Mosbach

2019 hat einfach alles gepasst Chor Royal blickt beim Jubiläumskonzert in der Mosbacher Alten Mälzerei auf viele Erfolge zurück

Stehender Beifall als Lohn für ein gelungenes Konzert

Archivartikel

Mosbach.Es ist 20 Uhr, die Alte Mälzerei nahezu voll besetzt, die Stimmung erwartungsvoll. Einige Gäste beginnen zu klatschen. Und dann erscheinen sie, die Sänger des Chor Royal, der zum Jubiläumskonzert zehn Jahre Chor Royal eingeladen hatte.

Mit den „Gedanken vor Konzertbeginn“ von den Wise Guys steigt der Chor in den Abend ein. „Frage Nummer eins: Ist das Publikum gut drauf?“ - Ein Ja schallt den Sängern um Chorleiter Jochen Thurn entgegen. Doch dieser fragt vorsichtshalber noch einmal nach. Und ein noch lauteres „Ja“ ist zu hören.

Bei der anschließenden Begrüßung von Jochen Thurn und Tenor Sven Wagenhöfer, funktioniert eins von zwei Mikrofonen nicht. „Diese Schwierigkeiten hatten wir vor zehn Jahren schon“, lacht der Chorleiter und das einzelne Mikrofon wird hin und her gereicht. Mit vielen Anekdoten führen die beiden fortan durch das vielfältige Programm und sorgen so dafür, dass sich alle in die „große Chorfamilie“ aufgenommen fühlen.

Mit dem lustigen „Ohrwurm“ – wieder von den Wise Guys – und „Auf uns“ von Andreas Bourani sicherten sich die Musiker schnell die Herzen der Konzertbesucher. Jochen Thurn „tanzt“ beim Dirigieren förmlich über die Bühne und bietet dabei, ebenso wie beim Beatboxen in den Reihen der Sänger, eine ganz eigene Show – natürlich immer im Zusammenspiel mit seiner singenden Mannschaft.

Familiäre Stimmung

Die fast schon familiäre Stimmung des Konzerts trotz rund 500 Zuhörern wird auch deutlich, als der Chorleiter plötzlich ein Lied abbricht und bemerkt: „Oh, ich hab’s falsche Lied“. Beim zweiten Versuch stimmt dann alles. „Jetzt müsst’s klappen!“, bemerkt Thurn und die Sänger ernten für ihre Darbietung von „Mama Mia“ und „And so it goes“ viel Applaus. Kurz streift Sven Wagenhöfer das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall, stimmt euphorisch „Looking for freedom“ und „Wind of Change“ an, bevor er ausgebremst wird.

Mitsingen darf dann das gesamte Publikum beim Schlager „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“. Mit viel Humor, etwa auch bei dem ersten selbst geschriebenen Lied für den Chor „Sport ist Mord“, welches Tenor Daniel Bräuchle als Solist mit dickem Kissenbauch zum Besten gibt, oder den Stücken „Drück die eins“ und „Touchophonie“ singt sich der Chor in die Herzen der Zuschauer. Und die sollen dem Chor einen langgehegten Wunsch erfüllen. Die Teilnahme am Deutschen Chorwettbewerb. Bisher war man mit acht Sängern für die angebotenen Kategorien zu viele oder mit 16 Stimmen zu wenige. „Bringt uns da hin“, lautete die schlichte Bitte, die Wunsch und Mitgliederwerbung in einem war. Mit dem „Pflichtstück“ Engel von Rammstein verabschiedeten die Sänger die Gäste dann in die Pause.

„Just sing it“, lautete das Motto im zweiten Teil des Konzerts. Singen wird der Chor am 30. November bei der „Rotkäppchen Nacht der Chöre“ auch mit Michael Patrick Kelly. Für „Golden Age“ und den „Schrei nach Liebe“ erhielten sie langanhaltenden Applaus. „Wir können aber auch langsam“, so Thurn, was seine Mannschaft mit „Wie kann es sein“ und „Everglow“ eindrucksvoll unter Beweis stellte. Besonders aber das Solo von Sven Wagenhöfer, der sanft und mit geschlosssenen Augen „The Rose“ anstimmte, ließ die Zuhörer den Atem anhalten. „Wow“, flüsterte eine Frau, als Wagenhöfer geendet hatte und der wohlverdiente Applaus verklungen war.

Einsatz des Publikums

Weihnachtslieder wollten die Sänger noch keine anstimmen, dafür erklang „Sound of Silence, welches den Chor an die überraschende Akustik in der Kirche St. Afra erinnert. Ein Aha-Effekt, der mit dem Song „Take on me“ aufgegriffen wurde, bevor Wolle zum Zug kam. „Wolle, wolle mer a heut“, lachte Jochen Thurn. Je später der Abend, desto mehr war der Einsatz des Publikums gefragt. Egal, ob es um das Mitsingen des Klassikers „Es gibt Millionen von Sternen“, einen Lautstärkewettstreit zwischen den anwesenden Frauen und Männern auf „Hang on Sloppy“ oder das Mittanzen zum 90er-Jahre-Dance Meadly mit Liedern wie „Rhythm of the Night“, „What is love?“ oder „Scatman“ ging.

„In diesem Jahr hat einfach alles gepasst“, dankte Jochen Thurn allen am Konzert beteiligten sowie für zehn Jahre Chor Royal. „Don’t stop me now“, konnte es da nur heißen. Und kaum hatte der Chor geendet, erklangen auch schon Zugaberufe. Diese gewährten die Sänger in „kompakter Form“. „Wir singen zwei Lieder“, so Thurn. Sven Wagenhöfer setzte sehr zur Freude der Zuhörer noch eines drauf: „Weil Jubiläum ist, singen wir drei Lieder. Fetzig wurde es mit „Rock mi“ von Voxxclub, bevor Abbas Klassiker „Dancing Queen“ wieder viele zum Mitsingen animierte.

Am Bühnenrand sitzend, ohne Mikrofone und in aller Stille, verabschiedeten sich die Sänger vom Chor Royal dann mit „Gute Nacht Freunde“. Stehender Beifall war ihr wohlverdienter Lohn. nak