Main-Tauber

Immer mehr Patienten in Behandlung Region Heilbronn-Franken liegt laut einer Erhebung der Krankenkasse AOK deutlich über dem Landesdurchschnitt / Viele Männer betroffen

Zahl der Migräne-Erkrankungen nimmt weiterhin zu

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Der deutsche Kopfschmerztag am 5. September zeigt: Immer mehr Menschen leiden unter Migräne. Seit 2013 hat die Zahl der ärztlichen Behandlungen mit dieser Diagnose bei Versicherten der AOK Baden-Württemberg jährlich im Schnitt um 2,2 Prozent zugenommen. 2017 wurden landesweit 130 637 Migränepatienten behandelt. Heilbronn-Franken verzeichnete im vergangenen Jahr mit 13 214 Betroffenen hinter der Region Rhein-Neckar-Odenwald den zweithöchsten Wert im Land. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da fast jeder zweite im Südwesten hier krankenversichert ist.

Im Main-Tauber-Kreis waren 2017 insgesamt 2446 AOK-Versicherte wegen Migräne in ärztlicher Behandlung. Fachleute gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist, weil viele Migräne-Patienten nicht zum Arzt gehen und sich per Selbstmedikation behandeln.

Auch wenn nach wie vor ungefähr zwei Drittel aller Betroffenen Frauen sind, ist es auffällig, dass auch immer mehr Männer unter Migräne-Attacken leiden, die den Betroffenen das Leben zur Hölle machen können. Die Anzahl der erkrankten Männer bei der AOK Baden-Württemberg stieg in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 2,9 Prozent auf mittlerweile 27 221 Versicherte. Im Main-Tauber-Kreis lag dieser Wert mit 4,7 Prozent deutlich über dem Landesschnitt. Hier waren 2017 531 Männer in Behandlung (2013: 397).

Genaue Ursachen für das Auftreten von Migräne seien bisher nicht bekannt, es gibt jedoch eine genetische Veranlagung dafür, erläutert die AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Zu den Auslösern zählen unter anderem hormonelle Schwankungen, aber auch Stress und Schlafmangel, Reizüberflutung, das Auslassen von Mahlzeiten und Blutzuckerschwankungen.

Um Migräne-Anfälle zu verhindern, sollten Betroffene die Auslöser möglichst meiden. Ausdauersport und Entspannungsübungen wirken vorbeugend, Ruhe und Schlaf helfen ebenso. Um die beste Form der Therapie zu finden ist es empfehlenswert, dass sich die Patienten vom Hausarzt beraten lassen. Die AOK Heilbronn-Franken unterstützt Migräne-Selbsthilfegruppen und bietet zahlreiche Entspannungskurse an.