zu den damals vereinbarten Konditionen stehe. Der Investor habe deshalb auch Kontakt zu „Domus Cura“ als potenziellem Betreiber aufgenommen. Dieses Unternehmen, das laut Kreisverwaltung bereits zwei weitere Pflegeeinrichtungen im Neckar-Odenwald-Kreis betreibt, ist sehr interessiert daran, auch das Wohn- und Pflegezentrum Hüffenhardt zu übernehmen.

„Domus Cura“ wird sich in der Kreistagssitzung dem Gremium vorstellen, dem dann auch eine Beschlussempfehlung des Aufsichtsrates vorliegen wird.

Defizit erwirtschaftet

Der im Mai in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossene Verkauf des Wohn- und Pflegezentrums in Hüffenhardt steht vor dem Hintergrund, dass die Einrichtung in den vergangenen Jahren regelmäßig hohe Verluste erwirtschaftet hat. Im Jahr 2018 betrug das Defizit laut Kreisverwaltung 658 000 Euro. Im laufenden Jahr sei mit einem noch schlechteren Ergebnis zu rechnen.

Marktsituation wird schwieriger

Als Gründe werden die hohen Personalkosten und vor allem eine zu niedrige Belegung genannt. Zudem werde sich die Marktsituation durch neu entstehende Pflegeplätze und gleichzeitigen Fachkräftemangel noch weiter verschärfen.

Eine Strategie, die Betriebsergebnisse des Pflegezentrums nachhaltig zu verbessern, könne die Kliniken-gGmbH in der aktuellen Situation selbst nicht leisten, so die Vorlage zur Sitzung. Zudem ist der Betrieb einer Seniorenwohnanlage keine Pflichtaufgabe eines Landkreises – die Akutkrankenhäuser dagegen schon. sab

Zum Thema