Mosbach

Christen in der SPD Vortrag in Mosbach von MdL Gabi Rolland

„Das Gegeneinander muss aufhören“

Mosbach.„Die Erde bebauen und bewahren – sie nutzen und auf sie acht zu geben, wurde den Menschen aufgetragen.“ Mit einem Bibelzitat begann MdL Gabi Rolland, die Umwelt- und Naturschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion ihr Referat beim Arbeitskreis Christen in der SPD im Gasthaus „Fideljo“ in Mosbach. „Es geht bei nachhaltiger Landwirtschaft, bei Arten- und Klimaschutz auch um Gerechtigkeit und Solidarität“, führte Rolland aus.

Das Gegeneinander, zu oft aus wirtschaftlichen Gründen, müsse aufhören. „In der Landwirtschaft brauchen wir faire Löhne. Und Umweltschutz gibt es – für eine gesunde Natur und gesunde Lebensmittel – nicht zum Nulltarif.“ Die kleineren bäuerlichen Betriebe müssten gestärkt werden und nicht landwirtschaftliche Industriebetriebe. Daher gelte es, neue Einkommensstrukturen zu schaffen.“ Das sei über Direktvermarktung oder über Energie- und Rohstoffherstellung zu erreichen, dürfe aber nicht zu Lasten von Nahrungsmitteln wie Mais gehen.

„Beginnen, wo es leicht fällt“, war eine Idee der Teilnehmer. Wo kaufe ich ein? Kaufe ich saisonal ein, was oft auch günstiger ist? Fahre ich umweltfreundlich zur Arbeit, und was machen die Kollegen? Wo gibt es Hofläden? Wo kann ich frische Milch holen?

Betrieb, die sich für die Umwelt, für das Tierwohl, den Artenschutz, für gesunde Böden, gesunde Lebensmittel oder für gute Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter einsetzen, müssten gefördert werden. Dem Argument „Tierwohl und Mindestlohn“ schaffe man nicht gleichzeitig, hält Rolland das Beispiel der Subventionierung der Landwirtschaft in der Schweiz entgegen. Über veränderte EU-Agrarsubventionierungen sei vieles machbar. Aber noch bestimme die Großflächenlandwirtschaft in der EU das Tempo.

Wir haben es als Verbraucher in der Hand, was uns gesunde Lebensmittel wert sind. „Es ist eine Haltungsfrage“, so Arbeitskreisleiter Norbert Bienek, „Es ist zwar sehr spät, aber nicht zu spät, mit einer klaren christlichen Haltung vor Ort einen gesellschaftlichen Wandel zu gestalten und als Verbraucher und Konsumenten heute damit zu beginnen“, schloss die frühere Landtagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel.