Mudau

Rückblick Mudaus Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger zieht Bilanz

„Schwieriges Jahr für die Gemeinde“

Archivartikel

Mudau.Natürlich war 2020 auch für Mudau eine echte Herausforderung, der sich die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger genauso stellte wie der Gemeinderat und sämtliche Firmen, Vereine und Organisationen, so der Bürgermeister in seinem Jahresrückblick. Obwohl es nicht nur Corona, sondern die Umstellung auf den ersten doppischen Haushalt der Gemeinde sowie einen Generationswechsel in der Gemeindeverwaltung zu meistern galt. Nach jahrzehntelang beständigem Stammpersonal gingen Kämmerer Gerd Mayer und Bauamtsleiter Tiefbau Harald Grimm in Ruhestand mit Nachfolge von Kämmerin Marianne Neubauer und Finanzsachbearbeiter Joachim Kunert sowie Katharina Fertig im Tiefbau-Resort.

In Bälde wird Hauptamtsleiter Herbert Knapp den Ruhestand antreten und durch Bianca Groß mit Stellvertreterin Juliane Haaf ersetzt werden. Künftige Ruheständler sind außerdem die langjährigen Mitarbeiter Joachim Hemberger und Rudolf Reichert, wodurch auch neue Urkundsstandesbeamte und Eheschließungsbeamte bestellt werden mussten. Als neue Ausbildende konnte man 2020 Ayleen Hoffmann, Luna Bianco und Linda Gramlich begrüßen. Dr. Rippberger: „Es war ein sehr arbeitsreiches und schwieriges Jahr für die Gemeinde. Schwierig in finanzieller Hinsicht in Bezug auf den Haushalt. Schwierig natürlich in Bezug auf Corona mit allen Auswirkungen auf die Bevölkerung, auf die Betriebe, auf die Vereine aber auch die Verwaltung. Wir haben als Gemeinde mit Unterstützung des Gemeinderats sehr viel geleistet für unsere Bevölkerung und die Weiterentwicklung der Gemeinde stets im Auge behalten. Trotz schwieriger Ausgangsbedingungen haben wir für die Zukunft viel geschaffen. Neue Wohnbauplätze entwickelt aber auch die Weiterführung des Sanierungsgebietes mit innerörtlicher Entwicklung intensiv betrieben. Die Kinder sind gut versorgt, ebenso die Älteren in der Gemeinde. Insgesamt können wir sehr viel für Familien bieten. Unser Optimismus ebenso wie der Blick und das Ausrichten auf die Zukunft bleiben bestehen.“

So waren für die diversen Teilorte rechtzeitige Planungen vorgenommen worden. Der Festsetzungsbeschluss für sieben neue Bauplätze im Donebacher Fasanenweg und die Offenlegung für ebenfalls sieben neue Bauplätze im Daniersweg Reisenbach. Mit einer geänderten Abrundungssatzung wurden in Schloßau, Steinbach und Mörschenhardt drei neue Bauplätze geschaffen, und im Kernort selbst 38 neue am bereits weitgehend erschlossenen Rumpfener Buckel, die schon jetzt sehr begehrt sind. Aber auch der Golfplatz Mudau hat unter dem neuen Betreiber und dessen Plänen für zusätzlichen Fußballgolf, Wohnmobilstellplätze und Erweiterung der Bewässerung wieder eine Zukunft.

Darüber hinaus ist mit dem fertigen Entwurf für die Neuplanung von Krippengruppen beim Kindergarten in der Langenelzer Straße an die Kleinsten der Gemeinde gedacht und mit der Eröffnung des neuen Seniorenheims auf dem ehemaligen Gelände „Sägewerk Link“ mit den kurz vor Vollendung stehenden Neubauten für Betreutes Wohnen an die Älteren. Mietwohnungen konnten zum einen in der Schloßauer Straße dank der Lage im Sanierungsgebiet geschaffen werden und bald wird es weitere nach den derzeitigen Abrissarbeiten in einem neuen Mehrfamilienhaus in der Hauptstraße geben.

Zahlreiche Investitionen

Trotz der schwierigen finanziellen Lage wurden zahlreiche Investitionen getätigt beziehungsweise fertiggestellt. Allen voran die energetische Sanierung des Mudauer Rathauses nach dem aufwendigen Umzug der Gemeindeverwaltung in die Grundschule, wo nach dem Rückzug ins Rathaus anschließend mit Hilfe von ELR-Mitteln zwei Krippengruppen als Übergangsprovisorium geschaffen wurden. Investitionen flossen in Kanalsanierung und Ausbau Brunnenweg Scheidental, in die technische Infrastruktur bei Wasserversorgung und Abwasserbehandlung durch bessere Phosphorelimination bei der Kläranlage Mudau, eine neue Pumpe beim Abwasserpumpwerk Schloßau sowie in die Wasserversorgung Mudau mit einem neuen Druckwindkessel in Waldauerbach und einer neuen Pumpe im Tiefbrunnen III.

Stolz war man auf einen weiteren Förderbescheid in der zu Ende gehenden Flurneuordnung Scheidental für den Gemeindeverbindungsweg Klingenweg. Des Weiteren ist schon sicher, dass nach Abschluss der Flurneuordnung Scheidental der Startschuss für die Flurneuordnung Reisenbach fällt. Bereits in Arbeit sind dafür die artenschutzrechtliche Prüfung, die ökologische Ausgleichsbilanz sowie Kosten- und Finanzierungsraum.

Mit einem Dank an die vielen Ehrenamtlichen, die sich in der Betreuung der mittlerweile 46 Asylbewerber in Mudau und seinen Ortsteilen einsetzen, leitete Dr. Rippberger zu Corona und der künftigen Gesundheitsvorsorge der Odenwaldgemeinde über. So habe es bedauerlicherweise Anfang 2020 sehr viele Infizierte in Mudau gegeben, und auch Todesfälle. Zudem seien die Auswirkungen des Virus auf die heimische Wirtschaft und den Haushalt der Gemeinde bereits erheblich und die Konsequenzen für die nächsten Jahre seien nicht absehbar.

Betreffend der künftigen Ärzteversorgung unterstütze man durch Planung eines Ärztehauses. Ein Gemeindeeigenes zentrales Grundstück stehe zur Verfügung, das Beratungsbüro Dostal sei beauftragt und Investoreninteresse vorhanden. Es werde ebenso wie die Glasfaserversorgung bis in jedes Haus ein zentrales Thema für 2021 werden. L.M.