Neckar-Odenwald

Wirtschaft Arbeitslosenquote im Neckar-Odenwald-Kreis im Jahr 2019 auf rund drei Prozent gesunken

Arbeitsmarkt trotzt allen Krisen

Archivartikel

Allen Krisen zum Trotz ist die Arbeitslosigkeit im Neckar-Odenwald-Kreis in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Ob der Trend auch in Corona-Zeiten anhält, bleibt abzuwarten.

Neckar-Odenwald-Kreis. Die Zahl der Arbeitslosen ist deutschlandweit seit Jahren rückläufig. Die knapp 2,67 Millionen arbeitslosen Menschen des Jahres 2019 dürfte das kaum getröstet haben, denn Arbeitslosigkeit ist nach wie vor das Armutsrisiko Nummer eins. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Deswegen blickt die Statistik inzwischen genauer auf die Anteile, weil diese zugleich ein Indikator für die unterschiedlichen Lebensverhältnisse zwischen den Geschlechtern und den Bundesländern sind.

Der Neckar-Odenwald-Kreis hatte zuletzt eine Männerarbeitslosenquote von 3,0 Prozent. Die Quote arbeitsloser Frauen erreichte 3,1 Prozent. Die entsprechenden statistischen Bundeswerte lagen bei 5,2 (Männer) und 4,7 Prozent (Frauen).

Als arbeitslos gilt, wer beim Arbeitsamt gemeldet ist. Die gemeldeten Arbeitslosen in Relation gesetzt zu allen Erwerbspersonen (einschließlich der Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen) ergibt dann die Arbeitslosenquote.

Höchstwert im Jahr 2005

Ab Anfang der 1980er Jahre zählte Arbeitslosigkeit zu den großen sozialen Problemen in Deutschland. Bis 2005 stieg sie stetig an und erreichte den seitherigen Höchstwert von 11,7 Prozent. Seitdem entspannte sich die Lage wieder, allen Staats- und Bankenkrisen zum Trotz. Ende 2019 lag die bundesweite Arbeitslosenquote nur noch bei 5,0 Prozent. Dann kam Corona und in drei Monaten steht fest, was aus dem Langzeittrend geworden ist.

Seit „gendern“ in ist, wird bei den Arbeitslosenzahlen nicht nur auf die regionalen Werte geachtet, sondern auch auf die geschlechterspezifischen Quoten-Unterschiede. Im Neckar-Odenwald-Kreis lag die Frauenarbeitslosenquote mit 3,1 zuletzt etwas höher als die der Männer. Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, hat sich die Frauenarbeitslosenquote von 4,2 im Jahr 2014 auf nunmehr 3,1 Prozent verringert. Die der Männer lag im Jahr 2014 bei 3,7 Prozent und im Jahr 201 bei 3,0 Prozent.

Damit lag im Neckar-Odenwald-Kreis die Frauenarbeitslosenquote 2,7 Prozentpunkte niedriger als im Bundesdurchschnitt. Die hiesige Arbeitslosenquote der Männer lag 3,4 Prozentpunkte darunter.

Beim Blick auf die Quoten gibt es allerdings auch einen Faktor, der die Arbeitslosenzahlen bei den Frauen niedriger scheinen lässt als sie eigentlich sind: Sie leisten häufiger als Männer sogenannte „Sorgearbeit“, sprich Kindererziehung und Pflege.

„Stille Reserve“

Deshalb sind sie für den Arbeitsmarkt nicht so verfügbar, wie es erforderlich wäre, um sich überhaupt arbeitslos melden zu können. In der Arbeitsmarktforschung gelten sie deshalb als „stille Reserve“. Wobei der Anteil dieses nicht für die Wirtschaft verfügbaren Arbeitskräftepotenzials bei Frauen größer ist als bei Männern, denn das knappe Zeitbudget betrifft vor allem viele verheiratete Frauen und Mütter.

In Wachstumszeiten lechzt die Wirtschaft danach, die „stille Reserve“ zu heben.

Dabei könnte der Ausbau des Modells „Homeoffice“ neue Möglichkeiten eröffnen. Wenn’s wieder boomt.

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