Mudau

Sitzung des Gemeinderates Forstwirtschaftsplan des Gemeindewaldes für 2021 festgelegt / Räum- und Streudienst erhält im Winter ein zusätzliches Fahrzeug

Neue Pläne für den Golfplatz in Mudau

Archivartikel

Mudau.Nicht gerade üppige Einnahmen verzeichnete die Gemeinde aus dem Gemeindewald Mudau auf der Habenseite des Gemeindehaushaltes, trotz dass das Jahr 2019 noch mit einem Plus von 6526 Euro endete. Und das, obwohl 2019 rund 1300 Festmeter Käferholz und eine planmäßige Nutzung von weniger als 50 Prozent berücksichtigt wurden. Deutlich wurden die rückläufigen Gewinne anhand der von Forstbetriebsleiterin Anna Haas vorgelegten Zahlen im Forstbetriebsplan für das laufende Jahr, präsentiert am Mittwochabend im Rahmen der Gemeinderatssitzung.

Defizit erwartet

Den geplanten Einnahmen in Höhe von 83 925 Euro stehen Ausgaben in Höhe von 109 825 Euro gegenüber, was ein Defizit von voraussichtlich 25 900 Euro, im schlimmsten Fall 31 000 Euro bedeutet. Dabei sind voraussichtlich 500 Festmeter Käferholz, circa 600 Festmeter Sturmholz und rund 50 Prozent des Einschlags nicht planmäßig. Und das bei Holzpreisen auf Allzeit-Tief, erhöhtem Aufwand bei Kulturen und Waldschutz sowie der längst nicht mehr kostendeckenden Aufarbeitung von Käferfichte. Mit mehrheitlichem Votum stimmte das Gremium in der Odenwaldhalle dem vorgelegten Forstwirtschaftsplan des Mudauer Gemeindewaldes für das Jahr 2021 zu.

Dabei sieht die Naturalplanung für 2021 vor, den Hiebsatz auf Niveau der Forsteinrichtung bei eingeplanter zufälliger Nutzung von 400 Festmetern Käferholz zu halten. Laut Anna Haas sind Buche, Eiche, Douglasie und Lärche 2021 voraussichtlich gut zu verkaufen. Rückwirkend wurde auch einem Wechsel des Forstbetriebes von Mudau zur Regelbesteuerung – bislang galt eine Pauschalbesteuerung zum 1. Januar dieses Jahres – zugestimmt.

Mit diesem Wechsel kann die Gemeinde die selbst gezahlte Mehrwertsteuer als Vorsteuer abziehen. Nach Schätzung der Forstbetriebsleitung könnte damit das Haushaltsergebnis von 2020 um circa 10 000 bis 12 000 Euro verbessert werden. Am Ende ihres Vortrags informierte Haas über die Möglichkeiten, mit Hilfe von Maßnahmen im Wald ein baurechtliches Öko-Konto aufzufüllen.

Insolvenz sorgte für Aufsehen

Bereits im Vorfeld der Sitzung sorgte der bis weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Mudauer Golfclub für Schlagzeilen und Diskussionen. Grund hierfür war und ist die Tatsache, dass der Golfclub Mudau Insolvenz anmelden musste, aber zwischenzeitlich durch die Golfplatz Mudau GmbH als hundertprozentige Tochter der Tisatec GmbH aus Riedstadt weitergeführt wird. Wie Joachim Prutzer in seiner Funktion als Geschäftsführer der Betriebs-GmbH mitteilte, sollen die eigentlichen Golfspielflächen ertüchtigt und so umgebaut werden, dass sie den heutigen Ansprüchen wieder genügen – wenn die Umsetzung rechtlich möglich ist. Daneben sollen im Bereich des Golfplatzes Angebote geschaffen werden, die die Attraktivität der Anlage erhöhen und auch breite Bevölkerungsschichten ansprechen, sofern die Nutzer einer Öffnung positiv gegenüber stehen werden.

Der Geschäftsführer nannte als Grundlage für einen Neuanfang zur Kenntnisnahme durch den Gemeinderat eine Modifizierung der Spielbahnen und Greens sowie der Driving-Range, die Erweiterung der Bewässerung auf den Spielbahnen, bauliche Um- und Ergänzungsarbeiten im und am Clubheim und die Schaffung zusätzlicher Möglichkeiten für die Speicherung von Oberflächenwasser zur Platzberegnung. Weiter sollen, so die Vorstellungen von Herrn Schwab als Planer, bestimmte Geländemodellierungen vorgenommen und zwei Spielbahnen als Umwidmung eingebunden werden im Bereich zwischen der Kreisstraße und dem Clubhaus für Freizeitzwecke wie beispielsweise Fußballgolf, Wohnmobilstellplätze sowie Angebote für Kinder – etwa mit Streicheltieren. Allerdings müsste dafür der Bebauungsplan aus dem Jahre 1994 geändert werden, soweit Freizeitnutzungen etabliert werden sollen, die über den herkömmlichen Golfsport hinausgehen.

Seine Zustimmung gab das Gremium dem von Christoph Müller vorgelegten Winterdienstplan im Rahmen des Räum- und Streudienstes. Aufgrund der wachsenden Verkehrsflächen wie etwa in den Baugebieten in Mudau und Langenelz stimmte man dem Vorschlag der Verwaltung zu, künftig einen zusätzlichen Leihschlepper von der ZG Raiffeisen Walldürn für die Dauer von drei Monaten – eine Verlängerung ist möglich – für den Winterdienst anzumieten. In einer Größenordnung von 14 050 Euro stimmte der Gemeinderat zudem einer Annahme von Spenden zu, die sich wie folgt gliederten: für Spielplätze 500 Euro, für den Spielplatz Steinbach 3000 Euro, für den Spielplatz Brückengut Mudau 400 Euro, für die Feuerwehr Langenelz 150 Euro und für die Feuerwehr Schloßau als Sachspende eine Tragkraftspritze im Wert von 10 000 Euro. L.M.