Mudau

Bildstockwanderung Thomas Müller gab Firmlingen viele Informationen

Bildstöcke und Wegekreuze als interessante Zeitzeugen vorgestellt

Schloßau.Man sollte meinen, eine Bildstockwanderung zählt im Zeitalter von Smartphone und Tablett nicht unbedingt zu den bevorzugten Freizeitbeschäftigungen im Firmlings-Alter, doch wie sich zeigte, schlossen sich immerhin fünf Heimatinteressierte diesem Projektangebot von Thomas Müller in Schlossau an und waren mit Feuereifer dabei. Nach einer kurzen Einweisung über die Arten und Epochen der auf Schloßauer Gemarkung stehenden Bildstöcke ging es vom Spielplatz Schloßau aus los, um so Einiges über etwa 25 dieser Zeitzeugen sowie einige interessante Geschichten ihres Heimatdorfes zu erfahren. Ursprünglich aus Holz – und deswegen relativ schnell verwittert – wurden Wegekreuze schon bald aus Stein gehauen.

Bestimmtes Ereignis

In den folgenden Jahrhunderten entwickelten sich die wuchtigen Steinkreuze zu Bildstöcken. Grund für die Setzung war immer ein bestimmtes Ereignis, zum Beispiel Unglück, Unwetter oder Todesfall.

Die ersten Bildstöcke bestanden aus einem Häuschen mit eingearbeiteter Tontafel, dann mit einer Figur. Es folgten mächtige Bildstöcke mit filigranen Tafeln, häufig bemalt. Eine Beschriftung des Schaftes wurde üblich. Die Übergänge zwischen den einzelnen Epochen waren fließend.

Mit steigendem Wohlstand wurden auch sehr aufwendige Bildstöcke gesetzt. Wohlhabende Bauern bauten nun auch Wegekapellen zum Hineingehen. Aus den Bildstöcken wurden nun wieder Wegekreuze, allerdings sehr fein gearbeitet. Wie Thomas Müller ausführte, findet man in Schloßau aus nahezu jeder Epoche Bildstöcke mit Ausnahme der ersten mächtigen Steinkreuze. Aufgabe der Firmlinge bei dem Rundgang war es, jeweils die Art der Flurdenkmäler zu bestimmen, deren Geschichte erzählt wurde. L.M.