Neckar-Odenwald

Langjähriges Engagement Nach 27 Jahren in der kfd-Dekanatsarbeit gibt Elisabeth Hell den Vorsitz ab / Renate Schmitt aus Wagenschwend wird Nachfolgerin

Ära an der Dekanatsspitze geht zu Ende

Archivartikel

Der Name Elisabeth Hell ist untrennbar mit der katholischen Frauenarbeit verbunden. Jetzt wurde sie in Limbach verabschiedet.

Limbach. 27 Jahre lang engagierte sich Elisabeth Hell in der kfd-Dekanatsarbeit - zunächst an der Spitze im Dekanatsteam Buchen, ab 2008 im fusionierten Dekanat Mosbach-Buchen als Vorsitzende. Mit großem Einsatz und viel Herzblut setzte sie sich in Glaubensfragen ein und kämpfte für mehr Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche. Nun wurde die Götzingerin in der Limbacher Kirche St. Valentin nach der von den Statuten vorgesehenen Amtszeit verabschiedet. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Renate Schmitt aus Wagenschwend gewählt.

Wegen der Corona-Pandemie war die Dekanatsversammlung vom März in den Sommer verlegt worden. Mit der Einhaltung der geltenden Regeln ging der Abend zwar anders, aber dennoch problemlos über die Bühne. Die Referentin für Frauenpastoral an der Diözesanstelle Hainstadt würdigte das vielseitige Engagement der scheidenden Vorsitzenden.

„Die kfd im Dekanat Mosbach-Buchen und Elisabeth Hell, das ist fast eins“, sagte Köhler und ließ unzählige Aktionen und Unternehmungen Revue passieren. Ausflüge, Regionalkonferenzen, Team-Klausurtage, Jubiläen, die Frauenwallfahrt in Walldürn und Dekanatstage fanden Erwähnung. Leidenschaftlich glauben und leben, das sei immer Hells Leitbild gewesen, betonte Köhler in ihrer Dankesrede. Mit Beharrlichkeit und Gottvertrauen sei sie die Aufgaben angegangen. Dekan Balbach wusste die Ausführungen mit manch humorvoller Anekdote zu ergänzen.

Neben Elisabeth Hell wurden in Anwesenheit von kfd-Diözesanvorstandsmitglied Isolde Hauser (Heidelberg) auch Doris Blatz (seit 2011 im Dekanatsvorstand), Beate Glauner-Klos (seit 2007) und Renate Schmitt (seit 2016) verabschiedet. Ihnen dankten Regina Köhler und Dekan Balbach für ihr ehrenamtliches Engagement.

Suche war schwierig

Da sich die Suche nach einer neuen Vorsitzenden zunächst schwierig gestaltete, erklärte sich Renate Schmitt nach intensiven Gesprächen bereit, doch weiter Verantwortung für die nächsten vier Jahre zu übernehmen. Neben ihr wurden Christa Ludwig aus Lohrbach und Judith Heinnickel aus Götzingen einstimmig in den Vorstand gewählt.

Die scheidende Vorsitzende Elisabeth Hell hatte zum Ende ihrer Amtszeit eine beeindruckende Bilanz ihrer vielseitigen Aktivitäten in einer gelungenen Präsentation vorgelegt.

In der umfassenden Dokumentation rief sie zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen in Erinnerung. Derzeit zähle man im Dekanat 49 gemeldete Frauengemeinschaften, 22 davon hätten inzwischen Bundesverbandsmitglieder. Allerdings gäbe es auch Gemeinden, in denen die Gruppen teilweise vor der Auflösung stünden.

Einige Höhepunkte

Als Höhepunkte nannte Hell die Sternwallfahrten in den vergangenen Jahren. Die Themen Nachhaltigkeit um Umwelt seien in den Fokus gerückt und sollten weiter verfolgt werden, betonte sie. Seit über 20 Jahren pflege man die ökumenische Frauenarbeit in der Region Odenwald-Tauber. Das Projekt Maria 2.0 und der Kirchenstreik der katholischen Frauen mit einer Protestaktion in Mosbach blieben nicht unerwähnt.

Abschied fiel nicht leicht

Elisabeth Hell, welcher der Abschied nicht leicht fiel, erklärte in Limbach, sie werde bei allen Ungereimtheiten nach wie vor für die Kirche kämpfen. In einigen Funktionen wird sie weiter aktiv bleiben. Dem neuen Team, das vor allem junge Frauen für die Gruppen gewinnen und das Thema Gleichberechtigung weiter verfolgen will, wünschte sie eine glückliche Hand.

Der Dekanatsversammlung voraus ging ein Gottesdienst, zelebriert von Dekan Johannes Balbach und mitgestaltet von den scheidenden Vorstandsmitgliedern. Organist Schäfer und ein spontan initiierter Chor aus drei Frauen übernahmen die musikalische Umrahmung. Dekan Balbach unterstrich eindrucksvoll seine unterstützende Haltung in der Frage der partnerschaftlichen Gleichberechtigung in der katholischen Kirche.

„Ohne die Frauen sähe es in der Kirche dunkel aus“, bemerkte der Dekan. Dass Frauen mit ihren Fähigkeiten in der Glaubensverkündung äußerst wertvoll sein können, habe eine neue Form der Predigt gezeigt, in der die Frauen im Kirchenraum aktiv mitwirken konnten. So wie es in der Nachfolge Jesu, die Frauen und Männer umfasste, vorgesehen sei.

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