Mosbach

Landgericht Mosbach Dr. Alexander Ganter geht in den Ruhestand / Seit 1986 als Richter in der Kreisstadt aktiv gewesen

„Einfach mal morgens ausschlafen“

Mosbach.Das Mosbacher Landgericht ohne Dr. Alexander Ganter? An dieses Bild wird man sich gewöhnen müssen, denn der langjährige Richter wird Ende November pensioniert. Seit dem 1. Februar 1985 war der gebürtige Wertheimer in der Kreisstadt aktiv, erlebte zahlreiche größere und kleinere Verhandlungen.

„Arbeit bei der Arbeit lassen“

Zwar sind ihm viele Fälle noch in Erinnerung geblieben, aber keiner beschäftigt ihn zum Ende seiner Laufbahn. „Das verdanke ich meiner Fähigkeit, mit Feierabend meine Arbeit bei der Arbeit zu lassen und nicht mit nach Hause zu nehmen“, erzählt er den FN.

Auf die Frage, ob sein Ruf, Verhandlungen schnell durchzuführen, gerechtfertigt sei, antwortet er: „Das stimmt. Ich habe immer Wert darauf gelegt, eine Verhandlung im Vorfeld sorgfältig vorzubereiten. Dazu gehört auch die Kommunikation mit Staatsanwaltschaft und Verteidigern, viele meiner Kollegen machen das nicht.“ Geboren im März 1954 in Wertheim, absolvierte er dort sein Abitur. Nach dem Studium und Referendariat in Würzburg und Tübingen folgte 1983 der Eintritt in den höheren Justizdienst. Bis Anfang 1985 arbeitete er als Richter am Verwaltungsgericht Stuttgart, ehe der Wechsel in die Staatsanwaltschaft Mosbach folgte. Nach einem Jahr startete er als Richter beim Amtsgericht Mosbach, ehe er 1987 Richter beim Landgericht wurde. Die Zeit seiner Tätigkeit am Landgericht Mosbach war lediglich von 1. Juni 1996 bis 28. Februar 1997 durch eine Abordnung an das Oberlandesgericht Karlsruhe unterbrochen. Im Juni 1998 wurde er zum Vorsitzenden Richter in Mosbach ernannt. Ganter, der verheiratet ist und zwei erwachsene Kinder hat, wurde außerdem Strafkammervorsitzender, Vorsitzender des Schwurgerichts und Vizepräsident des Landgerichts Mosbach.

Auf seine Karriere angesprochen, erklärt er: „Am wichtigsten war mir immer, im Namen des Volkes zu sprechen. Das habe ich immer zu erreichen versucht.“ Er sei glücklich, dass er so lange diesen abwechslungsreichen, für die Gesellschaft wichtigen Beruf ausüben durfte. Richtige Pläne für den Ruhestand hat er nicht, außer: „Ich will es einfach mal genießen, morgens ausschlafen und spontan sein zu können.“

Als Landesvorsitzender der CDU-Juristen werde er weiterhin aktiv sein. „Ich hab den Verantwortlichen bereits versichert, künftig noch mehr Zeit in diese Arbeit zu investieren“, sagt er mit einem Lachen. ms