Neckar-Odenwald

Auftritt der blühenden Pflanzen Für die notwendige Mahd gibt es keinen perfekten Zeitpunkt, aber einiges zu beachten

Blumenwiese muss gepflegt werden

Archivartikel

Die ersten Frühjahrsblüher haben ihren Auftritt hinter sich, nun zeigen sich Margerite, Wiesensalbei und Co.

Neckar-Odenwald-Kreis. Neben den bunten Blumen schießen auch die Gräser in die Höhe. Schnell fragt sich der Wildblumenwiesenbesitzer, ob es Handlungsbedarf gibt. Müssen Wildblumenwiesen gemäht werden?

Es muss gemäht werden

Grundsätzlich muss jede Wildblumenwiese gepflegt werden. Würde man keine Pflegeschnitte durchführen, würden sich wenige, dominante Arten auf der Fläche durchsetzen und bald würden Hecken und Büsche die Oberhand gewinnen. Nach und nach würde der Boden so verschattet, dass die sonnenliebenden Wiesenblumen verschwinden würden. Mäht man zu häufig oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt, schadet man Insekten, Vögeln, Amphibien und den Wildpflanzen. Am natürlichsten lässt sich eine Wildblumenwiese nach dem Vorbild unserer Großväter pflegen, als das Heumachen noch ein selbstverständlicher Teil der Arbeit war. Zwei Mähdurchgänge im Jahr fördern die Blütenvielfalt und nehmen Rücksicht auf Wiesenbewohner.

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Für die notwendige Mahd gibt es keinen perfekten Zeitpunkt. Egal, welchen Zeitpunkt man wählt, wird man durch den Eingriff immer einigen Tier- und Pflanzenarten nutzen und anderen schaden.

Um in der Wiese überwinternde Insekten nicht „wegzumähen“, sollte ein erster Schnitt frühestens Ende Mai, spätestens Ende Juli durchgeführt werden. Eine zweite, späte Mahd zwischen Anfang August und Ende Oktober erlaubt mobilen, erwachsenen Tieren zu flüchten.

Brüten Wiesenvögel auf der Fläche, sind Feldhasen regelmäßige Besucher, oder wandern Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgründen über die Fläche, sollte frühestens Mitte Juli ein erster Schnitt durchgeführt werden. Um die Artenvielfalt zu unterstützen, kann man jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt mähen.

Man sollte jedoch auf eine Schönwetterphase warten, denn die Arbeit auf nassem Boden führt zu ungewollten Bodenverdichtungen.

Tipps zur schonenden Mahd

In Versuchen tötete ein einzelner Mähdurchgang 88 Prozent der Wanzen und Käfer und 70 Prozent aller Raupen. Das sind erschreckende Zahlen. Weniger Schaden richtet man an, wenn die Fläche mit einem Balkenmäher oder einer Sense bearbeitet werden kann.

Besteht die Möglichkeit, dass sich Amphibien oder Eidechsen auf der Fläche befinden, sollte die Schnitthöhe nicht niedriger als zwölf Zentimeter sein. Bei kleineren Flächen sollten Streifen in der Größe von etwa zehn Prozent der Wiese an immer anderer Stelle stehengelassen werden. Bei großen Flächen lohnt sich ein abschnittsweises Mähen.

Diese Altgrasstreifen und ungemähten Abschnitte sind ein sicherer Rückzugsort für weniger mobile Tiere. Wichtig ist, dass immer von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen gemäht wird, um Tieren eine Flucht zu ermöglichen.

Wildpflanzen wachsen auf nährstoffarmen Böden besonders gut. Das Abräumen des Mähguts ist daher wichtig, damit die Nährstoffe aus dem verrottenden Material nicht zurück in den Boden gelangen. Vorher sollte das Mähgut jedoch ein Tag (aber nicht viel länger) auf der Fläche belassen werden, damit Tiere im Grassschnitt flüchten können.

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