Mudau

Verabschiedung Gerd Mayer, Kämmerer der Gemeinde Mudau und ehemaliger Hauptamtsleiter, geht in den wohlverdienten Ruhestand

Wohl der Gemeinde war Maxime

Archivartikel

Mudau.Dass er fast sein gesamtes Berufsleben in der Gemeinde verbringen würde, ahnte Gerd Mayer nicht. Er war gerade mal 21 Jahre alt, als er im Mai 1976 – von Walldorf kommend – seinen Dienst als Hauptamtsleiter der Gemeinde angetreten hat. Nun wurde er feierlich verabschiedet.

Schnell sesshaft geworden

Die Ausbildung zum gehobenen Verwaltungsdienst mit dem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt hatte er im Herbst 1975 beendet und nach der ersten beruflichen Station beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg führte ihn der Weg in den Odenwald. In Mudau lernte er seine Frau kennen, hat sich dort niedergelassen und die lokalen Verhältnisse schnell kennengelernt. Er ist sesshaft geworden und dabei doch eigenständig und unabhängig geblieben.

Die Gemeindereform 1976 war wahrlich nicht in allen Köpfen akzeptiert und es galt, eine Verwaltung aufzubauen und zusammenzufügen aus all den Gemeinderechnern und Ratsschreibern der ehemals selbstständigen Kommunen.

Bei der Verabschiedung von Gerd Mayer zeichnete Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die vielen Stationen des künftigen Pensionärs nochmals nach und freute sich, dass er zu diesem Anlass auch viele Weggefährten von Gerd Mayer aus dem Landratsamt, Kämmererkollegen aus der Nachbarshaft und von Ingenieurs-Büros begrüßen konnte.

Finanzen unter Kontrolle

Von 1976 bis 1984 war Gerd Mayer Hauptamtsleiter der Gemeinde und übernahm dann als Kämmerer die Verantwortung für die Finanzen. „35 Jahre hat er die Finanzen der Gemeinde unter seiner Kontrolle gehabt, unter drei verschiedenen Bürgermeistern und sieben Generationen von Gemeinderäten“, so Bürgermeister Dr. Rippberger. Dabei habe er immer mit Weitblick und ausgeprägter fachlicher Expertise agiert, sei stets loyal und ausschließlich an den Interessen der Gemeinde orientiert gewesen. „Wir stehen heute auch so solide da, weil Gerd Mayer als Kämmerer mit dafür gesorgt hat, dass wir nicht über unsere Verhältnisse gelebt, sondern uns beschränkt haben, wenngleich er als sparsamer Kämmerer auch bereit war, Schulden aufzunehmen für Infrastrukturmaßnahmen, die für die Zukunft der Gemeinde unverzichtbar waren“, so der Bürgermeister.

Gesamtkommandant Markus Peiss hob Mayers jahrzehntelanges Wirken bei der Feuerwehr, davon 20 Jahre als Gesamtkommandant, hervor. Für den Kreisverband Neckar-Odenwald waren Kämmererkollegen aus Nachbargemeinden zur Verabschiedung gekommen und Klaus Humm aus Elztal dankte Gerd Mayer für sein Wirken im Vorstand des Verbandes.

Für die Kollegen im Rathaus wünschte schließlich Herbert Knapp dem Pensionär für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute und erinnerte sich gern an einen grundsoliden Kämmerer, einen völlig uneitlen Kollegen, dem das Wohl der Gemeinde immer die Maxime seiner Tätigkeit war.

So ganz verlässt Gerd Mayer aber die Gemeinde Mudau noch nicht. Zum 1. Januar wird das neue Haushaltsrecht bei der Gemeinde eingeführt, mit gravierenden Änderungen für die gesamte Haushaltswirtschaft. Gerd Mayer wird die Haushaltswirtschaft nach bisherigem Recht noch abwickeln und steht dann für Einzelfragen auch weiterhin zur Verfügung.

Gerd Mayer dankte allen Kollegen schließlich für das gute Miteinander in den zurückliegenden Jahren. Es sei ihm immer wichtig gewesen, wertschätzend und offen miteinander umzugehen und in seiner Amtsführung als Kämmerer habe ihm das Denken und Handeln in langfristigen Kategorien als wichtiger Grundsatz gegolten.