Neckar-Odenwald

Die Bioenergietonne richtig nutzen Madenbefall bei hohen Temperaturen kann vermieden werden / Die KWiN gibt Tipps

Ein kühler Standort hilft schon viel

Bei steigenden Temperaturen kann Leben in die Bioenergietonnen mit dem grünen Deckel kommen. Die KWiN gibt Tipps zur richtigen Nutzung.

Neckar-Odenwald-Kreis. Zunächst weist die KWiN mit Blick auf unwillkommenen Besuch in der Bioenergietonne darauf hin, dass die kleinen weißen, in Scharen auftretenden Maden nicht gesundheitsgefährlich sind. „Es sind Fliegenlarven, die wenige Tage nach der Eiablage schlüpfen und sich nach etwa einer Woche verpuppen, bevor sie als neue Fliegengeneration wieder schlüpfen“, erklärt die KWiN in einer Pressemitteilung. Abgesehen vom unangenehmen Anblick sei nichts von ihnen zu befürchten. Dennoch erschrecke natürlich mancher, wenn er sie an heißen Sommertagen in der Bioenergietonne entdeckt.

Die sommerlichen, hohen Temperaturen fördern eine vorzeitige Vergärung schon in den Bioenergietonnen, obwohl diese doch erst in der Behandlungsanlage einsetzen sollte. Was lässt sich dagegen tun? Ganz einfach: Maßnahmen, die einen biologischen Abbau der Abfälle verzögern; denn nichts anderes sind Vergärungs- und Faulungsvorgänge.

Wo möglich, sollten die Bioenergietonnen schattig und kühl stehen: Unter Bäumen und Büschen, an der Nordseite des Hauses, unterm Car-Port oder notfalls auch in der Garage. So wie hohe Temperaturen den biologischen Abbau der Abfälle fördern, so verzögern ihn tiefe Temperaturen. Die biologischen Abbauvorgänge finden ja nicht „von selbst“ statt, sondern im Wesentlichen durch mikroskopisch kleine Lebewesen: Bakterien und Pilze. Die fühlen sich eher in wärmeren Gefilden wohl. Für etliche Kleinstlebewesen sind auch noch Temperaturen um die 60 Grad im Wohlfühl-Bereich.

Neben den verfügbaren Nährstoffen, also den Abfällen in der Bioenergietonne, ist ein weiterer begrenzender Faktor für biologische Abbauvorgänge die vorhandene Menge an Wasser. Flüssige Abfälle, wie Reste von Soßen, Suppen oder Salat-Dressings gehören grundsätzlich nicht in die Bioenergie-Tonnen, sie sind ein Fall für den Ausguss. Bestimmte Obst- und Gemüsereste wie Melonen, Tomaten und Gurken neigen aber insbesondere beim Verderben zu starkem Austropfen. Derartige Abfälle sollten portionsweise in Papier verpackt in die ohnehin schon mit Zeitungspapier, Eierkartons oder Obstschalen aus Papierschliff ausgelegten Vorsortierer und Bioenergietonnen gefüllt werden. Für das Einwickeln der Einzel-Portionen können auch Papiertüten vom Bäcker, Metzger oder Wochenmarktstand genutzt werden. Das Aufsaugen von Nässe trägt deutlich zur Sauberkeit der Vorsortiergefäße bei. Es beugt der Entwicklung von Gerüchen vor, und macht die Vorsortiergefäße samt Inhalt auch weniger einladend für unerwünschte Bewohner, wie Fliegen, Wespen und deren Nachkommen. Zusätzlich sollten die Bioabfälle möglichst locker eingeschichtet, und keinesfalls in die Gefäße eingepresst werden.

Deckel schließen

Den Deckel von Vorsortier-Eimer und Bioenergietonne immer geschlossen halten, damit keine Fliegen und andere Insekten angezogen werden. Fliegen und Maden hält man außerdem fern, indem der Tonnenrand ab und zu mit Essig besprüht oder abgewischt wird. Ist der Deckelrand möglichst sauber, wird er nicht zum bevorzugten Eiablageplatz. Verschmutzte Bioenergietonne bei Bedarf mit Wasser reinigen.

Saugfähiges Papier (kein Farb-/Hochglanzpapier) in die Bioener-gietonne geben. Neben Zeitungspapier eignen sich hierfür auch alte Eierkartons und gebrauchtes Packpapier. Das saugt die Feuchtigkeit auf und erschwert daher die Lebensbedingungen für Insekten.

Stark eiweißhaltige Lebensmittelreste sollte man immer in Zeitungspapier einwickeln (Fisch, Fleisch, Eier, Wurst, Milchprodukte wie Käse oder Joghurt). Diese Lebensmittelreste locken besonders gern Fliegen an. Die KWiN weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass Plastiktüten in der Bioenergietonne nichts zu suchen haben.

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