Mudau

Ehrenamtsprojekt „1 Stunde Zeit“ Die Katholische Seelsorgeeinheit Mudau bietet in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeinde Hilfe an

Anderen Menschen den Alltag erleichtern

Archivartikel

Mudau.Die Dörfer werden größer, die Menschen müssen berufsbedingt heute sehr viel öfter den Wohnort wechseln als früher und in der Folge ist es nicht mehr selbstverständlich, dass man die Menschen in der Nachbarschaft, ihre Sorgen und Nöte kennt. Nachbarschaftshilfe ist sehr viel schwieriger geworden, auch wenn sich die Einstellung der – vor allem ländlichen – Bevölkerung eigentlich nicht geändert hat. Man ist gerne für den anderen da, man hält auch gerne mal ein Schwätzchen oder wechselt sich in Fahr- oder Einkaufsdiensten ab.

Nachbarschaftshilfe wird auch heute noch im ländlichen Raum großgeschrieben, nur muss sie eben auch hier inzwischen ein wenig anders organisiert werden als in früheren Zeiten, in denen man mit den Nachbarn erst groß und dann alt geworden ist. Das hat sich der katholische Pfarrgemeinderat Mudau auf einer seiner letzten Klausurtagungen auf die Frage „Wie erleben wir Kirche heute“ zur Aufgabe gemacht und das Ehrenamtsprojekt „1 Stunde Zeit“ ins Leben gerufen.

Inzwischen hat dieses Hilfsangebot der Katholischen Seelsorgeeinheit Mudau in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeinde Mudau konkrete Formen angenommen und kann sich auch schon über erste Anfragen freuen. Während einer kurzen „Dienstbesprechung“ des Projektkoordinationsteams, bestehend aus Karin Fleischer, Klemens Herkert und Maria Pittner von der Katholischen Kirchengemeinde, Pfarrerin Rebecca Stober von der evangelischen Kirchengemeinde sowie Herbert und Monika Knapp von der Gemeinde Mudau, wurde deutlich, wie groß die Freude über die steigende Annahme des Angebots ist. Man lernt neue Menschen kennen, der Zusammenhalt in der Gemeinde wird enorm gestärkt und es ist durchaus etwas Wahres an der Philosophie, dass Geben seliger ist als Nehmen.

„Wir alle brauchen doch mal Hilfe. Das ist weder alters- noch familienabhängig und schon gar kein Grund, sich zu schämen“. Es gibt bereits einen großen ehrenamtlichen Helferstab um die örtlichen Ansprechpartner, und sie alle stehen praktisch in den Startlöchern, um Hilfe suchenden Menschen ihre Zeit zu schenken. Angesprochen sind unter anderem ältere, kranke und/oder einsame Menschen, denen man den Alltag erleichtern will. Man könnte sie zu Hause oder in Senioreneinrichtungen besuchen, gelegentlich Besorgungen übernehmen oder sie zum Arzt, zur Kirche, zu Behörden, zum Einkaufen oder bei Spaziergängen begleiten. Möglich wäre auch Hilfe bei Anträgen oder Formularen oder der Besuch bei neuen Mitbürgern, ebenso wie kurzzeitige Kinderbetreuung, die stundenweise Entlastung pflegender Angehöriger, kleine praktische und handwerkliche Arbeiten oder die Unterstützung bei der Grabpflege, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Folgende Personen – manchmal auch deren Anrufbeantworter – nehmen als örtliche Ansprechpartner gerne Anrufe entgegen: Langenelz : Hans Slama unter 622, Mudau : Monika Knapp 1840 oder Klemens Herkert 7251, Reisenbach: Silvia Rechner 443, Scheidental: Klaus Schork 1532, Schloßau/Waldauerbach: Herbert Münkel 358 und Steinbach/Rumpfen: Martina Farrenkopf 1217. Die Verantwortlichen betonen, dass man bestehende Dienstleistungsangebote von zum Beispiel Pflegediensten oder Taxiunternehmen nicht ersetzen oder mit diesen in Wettbewerb treten will. Dieses ehrenamtliche Hilfsangebot soll eine Bereicherung für alle sein, also für die Menschen die gerne ihre Hilfe für „1 Stunde“ anbieten, ebenso wie für die, die sie in Anspruch nehmen wollen. Denn wie Karin Fleischer und Klemens Herkert betonen: „Unser Projekt lebt von Menschen, die Hilfe benötigen und von Menschen, die gerne andere Menschen unterstützen.“

Beide Gruppierungen erhalten nähere Informationen während der öffentlichen Sprechstunden im Katholischen (Telefon 236) oder evangelischen Pfarrbüro (Telefon 362) in Mudau beziehungsweise auf der Homepage der Seelsorgeeinheit Mudau www.seelsorgeeinheit-mudau.de. L.M.