Main-Tauber

Altenpflege Im Main-Tauber-Kreis wird mit einer leichten Steigerung des Bedarfs an stationären Pflegeplätzen gerechnet

Wohnortnahe Betreuung bevorzugt

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Knapp 30 000 Menschen über 65 Jahre lebten laut Statistischen Landesamt 2017 im Main-Tauber-Kreis. Von Jahr zu Jahr klettert diese Zahl kontinuierlich in die Höhe. Die demografische Entwicklung, dass wissen die Verantwortlichen vor Ort seit geraumer Zeit, ist längst angekommen, auch wenn die Geburtenzahlen leicht gestiegen sind. Wohnen, Betreuung und Pflege von älteren Menschen ist deshalb ein zentraler Punkt bei der Daseinsvorsorge.

Seit Inkrafttreten der Landesheimbauverordnung zum 1. September 2009 sind nach Angaben des Landratsamts zwei Pflegeeinrichtungen mit zusammen 147 Plätzen im Main-Tauber-Kreis geschlossen worden, für die allerdings Ersatzneubauten erstellt wurden. Insgesamt wurden zwischen 2009 und 2019 sieben Heime neu gebaut, deren Bettenzahl im Schnitt bei 42 liegt. In der Summe entstanden damit 308 Pflegeplätze, abzüglich der 147 also 161 neue stationäre Plätze.

Laut Landratsamt sind fünf stationäre Einrichtungen für Senioren als Ersatzneubauten in den kommenden Jahren geplant. Daneben gebe es bereits Projekte von ambulant unterstützten Wohngemeinschaften. Derzeit arbeitet die Landkreisverwaltung an einer Neuauflage der Kreispflegeplanung, in die alle Fakten sowie aktuelle Zahlen einfließen, um den Bedarf so realistisch wie möglich einzuschätzen. Mit einem leicht steigenden Bedarf an stationären Plätzen wird allerdings gerechnet.

Mit Blick auf Baden-Württemberg setzt das Ministerium für Soziales und Integration „vermehrt auf eine Vielfalt von ambulanten und teilstationären Angeboten, die es den Betroffenen ermöglicht, die ihren Bedürfnissen entsprechenden Wohn- und Versorgungsformen zu wählen“, heißt es auf FN-Anfrage. Gemeint sind damit neben den klassischen Pflegeheimen auch ambulant betreute Wohngemeinschaften , wohnortnahe, unterstützende Wohnformen sowie Kurzzeit-, Tages- oder Nachtpflege.

„Vor dem Hintergrund der hohen finanziellen Belastungen der Pflegebedürftigen hat sich Minister Manne Lucha dafür ausgesprochen, die Pflegeversicherung zu reformieren“, so Markus Jox, Pressesprecher des Ministeriums. Heute sei es so, dass die Pflegeversicherung, je nach der Pflegebedürftigkeit, fixe Summen bezahlte. Variabel dagegen sei der Eigenanteil bei den Heimkosten. „Diese Systematik soll nach den Vorstellungen von Minister Manne Lucha umgedreht werden. Der Eigenanteil soll künftig fix sein, während der Anteil der Pflegekassen variabel sein soll.“ hvb