Neckar-Odenwald

Jobcenter Neckar-Odenwald Sprache ein wichtiger Schlüssel

„Aktion Lesetasche“ für geflüchtete Frauen

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.In Zeiten der Corona-Krise heißt es, soziale Kontakte zu minimieren. Selbst Behördengänge sind auf das Notwendigste zu beschränken. Für die Mitarbeiter des Jobcenters Neckar-Odenwald ist es momentan besonders schwierig, mit ihren Kunden ins Gespräch zu kommen und sie zu beraten. Da ist mitunter Kreativität gefragt.

Kirsten Haber, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, hatte in diesem Frühjahr eine Informationsveranstaltung für geflüchtete Frauen, die Leistungen nach dem SGB II beziehen und sich in Elternzeit befinden, geplant. Unter dem Arbeitstitel „Frauen und Arbeit in Deutschland“ sollte den Teilnehmerinnen das Rollenverständnis zwischen den Geschlechtern sowie die Tatsache, dass Frauen in Deutschland einer Berufstätigkeit nachgehen, aufgezeigt werden. Ein wichtiger Faktor für eine Berufstätigkeit ist das Erlernen der deutschen Sprache. Ohne entsprechende Sprachkenntnisse ist es schwierig, sich zu integrieren und Arbeit zu finden.

Aufgrund der derzeit geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens musste die Veranstaltung allerdings abgesagt werden. Kirsten Haber wollte ihre über 100 Kundinnen dennoch mit den entsprechenden Informationen versorgen und auf die Dringlichkeit des Spracherwerbs hinweisen. So schnürte sie ein Informationspaket mit einer Lesetasche für die Kinder der Frauen. Sie enthält unter anderem ein Bilderbuch für die Kleinsten. Ein begleitender Flyer gibt den Eltern Tipps zum Erzählen und Vorlesen und ermöglicht ihnen somit einen ersten niedrigschwelligen Zugang zur deutschen Sprache.

Bei den Lesetaschen handelt es sich um ein bundesweites Programm zur Leseförderung von geflüchteten Kindern im Alter bis zu fünf Jahren. „Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und von der Stiftung Lesen betreut.

Freude am Lesen wecken

Der Geschäftsführer des Jobcenters, Jochen Münch ergänzt: „Eine tolle Aktion. Sprache ist der Schlüssel für den weiteren Lebens- und Bildungsweg. Wenn wir es schaffen, durch dieses kleine Zeichen die Freude am Lesen zu wecken, haben wir schon viel erreicht.“

Die Post enthielt weiterhin ein aufmunterndes Schreiben für die jungen Mütter mit vielen wichtigen Informationen zum Thema „Frauen und Arbeit in Deutschland“. Weiterhin gibt es Hinweise auf telefonische Beratungsangebote des Jobcenters. Somit haben die Frauen auch in Zeiten des Kontaktverbotes verlässliche Ansprechpartner.

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