Neckar-Odenwald

Neckar-Odenwald-Kreis Übersicht über sie sechs beruflichen Schulen im Landkreis und deren Möglichkeiten

Ausbildung oder weiterführende Schule?

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Viele Schüler befinden sich zurzeit in ihrem letzten Jahr an ihrer Schule und für viele ist noch unklar, welchen Weg sie anschließend einschlagen wollen. Über mögliche Bildungswege im Neckar-Odenwald-Kreis informiert diese Übersicht über die sechs beruflichen Schulen. Grundsätzlich gilt, dass für alle Jugendlichen unter 18 Jahren, die weder einen Ausbildungsplatz haben noch eine Vollzeitschule besuchen, das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf (VAB), das Berufseinstiegsjahr (BEJ), oder die Berufsfachschule Pädagogische Erprobung (BFPE) gesetzlich vorgeschrieben sind. Diese werden an den gewerblichen und hauswirtschaftlichen Schulen des Neckar-Odenwald-Kreises angeboten.

Existiert bereits ein Hauptschulabschluss oder ein Ausbildungs- beziehungsweise Ausbildungsvorvertrag, so können die Einjährigen Berufsfachschulen an den verschiedenen Schulzentren besucht werden. Ein Hauptschulabschluss oder die Versetzung in die 10. Klasse der Hauptschule/ Werkrealschule ist die Voraussetzung zum Eintritt in die Zweijährigen Berufsfachschulen (2BFS). Abgeschlossen wird die 2BFS mit der Fachschulreife (Mittlere Reife).

Sonderfall Berufskolleg

Der mittlere Bildungsabschluss ist Voraussetzung zum Besuch der verschiedenen Berufskollegs (BK). Ziel der Berufskollegs ist die Erlangung der Fachhochschulreife nach zwei Jahren. Einen Sonderfall innerhalb der Berufskollegs stellt das Berufskolleg Fachhochschulreife (BKFH) dar. Es dauert nur ein Jahr und setzt neben der Mittleren Reife auch eine abgeschlossene Berufsausbildung oder den Besuch des einjährigen Dualen Berufskollegs (Fachrichtung Soziales) voraus, das in Mosbach an der Augusta-Bender-Schule besucht werden kann.

Der Mittlere Bildungsabschluss (Notenschnitt von mindestens 3,0 in Deutsch, Englisch und Mathematik) ist ebenfalls Voraussetzung für den Besuch eines beruflichen Gymnasiums. Das berufliche Gymnasium, Bildungsabschluss Abitur, bereitet die Schüler innerhalb von drei Jahren auf das Studium an einer Universität oder Hochschule vor. Durch seine verschiedenen Profilierungen vermittelt es bereits Vorkenntnisse für zahlreiche Studienfächer und bereitet auf das Berufsleben vor. Für Berufserfahrene werden zudem Meister- und Technikerschulen – auch berufsbegleitend – angeboten.

Kaufmännische Richtung

Die kaufmännischen Schulen sind die Ludwig-Erhard-Schule (LES) in Mosbach und die Frankenlandschule(FLS) in Walldürn. Beide bieten Zweijährige Berufsfachschulen Wirtschaft („Wirtschaftsschulen“), ein- und zweijährige Berufskollegs sowie Wirtschaftsgymnasien an.

Am Wirtschaftsgymnasium der Ludwig-Erhard-Schule kann mit den Wahlfächern Wirtschaftsinformatik, Privates Vermögensmanagement und Global Studies ein individueller Schwerpunkt gelegt werden. Zudem wird das Fach Psychologie angeboten. In der Wirtschaftsschule und in den Berufskollegs wird durch die kaufmännische Mitarbeit in einer der vier Juniorenfirmen der Ludwig-Erhard-Schule ein hoher Praxisbezug erreicht.

Die Frankenlandschule bietet im Wirtschaftsgymnasium neben dem Profil Wirtschaft das Profil Internationale Wirtschaft an. Das Profil Internationale Wirtschaft wird in einigen Fächern bilingual (Englisch) unterrichtet. Zusätzlich können die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums entscheiden, ob sie in einer Tablet-Klasse unterrichtet werden möchten. Sportlich interessierte Schüler können in einem erhöhten Umfang Sportunterricht in der Eingangsklasse und der Jahrgangsstufe 1 erhalten.

Im Berufskolleg Wirtschaftsinformatik absolvieren die Schüler ein einwöchiges Betriebspraktikum. Im kaufmännischen Berufskolleg 1 und 2 führen die Schüler der Juniorenfirma SEAL die Cafeteria der Frankenlandschule. Sie durchlaufen dabei die folgenden Module: Marketing, Rechnungswesen, Kassenwesen und Automaten.

Gewerbeschulen

Im gewerblichen Bereich eröffnet sich das breite Angebot der Gewerbeschule Mosbach (GSM) und der Zentralgewerbeschule Buchen (ZGB). Beide bieten neben dem Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf auch Einjährige Berufsfachschulen in verschiedenen Berufsfeldern, sowie eine Zweijährige Berufsfachschule im Bereich Metall- und Elektrotechnik an. Bei den Berufskollegs werden an der ZGB und der GSM das Technische Berufskolleg I und II sowie an der ZGB das einjährige Berufskolleg Technik zur Fachhochschulreife (1BKFHT) angeboten.

Zudem gibt es an beiden Schulen ein Technisches Gymnasium mit Schwerpunkten Mechatronik und Informationstechnik sowie Gestaltungs- und Medientechnik in Mosbach und Technik und Management in Buchen. Wer sich zum „staatlich geprüften Techniker“ qualifizieren will, kann dies mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik an der GSM und dem Schwerpunkt Qualitätstechnik an der ZGB tun. Die Gewerbeschule Mosbach bietet für das Maler- und Lackiererhandwerk eine einjährige Fachschule (Meisterschule) zum Erwerb des Meisterbriefs an.

Hauswirtschaft und Soziales

Für die hauswirtschaftliche, sozial-pflegerische Richtung stehen in Buchen die Helene-Weber-Schule (HWS) und in Mosbach die Augusta-Bender-Schule (ABS). Beide Schulen bieten das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf, die Berufsfachschule Pädagogische Erprobung und die zweijährigen Berufsfachschulen mit den Profilen Hauswirtschaft und Ernährung sowie Gesundheit und Pflege an. Für Schüler mit besonderem Förderbedarf gibt es an der Augusta-Bender-Schule die Möglichkeit der Qualifizierung für den allgemeinen Arbeitsmarkt über die berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) und die Kooperative Bildung und Vorbereitung (KoBV). An der Augusta-Bender-Schule können auch das Ernährungswissenschaftliche (EG) und Biotechnologische Gymnasium (BTG) besucht werden. Die Helene-Weber-Schule bietet das Sozial- und gesundheitswissenschaftliche Gymnasium (SGG) an. Zusätzlich gibt es in Buchen die zweijährige Berufsfachschule Kinderpflege.

In Mosbach wird neu die dreijährige Berufsfachschule Pflege angeboten, die zum Berufsabschluss „Pflegefachkraft“ führt. Weiter besteht die Möglichkeit, eine Ausbildung in der einjährigen Berufsfachschule für Pflegehilfe sowie in der zweijährigen Berufsfachschule Altenpflegehilfe mit besonderer Deutschförderung abzuschließen. Angehende Erzieher können an der ABS das Berufskolleg Sozialpädagogik besuchen. Wer den Beruf des Erziehers hier in der praxisintegrierten Erzieherausbildung (PiA) erlernt, erhält ein Ausbildungsentgelt, wie in jeder dualen Ausbildung. Für Grüne Berufe besteht die Ausbildungsmöglichkeit in der Landwirtschaftlichen Berufsschule.

An Berufskollegs stehen in Mosbach außerdem das 1BK1P Gesundheit und Pflege, das duale Berufskolleg mit Fachrichtung Soziales (1BKST) und das einjährige Berufskolleg haus-, landwirtschaftlicher-, sozialpädagogischer Richtung zur Erlangung der Fachhochschulreife mit Schwerpunkt Biologie (1BKFHB) zur Verfügung. In Buchen werden in der Fachrichtung Gesundheit und Pflege das Berufskolleg I sowie das zur Fachhochschulreife führende Berufskolleg II angeboten.

Neuer Lehrgang

Zum Erwerb von Zusatzqualifikationen findet man an der Helene-Weber-Schule Buchen die zweijährigen Berufsfachschulen mit den jeweiligen Profilen Erziehung, Hauswirtschaft/Ernährung und Pflege. Ebenso gehört die Fachschule für Organisation und Führung zum Programm dieser Schule.

Alle examinierten Pflegekräfte können sich an der Augusta-Bender-Schule Mosbach in zweijährigen Ausbildungsgängen in folgenden Schwerpunkten weiterbilden: Leitung- einer Pflege- und Funktionseinheit und Fachkraft für Gerontopsychiatrie. Auch eine Weiterbildung zur Praxisanleitung in der Pflege wird angeboten.

Landwirte, die ihren Betrieb im Nebenerwerb führen wollen, haben hier auch die Möglichkeit zu einer zweijährigen Ausbildung. Der neue Lehrgang beginnt im Herbst 2021.

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