Mosbach

Tag der Kinderarbeit Charlotte Schneidewind-Hartnagel macht auf Weltläden-Angebot aufmerksam

Kauf von Produkten aus „fairem“ Handel kann helfen

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Die Bundestagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel (Bündnis 90/Die Grünen) hat anlässlich des internationalen Tages gegen die Kinderarbeit am Freitag die Verbraucher aufgerufen, sich beim Einkaufen bewusst gegen Kinderarbeit zu entscheiden.

„Auch hier bei uns können wir bewusste Entscheidungen gegen Produkte aus Kinderarbeit treffen“, sagte die Sozialpolitikerin.

„Jedes Kind hat ein Recht auf Kindheit. Unsere Kaufentscheidungen und kommunale Beschaffungsmaßnahmen auf fairer Basis bewahren Kinder vor Kinderarbeit und eröffnen ihnen Zeit zum Spielen und Lernen.“

Mehr als 150 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten weltweit für ihren Lebensunterhalt oder den ihrer Familien, in Zwangsarbeit oder Schuldknechtschaft, in Landwirtschaft, Privathaushalten, oder Industriebetrieben, so die Abgeordnete. Sie arbeiten zum Beispiel bei der Grabsteinherstellung in indischen Steinbrüchen oder bei der Kakaoernte für die Schokolade der großen Lebensmittelkonzerne an der westafrikanischen Elfenbeinküste.

Mit einem Besuch im Mosbacher Weltladen machte Schneidewind- Hartnagel deutlich, wie auch Kaufentscheidungen im Main-Tauber- Kreis und im Neckar-Odenwald-Kreis die Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern positiv beeinflussen können. „Wer Produkte aus rein kinderarbeitsfreier Produktion kauft, tut aktiv etwas gegen die Ausbeutung von Kindern“, sagte sie.

Ulrike Paeper, Vorsitzende des Trägervereins „Partnerschaft In Einer Welt“, und ihre für den Einkauf des Weltladens zuständige Kollegin Lisa Kohler begrüßten die Abgeordnete und machten auf fair produzierte und gehandelte Produkte aufmerksam. Alle Weltläden europaweit unterlägen einer strengen Konvention, die fairen Handel in einer Handelspartnerschaft vorsehe, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruhe und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebe, erklärte Paeper.

Schneidewind-Hartnagel machte deutlich, dass nicht alle die Möglichkeit hätten, kinderarbeitsfreie Produkte zu kaufen. Wer es sich jedoch leisten könne, habe die Wahl, zum Beispiel Kaffee, Tee, Schokolade, Gewürze, Schmuck, Lederwaren, Haushaltsgegenstände und Kunsthandwerk aus fairem Handel zu kaufen und damit auch die Kinderarbeit einzudämmen. Lisa Kohler verwies darauf, dass die Preise gerade im Non-Food-Bereich durch den Direkteinkauf beim Erzeuger oft deutlich günstiger seien als erwartet.

„Es ist klar, dass Familien mit geringen Einkommen oder Menschen, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind, preislich günstigere Lebensmittel kaufen müssen“, stellte Schneidewind-Hartnagel fest.

Das zeige, dass eine kluge Sozialpolitik sowohl den Menschen hier als auch den Menschen in Entwicklungsländern „helfen kann – und muss.“

Wie der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Mosbacher Stadtrat, Timo Riedinger, beim Besuch im Weltladen erklärte, hätten sich nach Buchen und Wertheim auch Mosbach und der Landkreis Neckar-Odenwald auf den Weg zur „Fairtrade-Town“-Zertifizierung gemacht und gingen die damit verbundenen Nachhaltigkeitsziele an. Die Bundespolitikerin begrüßte diese Entwicklung: „Ich freue mich sehr darüber, dass in meinem Wahlkreis Odenwald-Tauber einiges vorangeht in Sachen Fairer Handel“.