Main-Tauber

Kinder- und Jugendhilfe Haushaltszwischenbericht vorgelegt

Zahlen im grünen Bereich

Main-tauber-Kreis.Einen Finanzzwischenbericht der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis gab Jugendamtsleiter Martin Frankenstein dem Jugendhilfeausschuss. Bei der allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie konstatierte er einen Minderaufwand in Höhe von 50 000 Euro. Dafür steigen die Ausgaben bei den Hilfen zur Erziehung gegenüber dem Haushaltsansatz um 950 000 Euro. Und das, obgleich die Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – wie angenommen – stark rückläufig sind, und es auch mehr Erträge durch Kostenbeiträge von Eltern gibt.

Grund für die Steigerung der Ausgaben sind erhebliche Mehrkosten für stationäre Hilfen, also die Unterbringung in Heimen. Das liegt auch am Rückgang von Pflegefamilien. Zudem hätten sich die Kosten für Schüler in Schulen der Erziehungshilfe erhöht.

Ein Minderaufwand in Höhe von 1,1 Millionen Euro stellte Frankenstein bei den Hilfen für junge Menschen mit seelischer Behinderung, für junge Volljährige und bei der Krisenintervention fest. „Die Kosten haben sich hier konsolidiert“, so der Jugendamtsleiter. Im Plan befinde sich die Jugendhilfe bei der finanziellen Förderung der Kindertagesbetreuung durch die Übernahme der Teilnahmebeträge. Nach einem kontinuierlichen Zuwachs der Fälle hätten sich diese nun konsolidiert.

Im Gegensatz dazu sind die Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz gestiegen. Das war aufgrund des 2017 geänderten Rechtsgrundsatzes auch erwartet worden. Seither ist die Zahlung nicht mehr auf einen Zeitraum von sechs Jahren und auf das das zwölfte Lebensjahr beschränkt, sondern reicht nunmehr bis zum 18. Lebensjahr. Martin Frankenstein sprach in diesem Zusammenhang von einer „ganz gravierenden Dynamik“. Obgleich der Bund 40 Prozent der Aufwendungen übernimmt, teilen sich Land und Kommunen die verbleibenden 60 Prozent jeweils hälftig. Da im Main-Tauber-Kreis statt der früheren 450 Fälle jetzt knapp 1000 anfallen, steigen naturgemäß auch die Ausgaben. Den Mehraufwand gegenüber dem Haushaltsansatz beziffert Frankenstein auf rund 100 000 Euro.

Dem Mehraufwand in Höhe von 1,05 Millionen Euro stehen Minderausgaben von 1,15 Millionen Euro entgegen. Der Haushalt der Kinder- und Jugendhilfe ist somit, zumindest bei der Zwischenschau, im grünen Bereich.

Unter dem Stichwort „Aktuelles“ informierte Martin Frankenstein über die Förderzusage des Kommunalverbands für Jugend und Soziales für ein Projekt in Kooperation mit dem Sozialwissenschaftlichen Instituts für Forschung und Transfer der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Kinder mit „herausforderndem Verhalten“ sollen in Kindergärten in Wertheim, Tauberbischofsheim und Lauda genauer in den Blick genommen werden.

Der „Gute-Kita-Vertrag“ für Baden-Württemberg, durch den viel Geld in die Länder käme, sei unterzeichnet worden, so der Jugendamtsleiter und Verbesserungen bei der Betreuung bringen. hvb