Mosbach

Erfahrungen ausgetauscht Online-Lehrstellenbörse läuft noch bis Ende Oktober / Praktika in den Betrieben sind wieder möglich

Es gibt immer noch Ausbildungsstellen für 2020

Mosbach.„Anmelden, Termin vereinbaren, Ausbildungsplatz finden“, so der Appell der Initiatoren der Online-Lehrstellenbörse bei einem ersten Erfahrungsaustausch zum Online-Format der Messe. Noch bis Ende Oktober ist die Plattform freigeschaltet und Schüler können Termine mit Firmen oder Handwerksbetrieben zum Kennenlernen vereinbaren.

Jederzeit einsteigen

„Das ganze Jahr bestehen noch viele Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Der 1. September war kein Enddatum für den Beginn einer Ausbildung, sondern es ist in diesem besonderen Jahr jederzeit möglich, einzusteigen. Die Online-Lehrstellenbörse bietet dazu eine erste richtige und wichtige Plattform, sowohl für die Betriebe als auch für die Jugendlichen“, so eine Einschätzung zum bereites laufenden und für das kommende Ausbildungsjahr der Initiatoren der Online-Lehrstellenbörse.

Verantwortlich für die gemeinsame kreisweite Online-Messe sind Dagmar Straub (IHK Rhein-Neckar), Claudia Orth (Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald), Michael Windweißer (Kreishandwerkerschaft Neckar-Odenwald-Kreis), Fabian Weiß (Stadt Mosbach) und Marion Günther (Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis). Mit am Tisch beim Erfahrungsaustausch war auch Ralf Trabold, Geschäftsführender Schulleiter für die kreiseigenen Schulen und Schulleiter der Ludwig-Ehrhard-Schule.

Insbesondere Landrat Dr. Achim Brötel drängte im Sommer darauf, die Messe nicht einfach ausfallen zu lassen, erinnerte Marion Günther. Deshalb wurde im Frühsommer, als klar wurde, dass keine große Präsenz-Veranstaltung stattfinden kann, die Initiative von Dagmar Straub aufgegriffen, ein „Online-Azubi-Speed-Dating“ anzubieten. Aufbauend auf der guten und bewährten Partnerschaft der Kooperationspartner wurde das Konzept im Corona-Jahr schnell umgesetzt. Straub betonte, dass das neue Format aktiv vermarktet werden müsse, um die Schüler und auch deren Eltern zu erreichen. Das Corona-Ausbildungsjahr bringe neue Herausforderungen und geänderte Voraussetzungen mit sich, so auch Claudia Ort von der HWK, denn im Sommer fanden weder Berufsorientierung in den Schulen noch Praktika statt. Viele Schüler entschieden sich deshalb, ein weiteres Jahr auf die Schule zu gehen, statt eine Ausbildung zu beginnen. Es sei aber immer noch möglich, in diesem Jahr eine Lehrstelle zu bekommen. Die Betriebe schlössen bis Ende des Jahres Ausbildungsverträge ab.

Ralf Trabold bestätigte, dass einem Rückgang der Schülerzahlen bei den Berufsschulen ein Anstieg bei Vollzeitschulen wie dem Berufskolleg oder der Wirtschaftsschule gegenüberstehe. Deshalb sei er aus Sicht der weiterführenden Schulen sehr froh, dass solche Vermittlungsangebote wie die Online-Lehrstellenbörse den Schülern weitere Optionen bieten. „Ohne solche Angebote hätten wir einen Verschiebebahnhof der potenziellen Auszubildenden um ein Jahr“, erklärte Tra-bold.

Positive Resonanz

Von der Kreishandwerkerschaft gab es positive Rückmeldungen aus den Betrieben und großes Interesse an der Online-Plattform. Die Firmen seien sehr froh, dass sie mit geringem eigenen Aufwand Kontakt zu möglichen Auszubildenden erhalten, betonte Geschäftsführer Michael Windmeißer. „Die Betriebe haben sich genauso wie der Rest der Gesellschaft auf die neuen Bedingungen mit der Pandemie eingestellt und wissen inzwischen besser, wie sie planen können. Es wird wieder ausgebildet und auch Praktika sind wieder möglich. Erfreulich ist, dass sogar viele Betriebe zum allerersten Mal ausbilden.“, ergänzten die Kammervertreter.

Bei der Online-Lehrstellenbörse sind mittlerweile 45 Betriebe registriert, mehr als bei den Präsenz-Veranstaltungen in der Pattberghalle in den letzten Jahren. Noch ist es aber zu früh für weitere Zahlen. Weiterhin ist es wichtig, die Schüler sowie ihre Eltern auf diese Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz zu finden, aufmerksam zu machen und zu informieren. Fabian Weiß brachte es auf den Punkt „Jetzt gilt es am Ball zu bleiben“, denn der Fachkräftemangel wird die Region weiterhin stark beschäftigen.