Mudau

Gemeinderat Mudau Studie zur Zukunft der hausärztlichen Versorgung vorgestellt / Bebauungsplan „Fasanenweg“ beschlossen

„Die Einzelpraxis ist ein Auslaufmodell“

Archivartikel

Mudau.Im Rahmen einer vom Mudauer Gemeinderat beauftragten Studie hat sich das Büro Dostal&Partner Management-Beratung aus Vilsbiburg mit der hausärztlichen Versorgung in der Odenwaldgemeinde Raum und den Gestaltungsmöglichkeiten der Kommune in diesem Bereich beschäftigt.

Vorgestellt wurden die Ergebnisse in der Sitzung des Gemeinderats. Diese beinhalten eine Bewertung der aktuellen Situation in Mudau, der Handlungsbereitschaft der ansässigen Akteure, der Impulse der verschiedenen Akteure und der ärztlichen Versorgung unter Einbezug der Ärzte.

Weitere Module thematisieren konkrete organisatorische, vertragliche oder bauliche Umsetzungsschritte, die später in Auftrag gegeben werden können. Als wesentliche Eckpunkte beinhaltet das von Gabriele Dostal vorgestellte erste Modul insbesondere das Ergebnis der Marktforschung, bei dem nur in jeder dritten bis fünften Kommune eine Hausarztpraxis nachbesetzt werden kann. Demnach sei die Einzelpraxis ein Auslaufmodell und der Trend gehe zu Praxen, in denen mehrere Ärzte als Angestellte arbeiten. Hilfreich wäre aus ihrer Sicht eine Abschaffung des „Numerus clausus“ und eine Verteilung der Studienplätze nach individueller Eignung der Bewerber. Dostal empfahl die Einbindung der niedergelassenen Ärzte in größere Praxen, eventuell überörtlich mit Teilzeitmodellen und Ähnlichem.

Förderung möglich

Mudau könne eine Ziel-und-Zukunft-Förderung der Kassenärztlichen Vereinigung in Höhe von 80 000 und 40 000 Euro für eine Arztpraxis zuzüglich 5.000 Euro einmalig für Anstellungsaufwand in Anspruch nehmen. Derzeit gebe es drei potenzielle Gemeinschaftspraxen aus der Umgebung, die sich mit Unterstützung der Gemeinde eine Zusammenarbeit vorstellen könnten.

Der Gemeinderat nahm die Ergebnisse der Studie zur Zukunft der Ärzteversorgung in der Gemeinde zur Kenntnis, ergänzt durch einige Ratschläge von Lisa-Marie Bundschuh von der Kommunalentwicklung des Landratsamts. Das Gremium will sich auch in Zukunft intensiv mit diesem Thema befassen.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt stellte das Gremium für die Sanierung der Kanal- und Wasserleitung mit Reststraßenbau des „Buchwegs“ in Mudau die Kosten in Höhe von 495 163 Euro fest (95 836 Euro unterhalb des Vergabepreises). Die von der Firma Schweikert aus Oberkessach durchgeführten Arbeiten waren im Mai 2019 abgenommen worden.

Außerdem stellten die Gemeinderäte die Kosten für die Erschließung des Baugebietes „Struthäcker II“ in Langenelz mit 389 698 Euro fest (24 627 Euro unterhalb des Vergabepreises). Die von der Firma August Mackmull aus Muckental ausgeführten Arbeiten waren im Juni 2019 abgenommen worden.

Weitere Kostenfeststellungen waren die Abgasabsauganlagen in den Feuerwehrgerätehäusern von Langenelz, Schloßau und Scheidental in Höhe von 22 102 Euro (Firma Ecovent aus Lübbecke) sowie der Sanierung des Löschwasserbehälters in Scheidental in Höhe von 18 911 Euro (Firma Ulrich Kohlhammer aus Möckmühl). Im Rahmen von Arbeitsvergaben wurde das Ingenieurbüro Sack & Partner aus Adelsheim für 34 206 Euro mit der Ausführung der Ingenieurleistungen für die Erneuerung der Wasserleitung in der Scheidentaler Straße in Mudau beauftragt, weil vom Kreuzungsbereich Hauptstraße/Langenelzer Straße bis zum Kreisverkehr Wasserrohrbrüche zunehmend Probleme bereiten.

In den Entwurf des Bebauungsplans „Fasanenweg“ in Donebach wurden inzwischen die Ergebnisse der Bürger- und Behördenanhörungen und die Leistungen zur artenschutzrechtlichen Prüfung eingearbeitet.

Bürgermeister Dr. Rippberger: „Es kann festgestellt werden, dass keine wesentlichen Bedenken oder Anregungen vorgetragen wurden, die innerhalb der Abwägung nicht bewältigt werden konnten“. Nach Erläuterungen von Hauptamtsleiter Herbert Knapp beschloss der Gemeinderat die Satzung zum Bebauungsplan „Fasanenweg“, einschließlich der darin enthaltenen örtlichen Bauvorschriften. L.M.