Mudau

Gemeinderat Mudau Gremium beschäftigte sich weiter mit dem Glasfaserausbau / Lediglich ein Drittel des Einschlags im Wald durchgeführt

Bauplatzpreise für Mudau und Ortsteile stehen

Archivartikel

Mudau.Neben Corona beherrscht nach wie vor der Glasfaserausbau zum schnellen Internet die Tagesordnungen so mancher Gemeinderatssitzungen in der Region. So auch jüngst im Mudauer Gremium, das in der Odenwaldhalle tagte. In deren Verlauf stellten sowohl Herbert Knapp von der örtlichen Verwaltung als auch Gregor Strobel als Projektleiter von der Firma IK-T aus Regensburg den aktuellen Masterplan für den Glasfaserausbau in Mudau mit allen Teilgemeinden vor.

Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger sagte einleitend: „Seit über zwölf Jahren wird in der Gemeinde Mudau die Breitbandversorgung als kommunales Aufgabenfeld gesehen und in dieser Zeit konnte durch Investitionen der Gemeinde und durch das Programm des Neckar-Odenwald-Kreises die Versorgung nahezu aller Ortsteile deutlich verbessert werden“. Gleichwohl wurde dabei auch deutlich, dass man im ländlichen Raum den städtischen Möglichkeiten immer noch hinterherhinke und eine zeitliche Straffung des Ausbaus wünschenswert sei. Wie weiter erläutert wurde sei die derzeitige Verbesserung dadurch erreicht worden, dass Glasfaseranschlüsse an ausgewählte Verteilerkästen herangeführt und diese Versorgungspunkte dann technisch aufgerüstet wurden.

Problem: Kupferleitungen

Das Problem benannte Rippberger wie folgt: „Von dort aus führt allerdings das Signal auch weiterhin über die bestehenden Kupferleitungen bis in die Häuser“. Es sei jedoch langfristiges Ziel der Bundesregierung, in Deutschland einen direkten Glasfaseranschluss in jedes Gebäude zu bringen, weil damit die bisherigen Restriktionen durch die so genannte „Dämpfung“ der Kupferverbindungen entfallen und damit erheblich höhere Datenraten bereit gestellt werden können. Der Gemeinderat hatte bereits im Juli vergangenen Jahres die Firma IK-T aus Regensburg mit der Erstellung eines Masterplanes für die Glasfaserversorgung aller Gebäude in Mudau bei einer 100-prozentigen Förderung zum Preis von 36 656 Euro beauftragt.

Wie die Gemeindeverwaltung mitteilte, zog man anlässlich der Erschließung des Baugebietes „Rumpfener Buckel“ aus diesem Masterplan einen praktischen Nutzen, nachdem weder die Telekom noch ein sonstiger Anbieter die notwendigen Leerrohre im Gebiet verlegen konnte oder wollte. Deshalb wurde durch das Ingenieurbüro der Gemeinde mit Unterstützung von IK-T die Leerrohrinfrastruktur im „Rumpfener Buckel“ geplant und gebaut. Die Mitglieder des Gemeinderates nahmen auch dies zustimmend zur Kenntnis.

Mit geplanten Gesamtkosten in Höhe von einer knappen Million Euro sollen die erforderlichen Arbeiten zur Abwasser- und Fremdwasserbeseitigung sowie für die Wasserversorgung im Bereich „Alter Weg“ in Schloßau durchgeführt werden. Die Verwaltung wurde auch damit beauftragt, die möglichen Förderanträge zu stellen. Wie Diplomingenieur Oswald Gehringer vom Ingenieurbüro „Sack und Partner“ aus Adelsheim erläuterte, sei bei der Überarbeitung des Kanalisationsplanes und der Fremdwasserstudie ermittelt worden, dass im Bereich des „Alten Weges“ der gesamte Abfluss aus dem Ortsteil in zwei Schächten zusammentrifft, wodurch ein erhöhter Ein- und Rückstau entsteht. Durch die Undichtigkeit der Kanäle würden auch die in diesem Bereich liegenden zahlreichen Brunnen und Quellen in den Mischwasserkanal einleiten und so für ein hohes Fremdwasseraufkommen sorgen. Dies sorge für höhere Betriebskosten am Pumpwerk Schloßau und der Kläranlage in Mudau.

Nur ein Drittel des Einschlags

Zur Kenntnis nahmen die Mitglieder des Gemeinderates auch den aktuellen Bericht der Forstbetriebsleitung und der Forstlichen Vereinigung Odenwald Bauland, vertreten durch Forstbetriebsleiterin Anna Haas, Geschäftsführer Helmut Schnatterbeck und Revierleiter Michael Schwarz. Hierbei wurde kurz auf die Schnittstellen in der Aufgabenbewältigung der beiden Institutionen eingegangen und ein Lagebericht über den allgemeinen Zustand des Gemeindewaldes abgegeben.

Der Schwerpunkt lag vor allem bei den Auswirkungen der Dürre, des Schädlingsbefalls und des Klimawandels – kurz „Klimastress im Odenwald“ und wie sich dies in Zukunft auf Entwicklung und Ertrag der Wälder auswirken werde. Dabei wird vermutet, dass auch die Buche auf Dauer nicht mehr im Odenwald überleben wird.

Von den 7000 Hektar Wald auf Mudauer Gemarkung wurden 600 Festmeter Sturmholz, 500 Festmeter Käferholz und lediglich ein Drittel des Einschlags planmäßig durchgeführt. 2020 sind Pflanzungen mit Douglasie, Zedern, Bergahorn und Esskastanien erfolgt, die man beobachtet.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt setzte der Gemeinderat den Bauplatzpreis für das neue Baugebiet „Rumpfener Buckel“ in Mudau mit 120 Euro pro Quadratmeter fest, wobei die Erschließungs-, Wasserversorgungs- und Abwasserbeiträge bereits enthalten sind. Weiter wurde der Bauplatzpreis für die vorhandenen kommunalen Bauplätze in den Ortsteilen Donebach, Langenelz, Mörschenhardt, Reisenbach, Scheidental, Schloßau und Steinbach mit 55 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Für die Bauplätze in Mudau/Brückengut soll ein Preis von 70 Euro pro Quadratmeter verlangt werden. Auch hier sind im Verkaufspreis die Erschließungs-, Wasserversorgungs- und Abwasserbeiträge bereits enthalten.

Die Stadt Buchen plant mit der „Marienhöhe“ ein neues Baugebiet zu erschließen, wogegen keine Bedenken oder Anregungen geäußert wurden.

Am Ende der Sitzung genehmigte das Gemeindegremium die Anträge auf Anlage von Weihnachtsbaumkulturen auf der Gemarkung von Donebach von 45,46 Ar und auf der Gemarkung Schloßau/Waldauerbach von 2,21 Hektar.