Mosbach

KZ Gedenkstätte Neckarelz 16 Kunstwerke wandern bis 2020 durch Gedenkstätten

Riesengemälde an der Fassade

Archivartikel

Noch vermittelt der große leere Holzrahmen nur einen ungefähren Eindruck dessen, was ab Sonntag an der Fassade der KZ-Gedenkstätte Neckarelz zu sehen sein wird.

Neckarelz. „Umbrüche in Kunst und Architektur“ – so lautet dieses Jahr das Motto am Tag des offenen Denkmals. Die Gedenkstätten im Bereich des ehemaligen KZ Natzweiler haben 2018 ein Projekt gestartet, das in mehreren Hinsichten Grenzen überschreitet; die KZ-Gedenkstätte Neckarelz hat sich hier ebenfalls eingebracht.

32 deutsche und französische Künstler, durch das Los zu Tandems zusammengespannt, wurden gebeten, 16 Kunstwerke von sehr großem Format zu gestalten. 3,60 x 2,60 Meter war das vorgeschriebene Maß – es entspricht der Größe einer Werbetafel im öffentlichen Raum.

Doch sind die so entstandenen plakatgroßen Gemälde eben keine Massenware, sondern höchst individuelle und spannende Kunstwerke zum Thema „Fraternité/Brüderlichkeit“. Gemeint ist dabei die im KZ selten anzutreffende Solidarität, aber auch der Schaffensprozess selbst, bei dem sich zwei ganz verschiedene Künstlerpersönlichkeiten zusammenfinden mussten.

Seltene Solidarität

In einem weiteren Sinn bezieht sich das Motto auch auf die europäische Zusammenarbeit in der Erinnerungskultur, insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich. Die 16 Werke wandern zwischen 2018 und 2020 durch die vielen Gedenkstätten auf beiden Seiten des Rheines. Zum Tag des offenen Denkmals präsentiert die KZ-Gedenkstätte Neckarelz ein neues Kunstwerk. Es stammt von Sylvie Villaume (Strasbourg) und Walter Jung (Karlsruhe) und wird direkt an der Fassade der Gedenkstätte angebracht.

Das bunte, auf den ersten Blick durchaus rätselhafte Werk, verändert das Erscheinungsbild des Gebäudes im Hof der Grundschule in Neckarelz (in der Mosbacher Straße 39).

Am Sonntag, 8. September, zwischen 14 und 17 Uhr gibt es jeweils alle halbe Stunde eine kurze Einführung zu dem Kunstwerk und zum Kunstprojekt „Fraternité“ als Ganzem.

Selbstverständlich kann auch die Gedenkstätte, an diesem Tag bei freiem Eintritt, besucht werden.