Mosbach

Berufsbildungswerk Mosbach-Heidelberg 20 Jugendliche standen zum Teil erstmals auf der Theaterbühne

„Nobody is perfect – hinfallen, aufstehen, weitermachen“

Mosbach.Ein junger Mann liegt auf dem Boden. Menschen eilen achtlos über ihn hinweg, bis ihm endlich einer auf die Beine hilft. Die Szene auf der Bühne der Aula nahm dieser Tage das Motto des jüngsten Theaterprojektes im Berufsbildungswerk (BBW) Mosbach-Heidelberg buchstabengetreu an. „Nobody is perfect – Hinfallen, Aufstehen, Weitermachen“ lautete das Thema, und der italienische Theaterregisseur und -pädagoge Massimiliano Piva verstand es wie schon im Vorjahr, mit Ausbildungskoordinatorin Brigitte Wieder aus knapp 20 Jugendlichen eine hoch motivierte Theatertruppe zu formen.

Erstmals beteiligten sich auch Schüler der Lohrtalschule an dem Projekt des Berufsbildungswerks, wo junge Menschen mit besonderem Förderbedarf in über 20 Berufen ausgebildet werden.

„Die besondere Herausforderung für mich war, aus der Gruppe eine Art Familie zu machen. Für die Vorbereitung der Performance blieben dann nur noch vier Stunden“, erzählt Massimiliano Piva. Der Italiener hat eine pädagogische Methode mitentwickelt, die sich „Cosquillas-Methode“ nennt: Menschen sollen über das Theater eigene Probleme überwinden, Gemeinsamkeit erleben und sich ihrer Fähigkeiten und ihres Wertes bewusst werden können. „Die Idee ist, dass die Teilnehmer in der Gruppe etwas von sich selbst entdecken und an Selbstbewusstsein gewinnen“, erklärt Piva. Nicht zuletzt wegen dieses Ansatzes erfreute sich das Theaterprojekt einer finanziellen Förderung durch die „Aktion Mensch“.

Zur Aufführung erwartete die Schauspieler eine prall gefüllte BBW-Aula. Nach der Begrüßung durch Leiter Manfred Weiser bekamen die Zuschauer eine mitreißende Performance zu sehen, in der Musik und Bewegung ebenso im Mittelpunkt standen wie das gesprochene Wort.

Hinterher war nicht nur das Publikum begeistert, sondern auch die Schauspieler, die teilweise noch nie eine Theaterrolle übernommen hatten. „Es hat Spaß gemacht. Man lernt sich bei so einem Projekt auf eine andere Art kennen“, berichtete Reinhold Müller, einer der Teilnehmer. Sein Fazit: „Wir sind als Gruppe zusammengewachsen.“