Main-Tauber

Rotary im Gespräch Dr. Stephan Schlesong referiert am 24. Oktober in Kloster Bronnbach

Werte in einer globalisierten Welt

Seit nunmehr 20 Jahren gibt es das bekannte Gesprächsforum „Zukunft gestalten – Rotary im Gespräch“. Es wird am 24. Oktober mit einem Vortrag von Dr. Stephan Schlensog fortgesetzt.

Bronnbach. „Weltethos: Gemeinsame Werte in einer globalisierten Welt?“ – so heißt der Titel des Vortrags, den der Generalsekretär der Stiftung Weltethos in Tübingen, Dr. Stephan Schlensog, am Donnerstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, im Bernhardsaal des Klosters Bronnbach hält. Dieser Vortrag ist Teil des bekannten Gesprächsforums „Zukunft gestalten – Rotary im Gespräch“, das seit 20 Jahren vom Rotary Club Wertheim veranstaltet wird.

Mit Dr. Schlensog wurde ein Redner gewonnen, der mit Blick auf die Zukunft sich wichtigen Fragen stellt.

„Wir leben in einer globalisierten Welt und diese Globalisierung schreitet täglich voran und stellt uns vor immer neue Herausforderungen – hier in Deutschland, aber auch weltweit“, sagt er.

Ob für ein gutes Zusammenleben der Nationen und Kulturen, ob für ein gutes Miteinander in den Städten, Kommunen oder Schulen: für all dies brauche man ein Minimum an gemeinsamen „Spielregeln“– Werte, Normen, ethische Standards, die für alle gelten, und das über die Grenzen der Religionen und Kulturen hinweg, so Schlensog.

Seit den 1980er Jahren spricht der in Tübingen lebende Theologe Prof. Dr. Hans Küng deshalb von einem „Weltethos“. Und die von ihm eigens dafür gegründete „Stiftung Weltethos“ arbeitet seit nunmehr 25 Jahren daran, solche gemeinsamen Werte bewusst zu machen und Wege aufzuzeigen, diese zu leben.

Dr. Stephan Schlensog, der amtierende Generalsekretär dieser Stiftung, skizziert in seinem Vortrag Entstehung und Anliegen der Weltethos-Idee und gibt dabei Einblicke in Projekte und Initiativen ihrer konkreten Umsetzung.

Welche Werte können uns helfen, in einer Welt, die immer mehr aus den Fugen gerät, gut und friedlich mit einander zu leben? Das war die Frage, die den weltberühmten katholischen Theologen Hans Küng immer wieder umtrieb, sind doch viele Kriege bis in die Gegenwart hinein auch religiös motiviert.

Er stellte bei seinen empirischen Forschungen rund um den Globus fest, dass für die globale Gesellschaft gemeinsame Werte wie Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit sowie Partnerschaft von Mann und Frau gar nicht erst entwickelt werden müssten, weil sie bereits weltweit existierten.

Dr. Stephan Schlensog studierte katholische Theologie und Indologie in Tübingen. Seit über 25 Jahren arbeitet er mit dem Schweizer Theologen zusammen und beschäftigt sich seither umfassend mit den großen Weltreligionen und mit ethischen Fragen.

Nach einem groß angelegten Forschungsprojekt zu den drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam hat Stephan Schlensog von 1995 bis 1999 mit Hans Küng das Multimedia-Projekt „Spurensuche“ über die großen Weltreligionen realisiert, für die er unter anderem eine interaktive CD-ROM entwickelt hat.

Im Jahr 2006 hat er eine umfassende Analyse des Hinduismus vorgelegt, der weitere Publikationen folgten.

Am Weltethos-Institut unterrichtet er Seminare zu den Themen „Interkulturelle Kompetenz“, insbesondere in den Bereichen Hinduismus und Buddhismus sowie der Weltethos-Idee. Er ist davon überzeugt, dass ein gemeinsames Weltethos dringlicher denn je ist. Denn Krieg, Terror, religiöser Fundamentalismus und die anhaltenden Flüchtlingsströme, sagt er, seien Folgen politisch ungelöster Probleme.

Viele Menschen seien heute verunsichert, fürchteten eine schleichende Islamisierung oder einen „Kampf der Kulturen“, dem nur durch Abschottung zu begegnen sei.

Die internationale Staatengemeinschaft, sagt Schlensog, habe beim Umgang mit der Flüchtlingsproblematik bisher keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

So dürfen die Zuhörer gespannt sein, welche Lösungsvorschläge er mitbringt, wie man friedlich miteinander leben kann. Und darum sind alle, die sich mit gesellschaftlichen, politischen und religiösen Fragen im Hinblick auf die Zukunft beschäftigen, vom Rotary Club zu diesem Gesprächsforum eingeladen, vor allem auch Schüler und Studenten.

Im Anschluss an Vortrag, der wie immer öffentlich und bei freiem Eintritt ist, haben die Zuhörer Gelegenheit, Fragen an den Referenten zu stellen sowie sich als Gäste des Rotary Clubs Wertheim bei einem guten Tropfen Wein im Prälatenbau miteinander im Gespräch auszutauschen.