Neckar-Odenwald

SPD-Dreiländertreffen in Buchen Informationsaustausch und Zusammenarbeit im Fokus

Bund soll Krankenhäuser unterstützen

Archivartikel

Buchen.Zum Informationsaustausch trafen sich die SPD-Kreistagsfraktionen aus dem Kreis Miltenberg (Bayern), dem Odenwaldkreis, dem Landkreis Bergstraße (beide Hessen) und dem Neckar-Odenwaldkreis in Buchen im Zentrum für Entsorgung. In diesem Jahr war die Fraktion der SPD Neckar-Odenwald mit ihrer Vorsitzenden Heide Lochmann der Gastgeber. Ein Novum war die Teilnahme der SPD-Kreistagsfraktion Main-Tauber, die nun auch in Zukunft zu den jährlichen Treffen eingeladen werden soll.

Dem Tagungsort angemessen stand das Thema Abfallwirtschaft als erster Punkt auf der Agenda. Hier stellte Dr. Mathias Ginter, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN/KWiN), die 1992 gegründete AWN vor und gab umfassende Informationen über das Konzept: die AWN hat sich als „Abfallprodukt“ der Abfallwirtschaft auch die Erzeugung von erneuerbarer Energie und Klimaschutz zur Aufgabe gestellt. Sowohl ökologische als auch ökonomische Gesichtspunkte tragen dazu bei, die Arbeit stets auch global gegebenen Rahmenbedingungen anpassen zu müssen. Wichtigstes Ziel ist, aus den Roh- und Wertstoffen sowohl Energie als auch hochwertige Produkte zu erzeugen.

Anhand der hergestellten Produkte Terra Preta und Nährhumus wurde dies erläutert. Die Digitalisierung, die Bio-Ökonomie, die bessere Verwertung von Grüngut, der Umgang mit Klärschlamm wurden ebenso diskutiert wie das ehrgeizige Projekt der restmüllarmen Abfallwirtschaft. Letzteres mussten der Landkreis und die AWN zwar zurückstellen. „Es ist gut“, so AWN- Aufsichtsrätin und Kreistagsmitglied Dr. Dorothee Schlegel, „als SPD hier immer wieder nachzuhaken und dieses Ziel nicht aus dem Auge zu verlieren“.

Ausführlich diskutiert wurden dann die Möglichkeiten einer länderübergreifenden Zusammenarbeit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), wobei hier die größten Chancen in einer Kooperation der Tourismusverbände gesehen wurden. Gerade, um Touristen anzuziehen, seien vergünstigte Tickets und ein interessanter Zeittakt bei den Busverbindungen in Kombination mit Bahnfahrten ein guter Anreiz. Hier brachte Kreisrat Karlheinz Graner die Einführung eines kostenlosen, durch die Touristikbetriebe finanzierten“Odenwaldtickets“ ins Gespräch.

Neben einem Bericht über den sozialen Wohnungsbau, der in den Kreisen gefördert werden sollte, wurde auch über die Situation der Gesundheitsversorgung und über Maßnahmen gegen den Hausärztemangel gesprochen. Über Beispiele wie Gemeindeschwestern, von Kommunen finanzierte Praxisräume sowie beginnende Versuche mit Telemedizin wurde berichtet.

Besonders diskutiert wurde über die Situation der kommunalen Krankenhäuser, die fast überall defizitär laufen. Manche wurden an private Betreiber verkauft und später aufgegeben. In Miltenberg wurde eine geriatrische Klinik eingerichtet und in anderen Orten ersetzen medizinische Versorgungszentren die Kliniken. Landtagsabgeordneter und Kreisrat Georg Nelius kritisierte, dass die kommunalen Kliniken der Grund und Regelversorgung im Ländlichen Raum vom Bund unterfinanziert sind und dringend mehr Unterstützung brauchen, um die Bürger medizinisch gut zu versorgen. spd

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