Neckar-Odenwald

Vor genau zehn Jahren gegründet Am 17. November 2010 entstand der Ambulante Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis

Den Tagen mehr Leben gegeben

Neckar-Odenwald-Kreis.„Happy Birthday!“: Der Ambulante Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis feiert an diesem Dienstag seinen zehnten Geburtstag.

Mit vereinten Kräften haben nach intensiver Vorbereitungszeit unter anderem die Hospizdienste Hardheim, Osterburken-Adelsheim, Mosbach, die Initiative Schmetterling, die Sozialstationen, die Landkreisverwaltung, der Kreisseniorenrat, der Kinderschutzbund, die Johannes-Diakonie, das Diakonisches Werk, der Caritas-Verband, einige Privatpersonen und nicht zuletzt Landrat Dr. Brötel als engagierter Schirmherr am 17. November 2010 den Ambulanten Kinderhospizdienst des Neckar-Odenwald-Kreises als gemeinnützigen Verein gegründet. Damit sei eine „ echte Angebotslücke in unserem Kreis“ geschlossen worden, stellte schon damals der Landrat fest.

Wichtige Aufbauarbeit geleistet

Seither ist es auch im Neckar-Odenwald-Kreis möglich, lebensverkürzend erkrankte Kinder und ihre Familien zu begleiten und zu betreuen – nach dem Motto von Cicely Saunders: „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben“. Seit der Gründung war Jürgen Kriege neun Jahre lang als Vorsitzender des Vereins das „Gesicht“ des Kinderhospizdienstes, leistete wichtige Aufbauarbeit und akquirierte unermüdlich Spenden, damit die Begleitung der Kinder gewährleistet werden konnte.

Unterstützt durch die Spendenbereitschaft von Privatpersonen, Unternehmen, Vereinen, Gruppen und Organisationen im Landkreis wurde ein Netzwerk aufgebaut, das nicht nur lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familien unterstützt, sondern auch Kinder, von denen ein Elternteil palliativ erkrankt ist.

Vertreter der Johannes-Diakonie, des Diakonischen Werkes und des Caritas-Verbandes unterstützen seit der Gründung als Vorstandsmitglieder die weitreichenden Aufgaben, bringen ihr wertvolles Fach- und Sachwissen in das Gremium ein und tragen somit zur erfolgreichen Arbeit des Ambulanten Kinderhospizdienstes bei.

Inzwischen beschäftigt der Verein zwei Koordinatorinnen in Teilzeit und verfügt über einen hervorragenden und zuverlässigen „Stamm“ an gut ausgebildeten ehrenamtlichen Hospizbegleitern.

Regelmäßig leisten sie wertvolle Kinderhospizarbeit in den Familien und werden dort oft sehnlichst erwartet. Unterstützung erfahren sie bei ihrer Aufgabe durch gemeinsame Gruppenabende, Supervisionen und Fortbildungen sowie durch die Koordinatorinnen, die sie umfassend betreuen.

Diese organisieren regelmäßige Familiennachmittage, Geschwisterangebote, ein Angebot für trauernde Kinder, Vorträge und Informationsveranstaltungen an Schulen, Kindergärten, bei Vereinen und anderen Organisationen. 2019/20 konnte auch der Wunsch nach der Absolvierung einer Trauerbegleiterausbildung für Kinder und Jugendliche erfüllt werden. Die Kinderhospizbegleiter werden so für ihre Aufgaben gestärkt und erhalten wichtige Impulse für den Umgang mit den Abschied nehmenden Familien.

Stetige Ausbildung

Aktuell werden neue Kinderhospizbegleiter qualifiziert, damit die Kinderhospizarbeit in den nächsten Jahren in vollem Umfang gewährleistet werden kann. Die eigene emotionale Betroffenheit und der andere Umgang der Kinder und Jugendlichen mit der Endlichkeit erfordern ein besonderes Ausbildungskonzept, das im „Celler Modell“ umgesetzt wird. Seit der Gründung ist dies nun der fünfte Kurs, den der Ambulante Kinderhospizdienst anbietet und der künftige ehrenamtliche Hospizbegleiter umfassend in Theorie- und Praxisphasen auf die wichtige Aufgabe vorbereiten soll.

Auch wenn die unterschiedlichen Feierlichkeiten zum zehnten Jubiläum Corona zum Opfer gefallen sind, blicken alle Verantwortlichen dankbar auf die Kinderhospizarbeit im Neckar-Odenwald-Kreis.

Die Verantwortlichen bedanken sich bei den Gründern für ihre Weitsicht und Umsicht und bei allen, die in den ersten Jahren Motor waren und „Anschubhilfe“ geleistet haben: bei allen Vorstandsmitgliedern, die in den zehn Jahren die Geschicke des Vereins gelenkt haben, bei allen Koordinatorinnen und Geschäftsführern, für die der Einsatz nicht nur „Job“, sondern Herzensangelegenheit war und ist, bei allen ehrenamtlichen Kinderhospizbegleitern, ohne die der Ambulante Kinderhospizdienst gar nicht existieren könnte.

Der Dank geht auch an alle Familien und Kinder, die in diesen zehn Jahren dem Ambulanten Kinderhospizdienst ihr Vertrauen geschenkt und die Unterstützung angenommen haben. Die Verantwortlichen des Vereins bedanken sich auch bei denjenigen, welche den Kinderhospizdienst in welcher Art auch immer unterstützt haben.

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