Neckar-Odenwald

Neckar-Odenwald-Kreis 11 500 Euro vom Landesministerium

Ausbildungshilfe für Jugendliche mit Förderbedarf

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg fördert ab dem Schuljahr 2020/21 sieben neue Modellregionen im Rahmen des Modellversuchs zur Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf. Insgesamt investiert das Wirtschaftsministerium dafür rund 500 000 Euro. So erhält der Neckar-Odenwald-Kreis 11 750 Euro – allerdings erst für den Zeitraum 1. März bis 31. August 2021.

„Unser Ziel ist es, dass mehr Jugendliche rasch in eine Berufsausbildung einsteigen können und wir junge Menschen mit Förderbedarf beim Übergang gezielt unterstützen. Gerade jetzt ist dies besonders wichtig. Aufgrund der Pandemie konnte die berufliche Orientierung nicht in der gewohnten Form durchgeführt werden und auch die Suche nach Praktika und die Kontaktaufnahme zu Ausbildungsbetrieben sind schwieriger geworden. Durch den Modellversuch unterstützen wir junge Menschen dabei, sich eine berufliche Zukunft aufzubauen, und Betriebe bei der Suche nach Auszubildenden. Deshalb fördern wir die Ausweitung des Modellversuches auf weitere Stadt- und Landkreise“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut heute (7. September).

Mit den neu hinzugekommenen sieben Landkreisen Bodenseekreis, Böblingen, Main-Tauber-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis, Ravensburg, Reutlingen und Sigmaringen beteiligen sich nun insgesamt 28 Stadt- und Landkreise am Reformkonzept. „Dass inzwischen so viele Kreise an Bord sind, ist eine schöne Bestätigung für den Erfolg des Modellversuches“, so Hoffmeister-Kraut. Die sieben Landkreise richten jeweils ein regionales Übergangsmanagement ein. Dieses ist für die regionale Koordination und Umsetzung des Reformkonzeptes zuständig und bringt alle beteiligten Akteure zusammen.

Außerdem wird in den neuen Modellregionen an insgesamt acht Schulstandorten der Bildungsgang Ausbildungsvorbereitung dual (AVdual) für Jugendliche mit Förderbedarf eingeführt. Im Neckar-Odenwald-Kreis erfolgt dieser Schritt ab dem Schuljahr 2021/22.

„Das Besondere am Bildungsgang AVdual sind die umfangreichen Praxisphasen im Betrieb, die für die jungen Menschen und Betriebe sehr wertvoll sind. Dieses Konzept ist sehr erfolgreich und eine hervorragende Möglichkeit, um Betriebe und Jugendliche zusammenzubringen, da sie sich während der Praktika schon frühzeitig kennenlernen können. Über zwei Drittel der Jugendlichen, die in eine Ausbildung übergehen, beginnen diese in einem Betrieb, in dem sie zuvor ihr Praktikum absolviert haben“, betonte Hoffmeister-Kraut. Gefördert wird dabei die Begleitung der Jugendlichen durch AVdual-Begleiter. Diese helfen den Jugendlichen dabei, Betriebspraktika zu akquirieren, unterstützen sie bei Vorbereitung und Durchführung von Praktika sowie bei der Vermittlung in eine Ausbildung.

Nach einem Jahr gelingt 35 Prozent der Absolventen der Übergang in eine Ausbildung. Darüber hinaus schaffen etwa weitere sechs Prozent den Einstieg in den Arbeitsmarkt, zum Beispiel durch eine Einstiegsqualifizierung. „Angesichts der Tatsache, dass über 50 Prozent der Schüler bei Eintritt in den Bildungsgang keinen Schulabschluss haben, ist dies ein wirklich beachtlicher Erfolg“, lobte die Ministerin. Auch die intensive Zusammenarbeit mit den Stadt- und Landkreisen trage einen großen Teil zum Gelingen der Neugestaltung bei.

Das Gesamtkonzept für den Modellversuch „Neugestaltung Übergang Schule – Beruf“ wurde von den Partnern des Ausbildungsbündnisses (Land, Wirtschaft, Gewerkschaften, Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und kommunale Spitzenverbände) erarbeitet. Das Konzept beinhaltet insbesondere die Einrichtung eines regionalen Übergangsmanagements bei den Stadt- und Landkreisverwaltungen, den Bildungsgang Ausbildungsvorbereitung dual (AVdual) mit Begleitern sowie eine systematische Berufsorientierung an allgemein bildendenden Schulen. Das Wirtschaftsministerium fördert die Neugestaltung des Übergangs Schule/Beruf im Schuljahr 2020/2021 mit insgesamt 3,8 Millionen Euro.

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