Mosbach

Handwerk 110 Auszubildende im Neckar-Odenwald-Kreis haben die Gesellenprüfung bestanden / Freisprechungsfeier in der Alten Mälzerei in Mosbach

David-Jonas Röder Prüfungsbester

Archivartikel

110 von 118 Auszubildenden im Neckar-Odenwald-Kreis haben die Gesellenprüfung bestanden. Im feierlichen Rahmen der Freisprechungsfeier erhielten sie ihre Zeugnisse und Gesellenbriefe.

Mosbach. Die neuen Fachkräfte des Handwerks haben am Sonntag in der Gesellenfreisprechungsfeier den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung gefeiert. In der Alten Mälzerei erhielten die Junggesellen von den Verantwortlichen der Kreishandwerkerschaft Neckar-Odenwald-Kreis und der Handwerkskammer Mannheim ihre Zeugnisse und Gesellenbriefe überreicht.

Von 118 Prüflingen – darunter 25 Frauen – hatten 110 die Gesellenprüfungen im Winter 2018/2019 und Sommer 2019 erfolgreich abgeschlossen. „Mit dieser sehr hohen Erfolgsquote von 93,22 Prozent liegt der Neckar-Odenwald-Kreis erneut an vorderster Stelle im Bundesgebiet“, sagte Peter Schlär, stellvertretender Kreishandwerksmeister. Er lobte auch die Arbeit der Lehrer an den Berufsschulen und der Ausbilder, denn das sei das Fundament einer guten Ausbildung.

Schlär stellte weitere Zahlen aus der Statistik vor: Die Junggesellen kommen aus siebzehn handwerklichen Ausbildungsberufen, die im Neckar-Odenwald-Kreis absolviert wurden. Am häufigsten vertreten waren die Elektroniker mit 15 Absolventen, gefolgt von den Schreinern mit 13, den Malern und Lackierern mit zehn und den Zimmerern mit neun Auszubildenden.

Am wenigsten vertreten war der Beruf des Feinwerkmechanikers und Metallbauers mit je einem Auszubildenden, gefolgt von drei Stuckateuren und den Maurern und Fleischern mit je vier Auszubildenden. David-Jonas Röder ist mit der Note 1,4 Prüfungsbester. Der Tischler absolvierte seine Ausbildung im Betrieb Faustmann in Diedesheim.

Handwerk stärken

Anschließend gaben die Ehrengäste Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Bundestagsabgeordnete Nina Warken, Landrat Dr. Achim Brötel, Mosbachs Oberbürgermeister Michael Jann und Klaus Hofmann, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, Einblicke in ihre Standpunkte in Sachen Handwerk.

Klaus Hofmann bedankte sich bei der Landesregierung für die gute Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium, die die Betriebe fit für die Zukunft machten. Die Digitalisierung sei nur eine Herausforderung bei der sie mit Wirtschaftsförderung unterstützt würden. Auch auf Bundesebene werde viel dafür getan, das Handwerk zu stärken, sagte Nina Warken. Dazu gehörten auch der Mindestlohn und die Absenkung des Solidaritätszuschlags sowie die Unterstützung bei der Akquirierung von Nachwuchs.

„Der Neckar-Odenwald-Kreis ist handwerklich geprägt. Ich bin froh, dass es das Handwerk als starke Wirtschaftsbasis gibt und dass man in diesem Berufsfeld Arbeit findet. Deshalb sind wir dran, das Image zu verbessern, wenn man Nachwuchs gewinnen will“, erwiderte Hauk. Das gelte insbesondere für das Lebensmittelhandwerk Bäcker und Metzger. In diesem Bereich strebe man regionale Kreisläufe und Vermarktungswege an.

Michael Jann sagte: „Es ist toll, dass so viele Junggesellen da sind. Ich kann ihnen nur zurufen, dass genug Baustellen vorhanden sind, an denen sie arbeiten können.“ Ihm sei es wichtig, dass man den künftigen Förderschwerpunkt auf Handwerk und nicht nur auf den Wohnungsneubau legt. Achim Brötel drückte es so aus: „Es muss nicht jeder studieren. Wer beim Essen schwitzt und beim Schaffen friert, der hat bestimmt studiert“.

Kreishandwerksmeister Jochen Baumgärtner führte die Lossprechung durch und erklärte die ehemaligen Lehrlinge offiziell zu Handwerksgesellen. Diese durften im Anschluss ihre Gesellenbriefe und Zeugnisse zusammen mit den Glückwünschen des Präsidenten Hofmann entgegennehmen.

Gute Leistungen belohnt

Anschließend wurden die Prüfungsbesten mit Präsenten der Handwerkskammer Mannheim und mit Geld- und Sachpreisen der Innungen für außerordentlich gute Prüfungsleistungen geehrt. Preise erhielten die Zimmerer Maximilian Geier und Leon Kempf, die Elektroniker Florian Lenhart, Benjamin Noack und Moritz Trunk, die Schreiner Lukas Fleck, David Jonas Röder und Jannik Rösch, die Verkäuferin im Bäckerhandwerk Alexandra Schmidt und die Fleischer Noah Schäfer und Maximilian Stahl.

Kammersieger

Begabte Gesellen werden in Leistungswettbewerben des deutschen Handwerks auf Kammer-, Landes- und Bundesebene in ihrer beruflichen Entwicklung weiter gefördert. Aus dem Neckar-Odenwald wurde Alexandra Schmidt als Fachverkäuferin im Bäckerhandwerk des Ausbildungsbetriebs Friedbert Englert (Dallau) erste Kammersiegerin und erste Landessiegerin. Maximilian Stahl aus dem Ausbildungsbetrieb Hartmut Nohe (Fahrenbach) wurde im Beruf des Fleischers zweiter Kammersieger und Maximilian Geier wurde zweiter Kammersieger als Zimmerer im Ausbildungsbetrieb Söhner GmbH (Mosbach).

„Der Motor Handwerk brummt und sie sind das Gaspedal. Bleiben sie uns treu, sie haben die besten Chancen. Jeder kann im Handwerk seine Karriere machen. Da gilt es nur, die Werbung und das Image nach außen zu tragen und zu sagen: Als Elternteil bin ich stolz, dass mein Sohn oder meine Tochter im Handwerk ist“, sagte Hofmann zum Abschluss der Talkrunde.