Neckar-Odenwald

Neckar-Odenwald-Tage Beim Gesundheitstag wurden die Waldbrunner Grundschüler über Ernährung und Hygiene informiert

Den inneren Schweinehund „aufgeklärt“

Waldbrunn.„Eigentlich müsste jeden Tag Gesundheitstag sein“, meinte Landrat Dr. Achim Brötel bei seiner Begrüßung zum Gesundheitstag gestern in der Sporthalle der Winterhauchschule. „Derzeit sowieso.“ In diesem Jahr richtete sich die vom Landratsamt organisierte Veranstaltung im Rahmen der Neckar-Odenwald-Tage an die Waldbrunner Grundschüler und stand unter dem Motto „Gesundes Essen, das ist bunt – lernt zusammen mit dem Inneren Schweinehund“. Sein Dank für die Organisation der Veranstaltung ging an Melanie Rudolf vom Landratsamt sowie an alle Beteiligten. „Ich kämpfe regelmäßig mit meinem inneren Schweinehund“, gab der Landrat zu. Und erntete bestätigendes Nicken von Waldbrunns Bürgermeister Markus Haas sowie Rektor Ulrich Schöpwinkel und den anwesenden Lehrern.

„Lieber den ganzen Tag chillen“

Für die Kinder war der „innere Schweinehund“ eher unbekannt und abstrakt. Aus diesem Grund erläuterte von der Landesinitiative Bewusste Kinderernährung (BeKi) Hanna Walter vom Fachdienst Landwirtschaft ihnen den Begriff. Anschließend riefen alle den „inneren Schweinehund“, gespielt von Dr. Stephanie Hoy vom Tinko-Kindertheater aus Gießen. Die braune Zottelfigur mit Schlappohren und Schweinsnase war jedoch noch sehr verschlafen und wunderte sich, dass die Kinder „so früh am Morgen“ schon wach sein konnten. Sie selbst würde lieber den ganzen Tag chillen. „Schließlich ist es ja total wichtig sich auszuruhen!“, so die Meinung des „inneren Schweinehunds“. Und wie ginge das besser, als mit Chips und Fanta auf der Couch. „Wer mag Chips?“, rief er in die Runde und erhielt ein vielstimmiges „Ich!“ „Damit krieg ich sie immer“, freute sich die zottelige, liebenswerte Figur, die von Beginn an die Kinder in den Vortrag integrierte.

Es verwunderte nicht, dass die Wohlfühl-Pyramide des „inneren Schweinehunds“ hauptsächlich schlafen, ausruhen und chillen vorsah. Des Weiteren essen. Am liebsten Würstchen mit Pommes, Döner oder Süßes. Spaß haben beschränkte sich auf Computer spielen, Playstation oder auf der Couch sitzen. „Auf gar keinen Fall Sport machen!“, erläuterte der „innere Schweinehund“ den Kindern. Sport bitte nur aus der Perspektive des Zuschauers.

Sich „ausgewogen“ ernähren bedeutete für den „Schweinehund“ einen Kuchen in jeder Hand. Die Regel „fünf am Tag“ führte er ad absurdum, indem er sie auf fünf Burger oder fünf Portionen Pommes anwendete. Die übertriebenen Darstellungen sorgte bei den Grundschülern für Gelächter, aber immer wieder riefen einige dazwischen, dass dies ungesund sei. Hanna Walter erklärte daraufhin gemeinsam mit den Mädchen und Jungen dem „inneren Schweinehund“, wie gesundes, ausgewogenes Essen wirklich aussieht.

„In Maßen, nicht in Massen“

Wasser statt Cola und Fanta: Ein herber Schlag für den „inneren Schweinehund“. Natürlich viel Obst und Gemüse. Das freute das zottelige Tier: „Apfelkuchen mag ich“. Die Kinder konnten nur die Köpfe schütteln. „Alles Obst ohne Kuchen“, rief da einer der Schüler entrüstet und hatte sogleich die Lacher auf seiner Seite. Kartoffeln sind nur gesund, wenn sie nicht in Form von Chips oder Pommes daher kommen. Dies alles gefiel dem „Schweinehund“ gar nicht. Er wolle schon auch was Leckeres haben, befand er. „Sind Süßigkeiten verboten? Was meint ihr?“, fragte Walter die Kinder. Und schnell war klar: Kuchen und Süßes sind erlaubt. „In Maßen, nicht in Massen“, rief ein Junge. Das Maß, so lernten Kinder und „innere Schweinehund“, ist die Hand. „Aber mit Berg“, hoffte der „Schweinehund“ und wurde enttäuscht. Warum nur so wenig, fragte er sich und erhielt schnell die Antwort: weil Zucker krank machen kann.

Das Zucker in vielen Lebensmitteln in großen Mengen enthalten ist, machte Beki-Fachfrau Katja Morsch deutlich. Sie zeigte, wie viele Stück Würfelzucker worin stecken. Ganze 15 Stück in einer kleinen Flasche Fanta. Elf Stück sind es in gekaufter Apfelschorle und einer in einem einzelnen Schokobon. Wer zwei Schokobons isst, müsste drei Minuten lang Liegestützen machen, um die Energie daraus wieder zu verbrennen, so Morsch.

Die Kinder lernten in dieser etwas anderen, besonderen Schulstunde jedoch nicht nur viel über gesundes Essen. Angelika Bronner-Blatz vom Fachdienst Gesundheitswesen zeigte mit Farbe statt Seife auch, wie man sich die Hände richtig wäscht. Ein Thema, dass den Kindern auch aufgrund der vergangenen Monate jedoch bereits bekannt war.

Um die Themen gesunde Ernährung und Hygiene auch im Unterricht aufgreifen zu können, erhielten die Lehrer umfangreiches Material. An einem Stand informierten die Leiterin des AOK-Kundencenter Mosbach, Susanne Engelhardt, und die Schulbetreuerin der AOK, Nadja Kilian, über das Präventionsprojekt des Kultusministeriums „Sience Kids“. nak

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