Mudau

Vortrag über E-Mobilität Ernst Stephan ging auf Entwicklungen und aktuelle Diskussionen ein

„Pkw kann nur mehr oder weniger umweltschädlich sein“

Archivartikel

Mudau.„Ein Pkw ist nie umweltfreundlich, er kann nur mehr oder weniger umweltschädlich sein“, so Ernst Stephan, Vorstandsmitglied des Nabu Waldbrunn-Mülben, am Ende seines Vortrags über E-Mobilität im Mudauer Gasthaus „Zum Engel“ im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins Mudau.

Der Referent – seit rund sechs Jahren begeisterter E-Autofahrer – informierte über Entwicklung und derzeitigen Stand der E-Mobil-Technik, die eigentlich der Beginn der Automobilindustrie war. Denn das erste Auto war nicht der Mercedes-Benz, sondern die Erfindung eines Elektroautos durch einen Franzosen im Jahr 1881, das weiterentwickelt 1899 auf der Pariser Weltausstellung zu bestaunen war und schon damals eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern erreichte, ebenso wie der zeitgleich entwickelte Lohner-Porsche. Natürlich seien die Batterien damals noch in den Kleinkindschuhen gewesen und die Reichweite der Fahrzeuge entsprechend gering. Das habe die forcierte Entwicklung der Verbrennungsmotoren gesichert. Erst 1999 stieg man in den USA wieder in die Elektro-Fahrzeugentwicklung ein.

Inzwischen seien die Elektro-Fahrzeuge auch finanzierbar, was sich bis Herbst 2020 noch weiter verbessern werde bezüglich Reichweite und Ladezeit. 300 bis 500 Kilometer Reichweite seien inzwischen schon garantiert, ebenso wie eine Ladezeit von 30 Minuten bei Gleichstrom und ein bis acht Stunden bei Wechselstrom. Doch die Entscheidung zum Kauf eines Elektroautos werde den Käufern schwergemacht, denn die viel zu emotionalen Diskussionen seien so kontrovers wie die Informationen durch die verschiedensten Lobbyisten.

Tatsache sei, dass die Elektroautos noch nicht für alle beruflichen Zweige oder Einsatzzwecke sinnvoll oder effektiv sind, doch das Argument der anscheinend hohen Anschaffungskosten greife ebenso wenig wie das „Märchen, dass der Bio-Strom nicht ausreichen würde, wenn man die Verbrennungs-Fahrzeuge gegen E-Fahrzeuge austauschen würde“.

Der Wirkungsgrad und der Emissionswert von reinen Elektro-Autos ist nach Meinung von Ernst Stephan „eindeutig sehr viel effektiver“ als bei der Kombination mit Brennstoffzellen oder beim Verbrennungsmotor. Und die flächendeckenden Stromtankstellen seien auch jetzt schon in Deutschland ausreichend vorhanden. L.M.