Mudau

Defibrillatoren in Rumpfen und Steinbach Dr. Harald Genzwürker machte Mut zur Defi-Schulung

Norbert Ziegeler: „Das primäre Ziel ist erreicht“

Steinbach/Rumpfen.Norbert Ziegeler vom Malteser Rettungsdienst, der sich überdurchschnittlich für das Ziel engagiert hatte, dass in allen Mudauer Ortsteilen ein solcher Defibrillator für 24 Stunden erreichbar ist, kann nun stolz verkünden: „Primäres Ziel erreicht“.

Nachbestuhlung war nicht mehr möglich und so wurden die letzten Stehplätze im Medienraum der Alten Schule Steinbach ausgenutzt, um der umfangreichen Schulung zur Einführung des ersten 24 Stunden zugänglichen Defibrillators in Steinbach und des 14. in der Gesamtgemeinde beiwohnen zu können. Ortsvorsteher Christoph Helter begrüßte zu diesem besonderen Anlass zahlreiche Gäste. Mit Hilfe der Steinbacher Jugendfeuerwehr stellte Ziegeler alle Geräte und deren Platzierungen der Gesamtgemeinde vor. Als sekundäres Ziel nannte er eine Defi-Verteilung in der Gemeinde, bei der jeder Bürger in maximal drei Minuten ein solches Gerät erreichen kann. Ein Dank von Norbert Ziegeler ging an Erich Trunk und die Sparkasse Neckartal-Odenwald als Sponsoren des Steinbacher Gerätes, an Susanne Vogler von der Bärenapotheke, die den jährlichen Defitag ermöglicht sowie an Dr. Harald Genzwürker, der sich intensiv für das Projekt „Mobile Retter im Neckar-Odenewald-Kreis“ und die Initiative zur flächendeckenden Ausstattung des Kreises mit Defibrillatoren eingesetzt hatte. Beides beleuchtete er in seinem Vortrag in Steinbach und zeigte sich dabei stolz auf das engagierte Ehrenamt im ländlich strukturierten Neckar-Odenwald-Kreis, auf die vorbildliche Defi-Aktion in Mudau und die Erfolge der kreisweiten Aktion – zum Beispiel in der „Woche der Wiederbelebung“ mit schon jetzt überdurchschnittlicher Defi-Dichte – aktuell 231 Stück - im Landkreis, die auf einer entsprechenden Handy-App schnell aufzufinden seien. Da Notfälle keinen Urlaub machen, wäre es für jeden Bürger wichtig, sich auf www.mobile-retter-nok.de ausführlich über die lebensrettenden Möglichkeiten zu informieren und möglicherweise auch motivieren zu lassen, selbst dem Mobile-Retter-Team anzugehören. In entsprechenden Kursen würde man – wie in der nachfolgenden Defi-Schulung durch Norbert Ziegeler – lernen, sich zu trauen, lebensrettend aktiv zu werden. „Schließlich ist bei den meisten der Rot-Kreuz-Kurs vom Führerschein bereits seit ein/zwei Tagen vorbei!“ So die ernst gemeinte scherzhaft anmutende Prognose von Dr. Genzwürker als Ankündigung der Schulung, in der alle Anwesenden gefordert waren, zu überlegen: „Was macht man in welcher Reihenfolge, wenn man einen Menschen irgendwo liegen sieht, und dieser nicht mehr ansprechbar ist!“ Feststellen, ob er noch atmet, Notruf absetzen, 30 Herzmassagen und zwei Beatmungen im Wechsel, Defi holen lassen und unterstützend nach dessen Anweisungen einsetzen. In Steinbach traf der Abend auf guten Nährboden.

Auch in Rumpfen gibt es mittlerweile eine Defi. Sehr zur Freude von Ortsvorsteher Karl Herkert und der Rumpfener Einwohner hängt außen an der zentral gelegenen örtlichen Schule ein Defibrillator. Der kleine Lebensretter konnte Dank großzügiger Spenden durch die Volksbank Franken, vertreten durch Reiner Kistner und Ralf Haas, angeschafft werden. Auch die Rumpfener kamen gleich bei der offiziellen Übergabe zu einer eigenen Schulung, und die Resonanz auf die Einladung zum Üben war überragend. L.M.