Mosbach

Zahlreiche Ehrengäste Einsatzleitwagen kostete 565 117 Euro / Über 100 Urlaubstage hat das Team der Feuerwehr im Vorfeld in die Beschaffung investiert

Neues Fahrzeug feierlich übergeben

Archivartikel

Nach einem Vierteljahrhundert treuer Pflichterfüllung wurde der Einsatzleitwagen 2 in Mittelschefflenz für 565 117 Euro durch einen neuen ersetzt.

Schefflenz. Dem doch eher seltenen Anlass entsprechend begrüßte Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr im Schefflenzer Rathaussaal zahlreiche Mitglieder der Feuerwehr, Bürgermeister Rainer Houck, MdL Minister Peter Hauk, die Mitglieder der ELW 2-Gruppe unter der Leitung von Harry Kollmer, Chefprogrammierer Klaus Schröder, Vertreter der Lieferfirma aus Karlsruhe, Götz Prinke als Fernmeldesachbearbeiter, den früheren Kreisbrandmeister Helge Krämer, den stellvertretenden Kreisbrandmeister Frank Fischer und weitere an der Beschaffung beteiligten Personen. Nicht vergessen wurden der Erste Landesbeamte, Dr. Björn-Christian Kleih, und Justiziarin Petra Kaciuba.

Gottes Segen für das Ausnahmefahrzeug erbaten die beiden Geistlichen, Pfarrer Stefan Albert und Pater Bernard Goworek, und für eine würdevolle musikalische und gesangliche Umrahmung der Feierstunde zeichneten sich Madita Bauer (Gesang) und Eva Sassenscheidt-Monninger (Klavier) von der Musikschule Mosbach verantwortlich.

Nach den Grußworten von dem sichtlich stolzen Bürgermeister Rainer Houck erläuterte Landrat Dr. Achim Brötel den Werdegang sowohl der Einsatzgruppe als auch des neuen Leitfahrzeuges des Landkreises. Zusammen mit dem Rettungsdienst unterhalte man seit Jahren diese durch das Landesfeuerwehrgesetz vorgeschriebene Leitstelle in Schefflenz, für die der Einsatzleitwagen eine wichtige Schlüsselrolle bilde. Hierbei gehe es um Unterstützung der Einsatzleitung bei Großeinsätzen im gesamten Landkreis mittels einer fahrbaren Einsatzzentrale mit vier Funkarbeitsplätzen und einem multifunktionalen Besprechungsraum.

Brötel erinnerte auch an die Erstbeschaffung des alten ELW 2, an die Bemühungen des früheren Kreisbrandmeisters Helge Krämer und an die zahlreichen Freiwilligkeitsleistungen durch die engagierten Mitglieder der Schefflenzer Leitstelle. Wie bereits Bürgermeister Houck in seinem Grußwort erwähnt hatte, blickte auch der Landrat an die Geschichte des Vorgängerfahrzeugs. Ein gebrauchter Kleinbus der Telekom, Baujahr 1985, beschafft mit einer Grundstockspende des Kernkraftwerks Obrigheim (KWO) in Höhe von seinerzeit 20 000 Mark auf Initiative von Helge Krämer und auf ehrenamtlicher Basis mit unglaublichen Eigenleistungen von mindestens 3500 Stunden durch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Schefflenz ausgebaut.

Für den Erfolg des Fahrzeugs stehen seine 25 Dienstjahre, welche vor allem durch die entscheidend weiterentwickelte Technik ihr Ende fanden. Im Oktober 2016 habe man den neuen ELW 2 ausgeschrieben und am 13. Februar 2017 den Zuschlag an den günstigsten Bieter, die Bickle & Scherer Kommunikationstechnik in Karlsruhe erteilt. Neben einem eingebauten Stromerzeuger hat das 360 PS starke Fahrzeug, Batterien, vier Funk- beziehungsweise Disponentenplätze,zwölf bis 14 parallel nutzbare Arbeitsplätze, 29 Computeranlagen, 31 Antennen auf dem Dach, Satellitenschüssel, zwei Antennenmasten, zwölf eingebaute Funkanlagen, 14 Handsprechgeräte und 14 Telefone mit analog und digitalen Anschlüssen an Bord. Weiter einen Satellitenanschluss für Datenkommunikation und Fernsehen, ein Smartboard zur Lagedarstellung und einen Kühlschrank. Dies alles biete gerade für den Führungs- und Verwaltungsstab bei Katastrophen und Großschadenslagen, aber auch als mobiler Leitstellenersatz bei technischem Ausfall der Leitstelle selbst oder bei landkreisweiten Funk-Infrastruktur und der digitalen Alarmierung, künftig optimale Bedingungen, betonte Landrat Dr. Brötel weiter.

Darüber hinaus soll der ELW 2, aber auch bei kreisweiten Funklehrgängen oder als reine technische Unterstützung der örtlichen Einsatzleiter zur Verfügung stehen. Bereits seit 25 Jahren leiste die ELW 2-Gruppe unter Harry Kollmer in Schefflenz als eingeschworenes Team auf ehrenamtlicher Basis hervorragende Arbeit.

Deshalb galt ein besonderer Dank des Landrates auch dem Team mit Philipp Küller, Markus Söhner und Heiko Hoßfeld, die sich um die Unterhaltung des Fahrzeuges kümmern werden. Als kleines Dankeschön auch namens der Kreisverwaltung und des Kreistages überreichte er allen Beteiligten eine nach einer Zeichnung des 1. Landesbeamten Dr. Kleih und von der Kunstabteilung der Mosbacher Gewerbeschule gefertigte Skulptur.

Über 100 Urlaubstage habe sein Team im Vorfeld der Beschaffung investiert, betonte Harry Kollmer als Leiter der ELW 2-Gruppe, der seinen Mitstreitern für ihren Einsatz dankte und der bereits bei der Einweihung des 1. Fahrzeuges anwesende Minister Peter Hauk erinnerte an die über 100 000 Euro Fördermittel durch das Land Baden-Württemberg und bezeichnete die ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte als „unbezahlbar“.