Neckar-Odenwald

Wildkameras machten bedeutsame Aufnahmen Goldschakale wurden seit 1998 erst 20 Mal in Deutschland nachgewiesen

Äußerst seltener Gast bei Mosbach gesichtet

Archivartikel

Mosbach/Mudau.Ein Goldschakal ist am 1. November auf der Gemeindeebene Mosbach von einer Wildkamera fotografiert worden. Dies bestätigte die Forstliche Forschungs- und Versuchsanstalt (FVA) Baden-Württemberg. Eindeutige Nachweise von Goldschakalen in Deutschland sind noch recht selten. Seit 1998 wurden Goldschakale deutschlandweit erst circa 20 Mal nachgewiesen. Nachweise werden allerdings nun häufiger, teilt die FVA mit.

Im Februar 2018 wurde im Landkreis Ravensburg erstmals ein Goldschakal in Baden-Württemberg nachgewiesen. Normalerweise leben die Goldschakale eher auf dem Balkan. Sie breiten sich vermutlich vom Balkan in Richtung Mitteleuropa aus. In Österreich sind Goldschakale bereits heimisch geworden. In Deutschland wurden bislang nur einzelne Tiere nachgewiesen. Erst dieses Jahr wird in wenigen Regionen vermutet, dass sich Schakale auch niedergelassen haben: in Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen.

Die Tiere können zwischen 80 bis 95 Zentimeter lang werden, Schulterhöhe 20 bis 30 Zentimeter. Sie wiegen ungefähr acht bis zehn Kilogramm. In der Regel jagen sie allein, gelegentlich auch als Paar. Selten kommen sie als Rudel vor. Zur Nahrung zählen unter anderem Insekten, Nagetiere, Vögel und Amphibien.

Die Tiere werden in Deutschland als nicht jagdbares Wild eingestuft und sind daher geschützt.

Erneut Wolf fotografiert

Auf der Gemeindeebene Mudau hat eine Wildkamera am 27. Oktober einen Wolf fotografiert. Die Fachleute der FVA in Freiburg bewerten das Bild als sicheren Wolfsnachweis – ein sogenannter C1-Nachweis. Um welches Tier es sich dabei handelt, lässt sich nichts sagen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass es der Wolfsrüde GW1832m ist, der bereits in der Region nachgewiesen wurde.

Mudau liegt außerhalb des Fördergebietes Wolfsprävention. Es wird jedoch dringend empfohlen, den Herdenschutz entsprechend den Anforderungen an einen wolfssicheren Grundschutz zu erhöhen. Über die FVA können kurzfristig auch die vom Umweltministerium bereitgestellten Notfall-Zaunsets beziehungsweise Flatterband mit Stangen für 1,2 Meter Höhe ausgeliehen werden.

Die Nutztierverbände sowie die Wildtierbeauftragten der Kreise sind über den aktuellen Nachweis informiert. Eventuelle Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf sollten umgehend dem FVA in Freiburg gemeldet werden: per Mail an info@wildtiermonitoring.de oder unter Telefon 0761/4018274.

Ausführliche Informationen gibt es auf der Internetseite des Umweltministeriums unter www.um.baden-wuerttemberg.de. ms/pm

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